In Regionalbahnen sitze ich gern auf der Seite, die vom Haltepunkt am Weitesten entfernt ist, weil die furchtbar störenden Zuggeräusche (und der Luft‑, hehe, ‑zug) von geschlossenen Türen wenigstens geringfügig gedämpft werden; wohl wissend, dass die Jugend bis ins hohe Alter hinein es zwar immer schafft, diese Türen auf-, aber nicht zuzumachen (vielleicht mögen sie auch einfach nur die Fahrtgeräusche, dann bitte ich die Betreffenden an dieser Stelle um Verzeihung dafür, dass ich ihnen immer wieder den Genuss verderbe), verzichte ich gern auf einen allzu hochfrequentiert besuchten Sitzplatz.
Nicht minder unangenehm ist die Angewohnheit von jungen zumeist weiblichen Passagieren, an vertraulichen Gesprächen mit der Sitznachbarin sämtliche anderen Mitfahrer teilhaben zu lassen, ob diese das nun wollen oder nicht. Ein Lichtblick sind ebensolche Passagiere, die das ähnlich sehen; so etwa eine solche, die sich heute gemeinsam mit ihrem Begleiter einen Platz suchte und mit den Worten “hätten wir uns vor die Tür gesetzt, hätten wir uns die ganze Zeit irgendwelche Lebensgeschichten anhören müssen” in mein Abteil gestürmt kam. Leute, die sich mein Abteil aussuchen, weil sie es gern ruhiger hätten, weiß ich sehr wohl zu schätzen. Dass es dann mit der Ruhe aber vorbei war, weil die eigenen, nun, Lebensgeschichten dann doch noch erzählt werden mussten, ist eine allerdings wenig überraschende Wendung.
Auch der Begleiter war allerdings nicht ohne; zwar sprach er nicht viel (er kam ja kaum zu Wort), allerdings begann sein Einstand im Abteil mit geräuschvollem Setzen. “Uff!” Konfrontiert mit den Sitzen im Zug war der agile Etwazwanzigjährige plötzlich merklich gealtert und ließ sich auf einen der Sitze fallen, was ihm hörbare Anstrengung bereitete. Die Jugend von heute: So ausgebrannt, dass selbst Sitzen geradezu unmenschlichen Kraftaufwandes bedarf. Danke, SPD!
Entgegen dem Trend in aktuellen Diskussionen auf Twitter ist in Zügen von irgendwelchen Dschungeln übrigens nicht die Rede. Der durchschnittliche Prominentenanteil in Zügen ist allerdings bedeutend höher als in irgendwelchen “Camps”, denn in ihnen sehe ich gelegentlich Menschen, die ich nicht nur kenne, weil sie einen enorm dummen und daher einprägsamen Namen tragen. (Training für wahre Überlebenskünstler: Ohne Kopfhörer mittags Nahverkehrszüge benutzen.)

eine schöne Geschichte mit diesen fürchterlichen Jugendlichen ist mir vor längerer Zeit (muss so 2005/06 gewesen sein) mal im Ruhrpott passiert. Ich sass auf sicherem Terrain, allerdings wurde der Zug immer voller und irnkwann setzten sich 3 so kewle Basecapträger zu mir und schwatzten in einem fort dummes Zeug. (Da ich die hohe Kunst des Ohren-auf-Durchzug-stellen beherrsche, war das nicht ganz so schlimm)
Jedenfalls hatte ich noch nicht bezahlt und irgendwann kommt der Schaffner (ja es gab mal Zeiten, wo man nachträglich bezahlen konnte) — ich zieh mein Portemonnaie — und einer der Typen holt sein Gruppenticket raus: “vier Mal”.
Fiel mir nix mehr zu ein.
Ach ne Geschichte zu den Weibchen hätte ich auch noch: Bin lange Zeit recht oft 500km MFG gefahren, und da hab ich noch ne Geschichte im Kopf, wo ich a: keine Kopfhörer bei hatte und b: das mit dem Durchzug nicht so ganz optimal lief.
Die Moral von der Geschichte: im Optimalfall sollte man eruieren ob man es mit BWL-Studentinnen zu tun hat.
Die brauchten vielleicht ein Opferlamm für etwaige Missetaten.
Hm, nun, ich meide normalerweise unnötigen dahingehenden Kontakt. Aus Gründen.