Susanne Gaschkes (SPD) Versuch, sich — ihr habt es sicher mitbekommen — aufgrund ihres Quasirauswurfs als Kieler Oberbürgermeisterin als Opfer einer patriarchischen Struktur zu gebärden, war nur mäßig erfolgreich.
Schon besser hat es Yasmina Banaszczuk (Eigenbezeichnung: “Frau für Dingens und Gedöns”) gemacht, deren Austritt aus (wiederum) der SPD auf Twitter nicht etwa hämisch bejubelt, sondern als konsequenter Schritt gelobt wurde. Vielleicht ist sie einfach niedlicher als Susanne Gaschke. Dabei sieht auch sie sich als Opfer des Patriarchats:
Dieses System von Parteivorsitzenden, die sich von jungen Frauen so bedroht fühlen, dass sie ihnen einfach pauschal unterstellen, dass sie keine Ahnung von politischen Prozessen im Allgemeinen hätten (und so weiter und so fort, A.d.V.).
’s ist ja auch frech, wenn die SPD ihr nicht einfach irgendwelche Beauftragungen und sonstige Annehmlichkeiten schenkt (Hervorhebung von mir):
Ich würde gerne irgendwann in die Partei zurück kommen, wenn es denn Hoffnung auf wahren Einfluss gäbe und darauf, dass sich irgendetwas ändern würde.
Das liegt sicher nur an den Männern!!1
Heute in Ihrer TL: junge gut vernetzte Männer geben Tipps, wie man in der SPD erfolgreich wird
Immer diese Frauenquotenparteien mit ihrem Sexismus! (Sicher nicht zufällig äußert sich Frau Banaszczuk in ihrem Jammertext nur am Rande zu Dennis Morhardt, der, wie sie immerhin selbst zugibt, auch nicht wesentlich weniger Arbeit und Lebenszeit in die Partei gesteckt hat als sie. Der ist nämlich auch kein hohes Tier in der SPD geworden, obwohl er gar keine Frau ist.)
Julia Seeliger (Grüne, oh the irony) fasst treffend zusammen:
Fühlt sich Sigmar Gabriel tatsächlich bedroht von jungen Frauen aus dem Internet? Wohl kaum. Und damit hat er recht. Ist ziemlich arschlochhaft, hier die Geschlechterkarte zu ziehen, wo doch gar keine notwendig ist. Aber klar: Yasmina könnte mit diesem populistischen Gepöbel gut Juso-Vorsitzende werden.
Yasmina Banaszczuk schloss ihren Artikel mit einem Versprechen:
Wenn eine andere Partei eine ernsthafte Option wäre, wäre ich dort schon längst.
Da haben wir Piraten noch mal Glück gehabt.



Wenn ich aus einer Partei austrete bekomme ich bei zeit.de keinen Artikel gewidmet. Immer diese matriarchalische Gesellschaft!
Hast du es denn versucht?
_so_ schnell wird mich die Partei nicht los!
Darum kommst du auch nicht auf zeit.de vor.