Um noch mal kurz zu verdeutlichen, wo der Unterschied zwischen gemäßigtem — das ist der, den ich prinzipiell für nicht verkehrt befinde — und populistischem Feminismus liegt: Mir wurde heute Mittag diese Website in die Twitter-timeline gespült.
Zusammengefasst geht es darum, dass eine Organisation namens “UN Women” (also etwa “Frauen in den Vereinten Nationen”) das schändliche Google als Beleg dafür herangezogen hat, dass die Welt schlecht über Frauen denke. Das Ergebnis sind große Plakate mit Fotos von Frauen, über deren Mund Googles “Sofortsuche” geklebt wurde, vielleicht, damit sie sich nicht noch mehr blamieren. Das sieht dann etwa so aus:
Googles “Sofortsuche” (“Google Instant”, in der Google-Hilfe erklärt) schlägt nach Eingabe weniger Buchstaben häufige (und ergebnisreiche) Suchanfragen mit dem gleichen Anfang vor. Offenbar suchen also viele Leute danach, dass “Frauen nicht wählen/arbeiten” sowie “keine Rechte haben sollten”. Skandal!, (auf-)schreit das Internet, “die Frauen” werden sogar von Google unterdrückt!
Aber was bedeutet es, dass viele Leute nach “Frauen sollten keine Rechte haben” suchen? Es heißt doch nichts anderes als dass Frauen mehrheitlich eben doch Rechte haben. Viel schlimmer wäre es doch, wäre “Frauen sollten Rechte haben” eine Topsuche wäre, denn das würde bedeuten, dass sie tatsächlich mehrheitlich keine Rechte haben. Aber so weit denkt der populistische Feminismus nicht, nach Satzanfängen wie “Frauen sollten/dürfen nicht” schaltet er sein breiiges Hirn aus und zetert drauflos; vermutlich hätte dieser Feminismus auch mit “Frauen dürfen nicht angezündet werden” ein Problem, denn es sollte womöglich das Recht jeder Frau sein, angezündet zu werden, wenn ihr halt danach ist (und zwar nur dann). — Das war jetzt etwas unsachlich.
Aber es passt hervorragend zur Debatte, denn unsachlich ist die Werbekampagne selbst. Bedingt durch die beschriebene Funktionsweise der Suchvervollständigung lässt sich so eigentlich alles belegen, was man gern belegen lassen würde. Ich habe das vorhin — natürlich auf einem Fremdsystem — mal ausprobiert:
Was uns das nun sagt? Nun, vielleicht, dass “viele Leute suchen nach Umstand x” nichts über die Verbreitung von x aussagt. Natürlich befürwortet es, belegt von der Plakatkampagne von “UN Woman”, die Mehrheit offensichtlich, dass Frauen wählen, arbeiten, atmen, boxen (sic!), Rechte haben und Auto fahren dürfen. Die hierdurch frei gewordenen Kapazitäten könnten genutzt werden, um den Verantwortlichen für die Plakatkampagne mal zu erklären, wie Google eigentlich funktioniert.
Das ist ja nicht so kompliziert.





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