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Kurz verlinkt CLIX: Das BKA und der Markenrechtstrojaner

Nach­dem vor eini­gen Jahren ein erster “Bun­de­stro­jan­er”, also ein mit ille­galen Meth­o­d­en arbei­t­en­des Werkzeug zur mehr oder weniger unbe­merk­ten Onlineüberwachung ver­meintlich­er Straftäter, eher weniger regelkon­form war, hat das Bun­desin­nen­min­is­teri­um nun nachgebessert:

Das Bun­desin­nen­min­is­teri­um hat zehn Lizen­zen des Fin­Spy-Tro­jan­ers für die „Quellen-Telekom­mu­nika­tion­süberwachung“ (Quellen-TKÜ) erwor­ben. (…) Das BKA will den eingekauften Tro­jan­er über­gangsweise ein­set­zen, bis die Behörde eine Überwachungssoft­ware in Eigen­regie entwick­elt hat.

Dass auch bei diesem neuen Tro­jan­er nicht alles regelkon­form abläuft, ste­ht außer Frage. Der Konz­ern hin­ter “Fin­Spy” beziehungsweise “Fin­Fish­er”, Gam­ma Inter­na­tion­al, sieht sich bere­its mit der ersten Klage kon­fron­tiert; nicht jedoch wegen der Entwick­lung ille­gal ver­wend­bar­er Anwen­dungssoft­ware, son­dern aus marken­rechtlichen Grün­den:

Mozil­la hat die Fir­ma Gam­ma Inter­na­tion­al abgemah­nt, welche die Überwachungs-Soft­ware Fin­Fish­er, auch bekan­nt als Staats-Tro­jan­er, her­stellt. Der Grund: Diese Soft­ware gibt sich als Fire­fox aus und bege­ht damit einen Miss­brauch der Mozil­la-Marke.

Dabei ist zur Erk­lärung erwäh­nenswert, dass der Tro­jan­er nicht so tut, als sei er ein Brows­er:

Gam­mas Soft­ware ist kom­plett eigen­ständig und benutzt lediglich Mozil­las Marken­ze­ichen um sich als Fire­fox und damit als ver­trauenswürdi­ges Pro­gramm zu tar­nen. Der Spi­onage-Tro­jan­er gibt sich als Firefox.exe aus und bein­hal­tet die dazuge­höri­gen Her­steller-Infor­ma­tio­nen wie die Ver­sion­snum­mer von Fire­fox und Copy­right-Hin­weise von Mozil­la. In den Quell­code wurde außer­dem das “Assem­bly Man­i­fest” von Fire­fox wortwörtlich einge­bun­den.

Die Zuständi­gen bei Gam­ma Inter­na­tion­al kön­nen allerd­ings froh sein, dass sie ihr Pro­dukt nicht davidbowie.exe genan­nt haben. Der GEMA traue ich inzwis­chen alles zu.