Im vorigen Dezember schrieb ich:
Sagt mir, Piraten: Warum sollte man uns wählen? Weil wir uns so toll für Umwelt und Bildung einsetzen und weil wir irgendwas mit sozial im Programm haben?
Anti-Atomstrom-Aktivistin Kine Haasler, bekannt geworden durch allerlei wirre Wahlkampfaktionen, hat nun unter großem Tamtam ihren Austritt bekanntgegeben. Ihre Begründung: Sie sei Aktivistin und keine Politikerin. Ja, das stimmt so.
Viele Wähler haben ihre Stimme bei der Landtagswahl 2013 in Niedersachsen nur deshalb nicht der Piratenpartei gegeben, weil es ihr an einem klaren Profil mangelte. In den Wahlkampf wurde mit Energie- und Bildungspolitik gezogen — nichts, was die Grünen oder die Linke nicht schon seit langem selbst vertreten würden. Das Problem der Piratenpartei waren niemals die “innerparteilichen Streitereien”, denn die gibt es selbst in der alles andere als transparenten CDU (“Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen”, “Ich kann den Scheiß nicht mehr hören”, “Du machst mit deiner Scheiße alle Leute verrückt” — so weit bekannt). Das Problem der Piratenpartei waren und sind die Aktivisten, die aus den unterschiedlichsten Strömungen stammen.
Zweifellos wurde die Piratenpartei selbst von Aktivisten für freien Dateitausch gegründet. Das ist kein Grund, weitere Aktivismen hinzuzufügen, denn es verwässert ihre Ziele. Der Austritt Kine Haaslers, obschon bejammert als “Zeichen für den Untergang”, da mit ihr auch ein aktives Mitglied die Partei verlässt, setzt ein klares Zeichen: In der Piratenpartei verwurzelte Aktivisten für “grüne” Themen sehen sich mittlerweile außerstande, ihre Ziele als Pirat zu erstreiten.
Die Behauptung, mit der Piratenpartei ginge es bergab, kann nun nicht mehr unwidersprochen hingenommen werden. Tatsächlich hat das Abschneiden bei der niedersächsischen Landtagswahl nun zur Folge, dass sich das Profil der Partei endlich wieder schärft, da diejenigen, die vollmundig “wir brauchen ein Vollprogramm und auf jede noch so dumme Frage eine Antwort” skandierten, ganz kleinlaut geworden sind. Schwarmintelligenz funktioniert manchmal eben doch.
Vielleicht überlege ich mir das mit der Bundestagswahl ja doch noch mal.

Jehova! Jehova! Jehova! Jehova!
Dafür ist es längst zu spät. Die Piraten sind bereits bedeutungslos und werden verschwinden, wie die Partei Rechtsstaatlicher Offensive. Das solltest selbst Du erkannt haben. Es wird Zeit, das Schiff zu verlassen und irgendwo anders anzuheuern. Es macht keinen Sinn, auf ein Wrack zu setzen.
Viel mehr interessiert mich, wie denn eine Landtagskandidatin für eine Partei so kurz nach der (verlorenen) Wahl die Partei verlässt.
Was wäre gewesen wenn sie gewählt worden wäre, hätte sie ihre eigenen Ziele verfolgt oder wär sie Pirat gewesen, was sie ja nicht mehr sein will?
Es ging ihr schon immer vorrangig um ihre eigenen Ziele.
Was für ein selten bescheuerter Beitrag.
Ach Sven, es ist zwar Dein privater Blog und da kannst Du Deine Sicht der Welt natürlich in der Hoffnung, sie bleibt unwidersprochen, auch zum Besten geben. Den Gefallen tue ich dir leider nicht. Denn offensichtlich hälst Du alles für “dumme Fragen”, wenn es sich nicht um die vermeintlichen Kernthemen handelt.
Ich weiß ja nun nicht, wovon Du lebst. Bist du Student? Dann sollten Dich auch Fragen zur Bildungs- und Wissenschaftspolitik interessieren. Hast Du einen Job, dann interessiert Dich vielleicht, ob der erhalten bleibt. Sind Fragen zur Arbeitsmarktpolitik also dumm? Lebst du von einem wie auch immer zustande gekommenen Vermögen? Sind dann Fragen zur Finanz- und Steuerpolitik dumm? Oder bist Du einer derjenigen, die auf Transferleistungen angewiesen ist. Sind dann Fragen zur Sozialpolitik dumm? Bei Dir kommt der Strom wohl aus der Steckdose, da hinterfragst Du also nicht, woher er kommt, wie er erzeugt wird und was es für eine Auswirkung auf die Gegenwart und Zukunft hat. Guck doch einfach mal wenigstens bis zum eigenen Tellerrand und nicht nur in die Mitte Deines Universums.
Unsere Kernthemen haben wir doch neulich klar abgesteckt, Thomas. Da gibt es nichts zu deuten.