SPD und Grüne würden gern, wie in den meisten anderen Bundesländern längst geschehen, die Studiengebühren in Niedersachsen abschaffen. Offenbar sind diese nicht notwendig, selbst in Nordrhein-Westfalen (keine Studiengebühren) gibt es angeblich Akademiker mit einer ausreichend professionellen Ausbildung.
Das gefällt den Hochschulen aber nicht.
Die Ostfalia befürchtet, dass ihr nach dem Regierungswechsel in Hannover weniger Geld zur Verfügung steht. Falls die Studiengebühren wegfallen sollten und es dafür keinen entsprechenden Ausgleich gebe, sei die Wettbewerbsfähigkeit gefährdet. (…) Durch das Geld aus den Studiengebühren sei die Qualität von Lehre und Forschung gestiegen. Ohne finanziellen Ausgleich fielen die Hochschulen wieder zurück, befürchtet [Hochschulpräsident Wolf-Rüdiger] Umbach.
Wie “finanzieller Ausgleich” ungefähr aussieht? Nun, etwa so:
Niedersachsens Hochschulen lassen immer mehr Studiengebühren ungenutzt auf ihren Konten liegen. (…) Am Stichtag 1. Juli 2010 legten Niedersachsens Hochschulen insgesamt 78.732.172 Euro Einnahmen aus den Studiengebühren auf die hohe Kante. Zum Vergleich: Am 31. Dezember 2008 betrug diese Summe noch 75.627.638 Euro.
Anders ausgedrückt: Ohne Studiengebühren könnten sich die Würdenträger der Hochschulen nur noch alle zwei Jahre einen neuen Mercedes leisten statt (wie bisher) jedes Jahr. Diesen Zustand kann niemand gutheißen. Vielleicht sollten die niedersächsischen Hochschulen mal höflich nachfragen, ob nicht vielleicht der ESM noch ein, zwei Milliärdchen…
Nicht? Na gut — war nur ein Vorschlag.

