Amazon verkaufe inzwischen, jedenfalls in den USA, mehr „E‑Books“ als richtige Bücher, schreibt Perun und lässt die Gelegenheit nicht ungenutzt, uns Bücherfreunde als rückständig hinzustellen, aber immerhin nicht nur die deutschen:
Wobei diese Mentalität nicht speziell auf Deutschland beschränkt ist. Ich würde eher sagen, das dies typisch für Kontinental-Europa ist: „kennen wir nicht, brauchen wir nicht“.
Perun geht hier aber von falschen Voraussetzungen aus. E‑Books (früher nannten wir so was schlicht PDF-Dateien) sind nicht der Nachfolger des Buches, sie sind eine Alternative, wie eben die CD auch eine Alternative zur Schallplatte ist und MP3 eine Alternative zu … nein, MP3 ist eigentlich gar keine Alternative. „Wie, du hörst noch Schallplatten?!“ rufen die hippen jungen Trendteens mit den albernen Knöpfen im Ohr, wo dann doch jeder einzelne Takt in immer noch ziemlich gruseliger Lautstärke nach draußen dröhnt. Wird bald auch der Ruf „Wie, du liest noch Bücher?“ ertönen?
Wägt man Pro und Kontra von Büchern und ihren digitalen Surrogaten gegeneinander ab, so geschieht dies immer subjektiv. Was mir an Büchern gefällt, kann dem nächsten Rezensenten schon zuwider sein. Daher kann und werde ich hier nur für mich sprechen.
Der oft gehörte Einwand, Bücher gehörten zu unserer Kultur, ist Humbug, Lesen und Schreiben gehören zu unserer Kultur wie auch die bekannten Werke Schillers, Lessings und wie sie alle hießen. Die Bibel wurde auch nicht zuerst als Buch gedruckt, dennoch ist sie noch immer ein zentraler Bestandteil dessen, was manche Personen als abendländische Kultur bezeichnen; anders gesagt: Die Darreichungsform eines literarischen Werkes ist quasi unbedeutend gemessen an seinem eigentlichen Inhalt.
„Ironie pur“ (meinten Sie: „pure Ironie“?) nennt es Perun, dass ausgerechnet viele EDV-Fachbuchverlage ihre Publikationen nicht in E‑Book-Form anbieten, und ich schätze, er betont das Wort versehentlich auf „EDV“, dabei geht es doch vor allem um Bücher. Warum hat Perun eigentlich noch keinen Artikel geschrieben, in dem er sich darüber mokiert, dass Computern immer so viel Papierkram beiliegt?
Ein „Kindle“ – dieses merkwürdige elektronische Ersatzbuch von Amazon – ist, vereinfacht ausgedrückt, ein portabler PDF-Betrachter. (Die technischen Unterschiede zwischen PDF- und E‑Book-Dateien sind derart marginal, dass ich ihnen keinen gesonderten Absatz widmen möchte.) Der Vorteil dieses Gerätes ist es, dass man auch beim nächtlichen Zugfahren noch genug Beleuchtung bekommt, um sich ohne Ermüdung dem jeweils gerade geladenen Buch zu widmen. Dem gegenüber stehen ein, gemessen an einer Buchseite, kleiner Bildschirm mit teilweise winziger Schrift und der auf lange Sicht doch immense Bedarf an elektrischem Strom.
Es ist schön, dass gerade junge Leute sich mit dem Erfolg des „Kindle“-Gerätes bemüßigt fühlen, wieder mehr Bücher zu lesen, und sei es halt nur die seichte „Twilight“-Reihe. Aber der alte Leitsatz, dass Bücher Kinder von der „Glotze“ weglocken sollen, findet hier keine Anwendung, denn ob das Kind nun chattet oder E‑Books liest, es sitzt vorm Bildschirm. (Andererseits gingen die Initiatoren des Leitsatzes von falschen Voraussetzungen aus, denn nicht jedes Buch ist eine bessere Wahl als jede Fernsehsendung oder jede Internetseite.)
Aber wie oben erwähnt sollte man die elektronischen Spielzeuge nicht als Ersatz, sondern als Alternative betrachten, denn beides hat einen sinnvollen Einsatzzweck. Sind E‑Books etwa für Reisen oder für Lesen bei nicht allzu erhellendem Tageslicht gut geeignet, so habe ich doch auch gern ein Buch im Schrank, das ich ansehen und anfassen kann; denn wirklich blättern kann man in diesen E‑Books nicht. Die Haptik eines Buches ist ähnlich der eines Tonträgers: Es steht das gleiche darin wie in den digitalen Pendants, aber letztendlich erwirbt man ein tatsächliches Produkt, nicht nur eine digitale Reproduktion davon oder gar nur eine „Nutzungslizenz“ (Apple-Nutzer kennen das).
Perun mutmaßt weiterhin:
Aber auch diesmal haben es die Verlage – ähnlich wie die Musikindustrie vor Jahren – in der Hand, entweder man passt sich an oder man geht unter.
Mitziehen oder in der Bedeutungslosigkeit verschwinden; das hat man einst auch von der MiniDisc gesagt, die eine Zeitlang das neue „kommende Ding“ in der tragbaren Musikwelt war und die Kassette endgültig ablösen sollte. Das aber übernahmen erst bespielbare CDs, dann die MP3-Spieler, und die MiniDisc – ging unter.
Irgendwas jedenfalls sagt mir, dass ich auch in zehn Jahren nicht vor leeren Regalen stehen werde, wenn ich in meiner Lieblingsbuchhandlung die Neuerscheinungen sichten möchte. Man muss, um es mal übertrieben auszudrücken, nicht jeden Modequatsch mitmachen, nur um nicht als uncool zu gelten.
Und so ein Buch kann uns auch keiner ungefragt weglöschen.


Zitat:
„Bücherfreunde als rückständig hinzustellen“
Wo habe ich das geschrieben? Bitte zeigen.
Oder meintest du folgenden Abschnitt:
„Viele Leute möchten sich nicht mit digitalen Büchern anfreunden und das ist deren gutes Recht.“
Zitat 2:
„sind nicht der Nachfolger des Buches, sie sind eine Alternative“
genau das habe ich beschrieben. Hier:
„Ich denke, dass es in Zukunft ein nebeneinander von digitalen und gedruckten Büchern geben wird. So ähnlich wie mit Theater, Radio, TV und Kino.“
Kann es sein dass du mein Artikel (bestenfalls) überflogen hast?
Nee, ich meinte: Du hast das mit dem Umstieg auf gedruckte Bücher verglichen. Aber es geht ja gerade nicht um einen Umstieg, sondern um eine Koexistenz. Und zwar nicht auf gleichem Niveau, denn „E‑Books“ haben eine bestimmte Marktlücke, nämlich „unterwegs lesen“. Bei Sonnenschein draußen kann das sogar auch schon schwierig werden…
Hi,
mit meinem Kindle kann ich in der Sonne mindestens genau so gut lesen wie mit einem gedruckten Buch. In meisten Fällen sogar besser, weil viele Bücher weiße Seiten haben und diese blenden in der Sonne. Kindle dagegen hat einen hell-grauen Hintergrund und die Schrift ist gestochen scharf. Und bei Kindle ist im Gegensatz zu iPad & Co. der Bildschirm bei Kindle matt.
Ja, das auch, aber die Suchfunktion ist auch ein Vorteil. Üblicherweise verfügen Romane über keinen Index und wenn ich z. B. suchen will auf welchen Stellen Gandalf vorkommt, dann habe ich bei einem gedruckten Buch ein Problem.
Das bezog ich lediglich auf den Widerstand bei den Leuten. Der Widerstand war ja, wenn ich in der Schule richtig aufgepasst habe relativ groß: „Teufelswerk“ und die Herrschenden sahen im Druck eine Gefahr.
Das es in 10–20 Jahren Bücher in gedruckter Form als „normale“ Ware geben wird, davon gehe ich aus. Wie es in 50–60 Jahren ausschaut kann ich dir nicht sagen.
Wer wie was liest ist mir persönlich relativ egal und meinen Bücherregal mit mehreren hundert Büchern werde ich auch nicht abschaffen. Mir gehen lediglich die Verlage mit ihrem rumgeeiere auf den Keks. E‑Books sind keine Gefahr für die Verlage sondern eine Chance, speziell bei zeitkritischen Titeln (was im IT-Bereich häufig vorkommt) und bei Titeln mit kleinen Auflagen.
Grüße
Das man bei Büchern nicht das nötige Licht hat stimmt so nicht, ich habe eine Minilampe die man hervorragend an ein Buch anklemmen kann, also habe ich da keine Einbusse. Ich habe lieber ein Buch in der Hand, egal ob unterwegs, oder zu Hause, oder im Garten unten. Mein Regal werde ich auch nicht aufgeben, nur weil es andere Medien gibt, wo man ein Buch in anderer Form bekommen kann. Bei mir hat auch noch keine weisse Seite in der Sonne geblendet, sind die meisten Bücher doch eher auf so nem beige gehalten. Liest sich prima in der Sonne. Ich setz mich aber eh nicht direkt in die Sonne, ergo egal.
Und die Schrift winzig oder der Bildschirm zu klein, um nicht ständig „blättern“ zu müssen, da hat man immerhin die Wahl…
Wer so was will, verwendet meist Lesezeichen…
Gebe zu, ist aber ein gutes Argument.
Die „Gefahr“ bei Kindles besteht ja eher in der Sache mit dem Datenschutz (hierzu siehe Link im Text) als darin, dass es „Teufelswerk“ wäre. Die Digitalisierung bringt eigentlich in jedem ihrer Auswüchse die gleichen Probleme mit sich.
Ich wette, Bücher gibt es dann noch, Kindles oder ähnliche Geräte jedoch nicht mehr. Wenn wir dann beide noch leben, können wir die Wette gern einlösen…
„MP3 ist keine Gefahr für die Musikindustrie“ ist etwa genau so eine Aussage. Sachlich richtig, aber halt Äpfel und Birnen verglichen. Bücher und E‑Books werden nie denselben Markt befüllen. Zum Glück…
Aber da sind wir uns immerhin einig.
du bist sooooo uncool
Volle Zustimmung!
Erinnert mich daran, dass ich eigentlich auch noch „Die Datenfresser“ weiterlesen wollte. Mist.
Du meinst „Surrogat“ und solche Fremdwörter? Ich habe ja hier inzwischen ein kleines „Lexikon“ für manche Fremdwörter eingebaut, werde ich gleich ergänzen… wenn welche rein sollen, einfach Bescheid geben.
Dabei habe ich nicht mal einen Bausparvertrag!
Hi,
darauf muss ich noch einmal kurz eingehen:
um auf dem Kindle PDFs gut lesen zu können muss man die vorher umwandeln, da die meisten PDFs für DIN-A4 entworfen wurden. Das Format von Kindle hat recht wenig mit PDF zu tun, da es auf HTML basiert. Zumindest empfiehlt Amazon bei der Erstellung von E‑Books auf HTML zu setzen.
Mein Kindle leuchtet nicht. Es ist genau so wie eine normale Buchseite. Man braucht externes Licht und Kindle verbraucht nur Strom, wenn man umblättert nachher ist diese „elektronische Tinte“ eingefroren. Eine Akkuladung reicht fürs Blättern von mehreren tausend Seiten. Oder meintest du die Kindle-App für die Smartphones?
Die Schrift kann man ändern, es gibt mehrere Zoomstufen und man kann das Dokument entweder längs oder quer lesen, die Schrift und die Abstände ändern.
wofür auch? um in deutschland ein haus zu bauen? pah, wenn dann gefälligst in norwegen oder in der schweiz >:(
Die Schweiz ist super.
Um Himmels Willen, da sind die Bildschirme ja noch winziger. Wer tut sich das an?
(Interessehalber: Wie viele cm hat denn so ein Kindle-Bildschirm?)
Und ich wette das es dann Kindles in der was weiss ich wievielten Generation geben wird. Genau wie es die Schallplatte jetzt noch gibt. Okay, die Kassette und VHS haben ausgedient, aber das wird da eher nicht passieren. Und da ich nur wette wenn ich mir recht sicher bin, wie du weist, erinnere ich dich dann in 50 Jahren.
So eine Behauptung ist subjektiv. Ja. Selbstverständlich kann man das Thema objektiv abwägen, den Beweis trittst Du teilweise auch selbst an, auch wenn Du Dich hinter momentan nicht falsifizierbaren Zukunftsprognosen versteckst.
Meine persönliche Meinung in kurzer Kurzform – schliesslich ist das keine Umfrage – mir ist Wumpe, ob ich 7pt aufm Handy lese oder 14pt auf nem Holzbuch, das ganze digitale Geschwätz darüber geht mir am Allerwertesten vorbei.
Wenn du nur eine Hand frei hast, es leise sein muss und Licht nicht an ist … meine bessere Hälfte hat so stillend und Bücher lesend (manche Babys lassen sich lange Zeit) viel Zeit verbracht.
Ich glaube dabei hat sie so gute 6–7 Bücher gelesen. Klar, du kannst darauf keine Bildbänder betrachten, aber textlastige Bücher lassen sich hervorragend lesen. Ich habe das auch zuerst nicht geglaubt. habe dann Kindle-App auf iPod installiert und es klappt wunderbar. Und ein weiterer Vorteil ist das sich das ganze – Kindle-Apps und Kindle-Gerät – synchronisieren. Vergisst du mal Kindle zu Hause, dann kannst du unterwegs auf dem Smartphone weiter lesen und hast alles (Lesezeichen, Notizen, Lesestand) dabei.
Mein Kindle hat einen Bildschirm von 9,1 x 12,2 cm. Wenn dir das und die Zoomfunktion nicht ausreicht, kannst du auch noch die Anzahl der Wörter pro Zeile begrenzen..
Ich wüsste auch ehrlich nicht, welche Optionen ich anbieten sollte, so lange zu meinen Lesern keine Hellseher gehören …
Werde mir was ausdenken!
Bei (konkret) Kindle bin ich wegen des Datenschutzes aber noch arg unsicher, weshalb ich derzeit auch die App nicht installiert habe. Ich glaube nicht, dass ich damit einverstanden bin, dass der Buchhändler auf meinem (!) Gerät herumlöschen darf …
Hmm, danke für die Auskunft.
Ich halte es so:
Tageszeitung? Unnötig, dafür gibt es Google-News. Also das Schmierblatt HAZ gekündigt.
PC- und IT-Unterstützung über Zeitschriften und Bücher? Unnötig. Gibt es alles im Netz. Siehe z. B. http://dietmarjanowski.bplaced.net/wordpress/?page_id=7900
Also alle Abos gekündigt.
Nur jur. Fachbücher und Fachzeitschriften gibt es bei mir noch in Papierform. Denn selbstverständlich stellen wir unser erarbeitetes Wissen nicht generell kostenlos zur Verfügung
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die elektronische Informationsübermittlung die körperliche weitgehend abgelöst hat und weiter ablösen wird. Das Buch, das berühmte, angeblich so gute, ist eben schon längst keine Alternative mehr. Wozu auch? Die, die es noch nutzen, sterben langsam weg. Bis auf einige wenige ewig Gestrige…
Nachtrag: Kindle & Co. würde ich mir allerdings auch nicht kaufen.
hm. meine problematik zu digitalem literatur-konsum ist eine ganz andere. ich mag ja vielleicht am thema ganz leicht vorbei schlittern.
dennoch kam mir das gerade in den sinn. eigentlich mag ich das papier und gedrucktes. weil es schön ist, es im bett abends beseite zu legen
und es am nächsten abend im bett wieder zu finden und sich darauf zu freuen (oder auch getränke darüber zu verschütten). aber zurzeit
fehlt mir dafür die muße. und auch die innere ruhe. ich suche mir andere möglichkeiten, mir gedankliches gut anderer menschen zuführen
zu können. momentan ausgiebig durch hörbücher. ich kann z.b. auto-fahr-zeiten so prima nutzen. wer weiß im übrigen, was die menschen
in öffentlichen verkehrsmitteln so auf die ohren bekommen. muss ja nicht mal unbedingt uffz-uffz-uffz-mucke sein. auf die idee jemals
ein (kleines) digitales werkzeug zum lesen zu benutzen, bin ich allerdings noch nie gekommen.
Ich sehe das Ganze überwiegend aus der Sicht des Autoren. Meine bislang vier Bücher habe ich für Deutschland ausschließlich als Print-Ausgabe auf den Markt bringen lassen. Weil die deutschen / europäischen Verkaufszahlen für eBooks noch nciht so hoch sind, dass sich eine elektronische Variante meiner Bücher lohnen würde. Schließlich möchte ich an meinen Verkäufen auch etwas verdienen.
Andererseits wird gerade daran gearbeitet, den ersten Teil meiner Stories phonetisch aufzuarbeiten und sowohl auf CD, als auch online anzubieten. Hier sehe ich einen großen Markt. Ich selbst höre keine Hörbücher, mag jedoch zusätzlich mp3s auf meinem PC und die CD im Regal haben. Letztendlich geht es darum, als Künstler eine möglichst hohe Bandbreite mit dem geringsten Verlust anzubieten. Ich denke, in spätestens fünf Jahren gibt es meine Ergüsse als eBook.
Und irgendwann werde ich mir überlegen müssen, was ich mit all meinen Büchern in den Regalen mache. Und mit meinen LPs und Singles. Und den CDs und DVDs .…
Warum wirst du das müssen? Platzmangel?
Die Gefahr, dass einer von uns es noch erlebt, dass es keine funktionstüchtigen CD-Spieler oder Augen zum Bücherlesen mehr gibt, ist doch eher gering, denke ich. ;-)
Die Gründe sind so vielfältig wie die Entscheidungen unserer Politiker. Wohnung nicht mehr bezahlbar, Rente, Umzug wegen Arbeit, Änderung der Beziehungssituation, usw. usw.
All das ist kein Grund, seine Bücher wegzuwerfen.
Da würde ich nicht drauf wetten. Ich kenne in meinem persönlichen Bekanntenkreis kaum jemanden, der ein VHS-Abspielgerät hat (auch nicht aufm Dachboden…). Vor 10–15 Jahren war eher die Ausnahme, wer keins hatte.
Nur, dass CD-Spieler sich schon zwei Jahrzehnte lang ungebrochener Beliebtheit erfreuen.
Das unterscheidet sie von VHS signifikant genau wo?
VHS war nach zwanzig Jahren schon nicht mehr interessant.
Kann man sich schön subjektive Bälle jetzt hin- und herschieben. Meine letzte CD hab ich vor etwa 15 Jahren gekauft, ich hab mittlerweile (fast) alle meine CDs verschenkt oder weggeschmissen, die etwa 50 die ich noch habe, stehen aus reiner Sentimentalität noch im CD-Ständer (kriegs irgendwie nicht hin, den wegzuschmeissen und ohne CDs sähe der etwas – ääh – scheisse aus…)
Interessant? Mhh. Ist was anderes. Mir fehlt Haufen Mugge, die ich als CD nicht bekomme und als MP3 auch nicht. Schallplatten auch nicht, hinzu kommt, dass das was für Leute ist, die sonst kein Thema haben, wo sie anderen Leuten die Ohren blutig reden können…
Wo war ich? Ach, Bücher, ja, wenn ich alle meine derzeitigen und zukünftigen Bücher als PDF&Co hätte, dann wüsste ich auch nicht, was ich mit nem Holzmedium anfangen soll.
P.s.: nochwas und subjektiv zur CD, sollte in naher Zukunft SD-Karten oder ähnliches „neuer geiler Scheiss“ preislich unterhalb der CD kommen, dann dauerts nich lang, bis die tot sind. Die ganzen Bonbonkisten-besitzer zeigen btw auch schon, wie es sogar ohne (Kauf-)Datenträger geht, die bezahlen und laden ihren Kram im Netz. Die sind zwar komisch, aber so komisch, dass die alles nochmal auf CD brennen sind die wenigsten.
Welche „Mugge“, von vereinzeltem DigiBuy-Zeug (ich hab mir auch vor einer Weile mal ein einziges (!) Album gekauft, das es nur in Bitform gab) mal abgesehen, bekommst du denn nicht?
Klar, so tot wie die CD, als die MiniDisc aufkam. ;-)
Flashspeicher liegen bereits „unter der CD“, daher die Beliebtheit billiger MP3-Quäkkisten. Aber das ist eine völlig andere Technik.
Natürlich brennen die nix, Apple erlaubt das nämlich nicht. Gnihihi. Und natürlich könnte ich mein Musikarchiv auch digitalisieren und die CDs fortan zum Paketöffnen (geht super, neulich ausprobiert) oder als Bierdeckel verwenden, aber die Haptik geht flöten. Fass mal ein MP3-Album an, dann bekommst du einen Stromschlag und weiter nix. Ich kaufe auch weiterhin CDs und erfreue mich an den hübschen Booklets. (Ein Nachteil des Selbstbrennens übrigens.) Und sollte die CD jemals aussterben, kaufe ich halt wieder Schallplatten. Da sind die Booklets auch größer.
Zum Thema Bücher nochmals: Dass das Lesen auf Bildschirmen, und sei’s auf Papiersurrogatbildschirmen, auf lange Sicht auch nur ansatzweise so entspannend für Geist und Augen ist wie das Lesen in Totholzmedien, müsste mir erst mal wer belegen, bevor ich das glaube.
@tux,
du hast doch selbst zugegeben, dass du keinen richtigen E‑Book-Reader hast. Also kannst du das gar nicht wirklich wissen. Ich kanns dir sagen: es macht sogar mehr Spaß.
Ich habe übrigens auch seit vielen Jahren keinen CD-Player mehr und seit Amazon die MP3s anbietet kaufe ich nur diese … ab und an mache ich Backup auf DVD. Aber die Musik höre ich nur auf dem PC, MP3-Player oder auf dem Kindle. Die CD kann von der Haptik und den schönen Covern her nicht mit der Schallplatte mithalten.
Wie gesagt, beleg es mir.
Ich zweifle es nicht an, ich enthalte mich nur einer subjektiven Zustimmung ohne direkten Vergleich.
Natürlich ist die Schallplatte für uns oberflächliche Musikfreunde noch immer das überlegene Medium, aber so lange Plattenfirmen sich trotz der Rückkehr der Schallplatte nur im Ausnahmefall dazu durchringen können, eine LP-Version anzubieten, lohnt es sich noch nicht, allein deswegen seine CDs prophylaktisch zu entsorgen.
Neue CDs schmeiße ich auch grundsätzlich erst mal in die nächstbeste Stereoanlage. Der Soundchip (fraglos hörbar auf jeden Fall der Lautsprecher) in meinem derzeitigen Laptop ist ziemlicher Mist und für den mobilen Spieler habe ich nur Geduld, wenn ich unterwegs bin…
;-)
@tux,
da deine Aussage bzw. Behauptung zuerst da war bist du eigentlich am Zug es zu belegen. ;-)
Wie soll ich etwas belegen können, von dem ich meine, dass es nicht zutrifft?
was willsten jetz hören? Irgendne tote Band, die ihre Mugge nur auf Kassetten rausgebracht hat? Wird der Wahrheitsfindung nicht viel helfen. Obendrein gings mir *eigentlich* drum, dass ich keine CD brauch.
Wat? Du redest von €/MB ich rede von Album/Datenträger. Es gibt keinen Flash-kram, wo 700+-100MB billiger sind als ne CD. Oder?
Bier ÖFFNEN regelt, Bierdeckel ist ungefähr so lustig wie Schallplatten geil finden :p
Ja, ganz wichtig bei Musik, den Tonträger anfassen. Versteh schon. *koppkratz*
Was die Büchergeschichte betrifft; solang Du nicht weisst, wovon Du redest – äääh – naja weisst schon, ne…
Ich bin grundsätzlich an Musikgeschichte interessiert.
Wer irgendein physisches Objekt braucht, hat ein ernsthaftes Problem.
Das heißt, als Alternativen lässt du nur Datenträger gelten, die 650 bis 800 MB fassen?
Wie is’n der MB-Preis bei CDs so?
Bierdeckel sind toll, wenn es nicht gerade die Werbedinger aus der Kneipe sind.
Nicht den Tonträger, du Seppel. Aber guck mal das hier, zum Beispiel. an.
Du machst mir Angst, ich mag nicht glauben, dass Du lernfähig bist.
Meine Frage war uneindeutig?
~700MB für 10–25 Titel=CD-Preis. Ich kenn mich da nich so aus, warum steht oben – und zum nachrechnen bin ich wie Du auch zu faul..
Soll ich mir auf irgendwelchen Booklets einen runterholen? Versteh ich nich, ich bin da etwas konservativ; ich hör Musik und finde die geil, hörbar oder Scheisse.
Btw: /tuxproject.de/blog/2008/06/dear-john-letter-between-leaves-forestal/“ rel=„nofollow“ <- nofollow an sich is ja schon derb blöde, aber auf der eigenen Domain?
Bin ich nicht.
Offensichtlich.
Dann kann ich dir nicht so genau sagen, was wie viel billiger ist.
Betrachte sie als Kunstwerk. Andere finden gemalte Dosen ja auch super.
Es gibt Musik, die „hört“ man nicht einfach wie die 80er-Popschnulzen im Supermarktradio, sondern man taucht in sie ein und lässt sich mitreißen vom Strom der Gefühle. Da passt eine träumerische Gestaltung des Drumherums nun mal besser als eine sterile Plastikkiste mit schwarzer Schrift (Times New Roman?) auf weißem Grund. Das Auge hört mit. (Oder so.)
Keine Absicht; Standardverhalten von WordPress seit Version 1.5.
Mal aus Bibliothekssicht: E‑Books sind in wissenschaftlichen Bibliotheken inzwischen fast unverzichtbar; gerade die einfache Stichwortsuche sowie die Möglichkeit, mit wenigen Klicks Textpassagen als Zitate (möglichst als solche gekennzeichnet :-)) zu übernehmen, sind bei Studenten und Wissenschaftlern beliebt. Einige Veröffentlichungen gibt es zudem nur noch in elektronischen Versionen.
Auch die Nutzer öffentlicher Bibliotheken greifen gern auf E‑Books zu, allerdings sind die knappen Kassen kommunaler Haushalte und die selten einheitlichen und noch seltener einfach durchschaubaren Lizenzbedingungen Probleme, die öffentliche Bibliotheken nur durch Zusammenarbeit teilweise lösen konnten – in Niedersachsen z.B. über NBib24, dem sich knapp 60 Bibliotheken angeschlossen haben und das für alle Mitgliedsbibliotheken den Erwerb der entsprechenden Lizenzen regelt. Nicht lösen ließ sich das Problem des mangelnden Angebots, denn die meisten Verlage bieten ihre Bestseller nicht zum Ausleihen an.
Meinen E‑Book-Reader verwende ich meistens zum Lesen solcher Texte, die ich nicht dauerhaft bei mir haben möchte; Texte, die mir wichtig sind, nehme ich lieber als Buch.
Und zum Veralten von Ton‑, Daten- und sonstigen Informationsträgern: Vor etwa zehn Jahren habe ich mein Tonbandgerät verkauft, mit dem ich immer noch Musik hören konnte, die meine Eltern in den früher Sechzigern aufgenommen hatten. Das Ding war wie der sprichwörtliche russische Panzer: Einfach nicht totzukriegen. CD-Player habe ich schon einige verschlissen, und nicht alle CDs lassen sich auch noch fehlerfrei auf allen Geräten abspielen. Meinen VHS-Rekorder und diverse Cassetten habe ich ebenfalls noch, ebenso Audio-Cassetten und natürlich Schallplatten. Sicher ist es angenehm, wenn man beim Umzug nicht so viel zu schleppen hat und auch noch Platz sparen kann, aber so, wie ich hundert Jahre alte Bücher als wertvoll betrachte und nicht einfach verschrotte, nur weil die Texte auch beim Projekt Gutenberg zu finden sind, werfe ich auch meine Schallplatten nicht einfach auf den Müll, nur weil ich die Musik ja auch irgendwo runterladen könnte. Allerdings bin ich da auch sicher von meiner Bibliotheksarbeit geprägt, denn ich weiß, wie schwierig es sein kann, wenn ein bestimmter Text zwar noch vorhanden ist, aber beispielsweise nur auf Mikrofiche, während die Lesegeräte längst über den Jordan sind.
Der Unterschied zwischen Schallplatten und Büchern ist: Schallplatten sehen hervorragend an der Wand aus, und das Gefühl einer Nadel auf einer Platte hat was Beruhigendes. Bücher hingegen, nun… sind Bücher.
(Mikrofisch?)
Bücher sehen an der Wand doch auch klasse aus:
http://anonyme-bookoholiker.de/blog/wp-content/uploads/2014/03/rebelwalls_1.jpg
http://cooledeko.de/wp-content/uploads/2013/06/kreative‑b%C3%BCcher-aufbewahrung-idee‑h%C3%A4ngen-wand.jpg
http://img.archiexpo.de/images_ae/press-mg/teebooks-modulare-design-regal-wand-P168372.jpg
Oder auch als Wand:
http://anonyme-bookoholiker.de/blog/?p=2881
Das mit der Nadel gebe ich zu. Außerdem finde ich es toll, dabei zuzusehen wie Töne abgelesen werden – bei Audiocassetten und CDs geht das nicht und bei USB-Sticks und SD-Karten auch nicht. Bei Schallplatten kann man immerhin sehen, wie sich die Rillen verändern, das ist so schön plastisch.
Auf Mikroformen kann ich gut verzichten. Ich musste mal kontrollieren, ob Zeitungen aus dem 18. Jahrhundert komplett mikroverfilmt waren – wobei sich gefundene Lücken ja nicht einfach stopfen ließen, denn man konnte ja keine neuen Bilder in den Film mogeln, sondern musste komplett neue Rollen entwickeln lassen…
Zum Kindle noch der Hinweis, dass die Onleihe der öffentlichen Bibliotheken hiermit nicht unterstützt wird, denn EPUB kennt der Kindle nicht und mit PDF Dateien ist die Größeneinstellung der Texte gerade für ältere oder sehbehinderte Leser nur unkomfortabel möglich.