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Sub­li­me Text 2: Nicht bes­ser, son­dern anders

Auch über­zeug­te Vim-Nut­zer wie ich beschrän­ken sich ungern auf einen ein­zi­gen Edi­tor, denn es gibt immer wie­der Anwen­dungs­fäl­le, in denen ein zwei­ter Edi­tor gute Dien­ste lei­sten kann; sei es, um eine defek­te Vim-Kon­fi­gu­ra­ti­ons­da­tei zu kor­ri­gie­ren, sei es, weil man gera­de an einer schrot­ti­gen Tasta­tur sitzt und somit ein GUI für zum Her­um­klicken hilf­rei­cher ist als Vims Tasten­kür­zel, sei es aus Freu­de am Her­um­spie­len mit neu­er Soft­ware.

Die­sen Platz nahm bei mir bis­her Note­pad++ ein, das weit­hin als bester kosten­lo­ser Text­edi­tor für Win­dows-Syste­me gilt, aber abge­se­hen von sei­nem umfas­sen­den Funk­ti­ons­um­fang ein eher unauf­fäl­li­ges Pro­gramm ist, ohne Ecken und Kan­ten zwar, aber auch ohne visu­el­len Reiz. Auch bei uns Spar­ta­nern Puri­sten isst das Auge manch­mal mit, selbst dann, wenn es nicht ums Essen geht.

Dann stieß ich bei Nils auf die ersten Test­ver­sio­nen des por­ta­blen Edi­tors Sub­li­me Text 2 und bin inzwi­schen so begei­stert, dass Note­pad++, jah­re­lang treu­es Arbeits­tier, das Feld räu­men muss­te.

Dass eini­ge mei­ner Leser zwar mit Gän­gel­sy­ste­men wie Mac OS X oder Ubun­tu Linux arbei­ten (müs­sen), mei­ner Vor­lie­be für Vim aber bis­lang nichts abge­win­nen konn­ten, ist mir bekannt. Erfreu­li­cher­wei­se ist Sub­li­me Text außer unter Win­dows auch unter die­sen Syste­men ver­füg­bar. Im Fol­gen­den beschrän­ke ich mich den­noch der Ein­fach­heit hal­ber auf die Bedie­nung unter Win­dows.

Als erstes fällt dem Benut­zer ver­mut­lich die Bedien­ober­flä­che auf, die kom­plett anpass­bar ist. Ich bevor­zu­ge mini­ma­li­sti­sches Aus­se­hen ohne viel Schnick­schnack, da passt es gut, dass Sub­li­me Text mit einem Druck auf F11 wie vie­le aktu­el­le Web­brow­ser in den Voll­bild­mo­dus umge­schal­tet wer­den kann. Aber auch im Fen­ster­be­trieb ist Sub­li­me Text viel­sei­tig anpass­bar, ob es nur um das Aus­blen­den der Menü­lei­ste (mit Alt holt man sie wie­der zurück) oder um ein völ­lig ande­res Farb­sche­ma geht.

Auf die­sem Bild zu sehen sind unter ande­rem die Mög­lich­keit, meh­re­re Datei­en gleich­zei­tig (in Zei­len, Spal­ten oder als Git­ter) anzu­zei­gen, und die „Mini­map“, eine Art schnel­le Über­sicht dar­über, wo in der Datei man sich gera­de befin­det, am rech­ten Fen­ster­rand. Was optisch „fehlt“, ist die aus ande­ren Edi­to­ren bekann­te Mög­lich­keit, Code­blöcke ein­zu­klap­pen, aber da dies ohne­hin nor­ma­ler­wei­se nicht auto­ma­tisch geschieht, fällt die­ser Ver­lust nicht ins Gewicht, zumal man ihn mit einem Plug­in kom­pen­sie­ren kann. (Es exi­stiert auch eine Mög­lich­keit, für die Ein­füh­rung die­ser Funk­ti­on zu stim­men.) – Nach­trag: Mit Stand Juli 2012 ist das code fol­ding bereits seit eini­gen Mona­ten stan­dard­mä­ßig vor­han­den.

Apro­pos Plug­ins: Sub­li­me Text 2 ist in der Spra­che Python skript­bar, was den Edi­tor theo­re­tisch bei­na­he so mäch­tig und fle­xi­bel macht wie Vim. Eini­ge Plug­ins, dar­un­ter auch eine Vim-Emu­la­ti­on, sind im Sub­li­me-Text-Wiki beschrie­ben und her­un­ter­lad­bar. Dass Sub­li­me Text 2 neben­bei noch von Haus aus mit Com­pi­lern wie javac „reden“ kann, ist bei­na­he schon selbst­ver­ständ­lich, aber bei all dem Funk­ti­ons­um­fang fühlt sich das Pro­gramm oben­drein noch flink und flüs­sig an.

Ein Wer­muts­trop­fen bleibt: Sub­li­me Text ist Share­ware, eine Lizenz kostet der­zeit stol­ze 59 US-Dol­lar, also unge­fähr 40,75 Euro; Men­gen­ra­batt gibt es im Zeh­ner­pa­ket. Ent­wick­ler Jon Skin­ner betreibt jedoch eine kun­den­freund­li­che Lizenz­po­li­tik, die nicht lizen­zier­te Ver­si­on ist momen­tan („curr­ent­ly“) weder zeit­lich noch funk­tio­nal ein­ge­schränkt.

(Apro­pos hüb­sche Pro­gram­me: Unter Win­dows spie­le ich der­zeit twit­ternd mit MetroT­wit her­um. Ein wenig trä­ge, aber ein Augen­schmaus und oben­drein funk­ti­ons­reich.)

Senfecke:

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