Ein Internetphänomen, vor allem in den auch sonst nicht unbedingt für Musikgeschmack bekannten USA von Bedeutung, kreuzte in den letzten Tagen immer wieder meine Wege und ließ mich erschaudern. Die Rede ist von Rebecca Black, 13 Jahre alt, und ihrem “Lied” “Friday”, also “Freitag”. Zeitgenossen, die wie ich dem Musikfaschismus frönen, sollten sich auch in eigenem Interesse von diesem Link fernhalten.
Aber worum geht es überhaupt? Nun, die Wikipedia weiß mehr:
innen weniger Stunden stiegen die Zugriffszahlen auf über 100.000 und ARK Music erhielt Anfragen von Fernsehsendern nach dem Lied. Die Popularität von Friday stieg rasant, sodass es bis zum 1. April 2011 über 73 Millionen mal angesehen wurde. (…) Zwischenzeitlich wird das Lied als Klingelton angeboten, in den iTunes-Charts stand es auf Platz 13.
Textlich geht es, wie ich vor einem spontanen Anflug von Kopfweh erlesen konnte, darum, dass man beim Autofahren vorn und hinten sitzen kann, dass Freitage auf Donnerstage folgen und dass Rebeccas Clique an diesen Freitagen zwecks Feierns durch die Gegend gurkt.
Der mäßige Text wird mit einem mäßigen Gesang dargeboten, die dazu gehörende Melodie ist bestenfalls belanglos. Manche Hörer des Liedes kürten es gar zum schlechtesten Lied aller Zeiten, und wäre da nicht Chaccaron Maccarón, wäre dieser Titel vermutlich nur noch schwerlich antastbar. Das Erschreckende ist: Die junge Frau Black meinte das Lied ernst.
Obwohl ihre Mutter an der Qualität des Textes zweifelte, gab sie dem Willen ihrer Tochter nach.
Vielleicht bin ich auch nur nicht die Zielgruppe dieses Liedes, aber wer ist dann die Zielgruppe? Laut YouTube-Statistiken (“über 1,5 Millionen Mal negativ und knapp 200.000-mal positiv bewertet”) weiß die Zielgruppe das selbst nicht oder ist auch nur zu klein. Natürlich kann man über (Musik-)Geschmack nur schwerlich streiten, das möchte ich hier auch nicht unbedingt tun; bedenkt man aber, dass die deutsche Kindercombo “Rotznasen”, die augenscheinlich einen ähnlichen Altersdurchschnitt hatte, wenigstens Lieder mit einer message (“ich bin verliebt, ich bin verliebt in dich”) sang, bin ich doch geneigt, “Friday” Sinnlosigkeit zu attestieren. Zwar kann man mit den Noten, die dem Menschen zur Verfügung stehen, sozusagen unendlich viele Melodien erschaffen, aber musste das wirklich sein?
Makes tick tock, tick tock, wanna scream.


…dass man beim Autofahren unangeschnallt vorn und hinten sitzen und stehen kann.
Ich bewundere deine Willensstärke.
Ja, da wundert sich so mancher…selbst über Jahre hinweg.
Das ist nicht unbedingt positiv.
So war es auch gemeint
Ups!
Warum erschrocken? Das war nur eine ganz allgemeine Feststellung.
Mich fröstelt plötzlich.
Wie ich bereits an anderer Stelle anmerkte: Du genießt Welpenschutz. Papa tut Dir nichts.
Das sagst du jetzt…
Ah, geh’…
Welche AG ist gemeint?
Die Arbeitsgemeinschaft “tuxproject”.
Hm, ist ziemlich einsam hier in der AG.
Es gibt ja noch soziale Netzwerke.
Die vereinsamen noch mehr.