KaufbefehleMusikkritik
Jeavestone — 1+1=ok

Bere­its im Novem­ber 2010 erschien mit “1+1=ok” das dritte Stu­dioal­bum der mir bis dato unbekan­nten finnis­chen Pro­gres­sive-Rock-Band Jeave­stone und gefällt mir außeror­dentlich gut.

Das Album begin­nt (“Laser Fluxus Bom­bus Inter­rup­tus”, auf so etwas muss man auch erst ein­mal kom­men!) instru­men­tal und ließ mich bere­its in dieser Phase inter­essiert aufhorchen; als schließlich Sänger Jim Gold­worth, von dem ich nicht annehme, dass er wirk­lich so heißt, ein­drucksvoll die jew­eili­gen Texte dar­bot, während seine Mit­stre­it­er im Hin­ter­grund an ihren Instru­menten bril­lierten und in guter, alter Yes-Manier als Chor fungierten, wusste ich, dass ich dieses Album, wenn es schon aus selb­stver­ständlichen Grün­den nicht für die Hal­b­jahres­liste 2011 in Frage kommt, zumin­d­est nachträglich mit ein­er Würdi­gung auf dieser Seite ausze­ich­nen sollte.

Und eigentlich ist “1+1=ok” ja sog­ar mehrere Alben, denn was da an Ein­flüssen auf den Hör­er ein­pras­selt, ist berauschend. Je nach musikalis­ch­er Vorken­nt­nis und Präferenz hört man hier Peter Ham­mill, Yez­da Urfa oder die Boom­town Rats am Mikro­fon, während Cheer-Acci­dent, Mr. Bun­gle und ein biss­chen Frank Zap­pa (oder, je nach Laune, Frogg Café) Melo­di­en spie­len, die die Musik­er selb­st “Prog’n’Roll” nen­nen und damit eine eigentlich ganz gute Beschrei­bung hin­bekom­men. Ander­swo wit­tert man Nähe zu Sting, bricht sich aber einen am Gen­der­wahn ab (“Finn/inn/en”) und ist somit aus zwei Grün­den nicht gut zu lesen. Nicht umson­st hat es das Quin­tett auch schon auf das deutsche Freak­show-Fes­ti­val geschafft, auf dem sich son­st jene Musik­er zu tum­meln pfle­gen, die der typ­is­che CDU-Wäh­ler ver­mut­lich nur aus ethis­chen Grün­den nicht entartet zu nen­nen pflegt. (Die mir bei diesem The­ma spon­tan in den Sinn kom­menden Sleep­y­time Goril­la Muse­um wer­den sich übri­gens nach Absolvierung der drei let­zten Konz­erte auflösen. Schade!)

Apro­pos Gesang: Der Gesang dominiert zwar immer das Klang­bild, den­noch sollte man es nicht ver­säu­men, in den Momenten, in denen er gefäl­ligeren Lin­ien fol­gt, auf die Musik selb­st zu acht­en, denn Jeave­stone beherrschen den Kon­tra­punkt vortr­e­f­flich. Musik an sich zieht Par­al­le­len:

(…) der Über­gang in die lichteren, mehr Folk ori­en­tierten Teilen mit akustis­ch­er Gitarre und Flöte klingt schon stark nach Yes bzw. Gen­e­sis. (…) Die Band fräst sich mit den fol­gen­den Songs, von denen für eine so Progver­haftete Band untyp­is­cher­weise übri­gens keines die 6 Minuten Gren­ze knackt, durch die Geschichte des Progs von Yes über Van der Gra[a]f Gen­er­a­tor, ein wenig Pink Floyd und natür­lich darf auch niemals ein wenig von den Bea­t­les fehlen. Oft­mals erin­nern die Stücke ihrer Vielfalt aber vor allem in Ihrem Sound an deutsche Bands der Mittsiebziger wie Eloy, Snow­ball oder ähn­liche.

Ein gutes Album zum Hören!
Einige Kost­proben aus dem reich­halti­gen musikalis­chen Büfett kre­den­zen die Finnen auf MySpace.com.

Senfecke:

  1. Selt­sam, mir kam das Album ein wenig arg exper­i­mentell vor, wollte bei “CDU-Wäh­ler” eigentlich aus Jux auf dich ver­weisen, aber der Tweet von Mario Six­tus kam da ger­ade reinge­flat­tert.

    Immer­hin magst du die Sahara Surfers ja auch nicht.

  2. Als ich “CDU-Wäh­ler” gele­sen habe, hat­te ich, bevor ich den Link anklick­te, schon gedanklich die entsprechende, jet­zt allerd­ings über­flüs­sige Antwort for­muliert. Damit hast Du Dir Stress erspart.

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