Der leider etablierte Sender RTL berichtet über den zweiten Tag des PPTNDS10; Grund genug, noch ein paar Zeilen darob niederzuschreiben:
Es war noch recht ertragreich, alle Anträge wurden bis Sonntag kurz nach 16 Uhr umfassend behandelt. Die in der Nacht zwischen Sonnabend und Sonntag angeregte Verkürzung der Redezeit bzw., genauer gesagt, die Beschränkung der Rednerliste pro Antrag, um die traditionell ausufernden Diskussionen in einem gewissen Rahmen zu halten, mag ihren Teil dazu beigetragen haben, dass es beinahe gesittet zuging, auch, dass die für 15 Uhr angesetzte Pressekonferenz wegen aus Gründen nicht anwesender Presse entfiel. Aber was wäre die Piratenpartei ohne die ihr eigene Nonkonformität? Sie wäre überflüssig, meine ich.
Aufsehen erregte die bereits am späten Sonnabend beschlossene Forderung nach einer Reform der Drogenpolitik, die auf, hihi, breite Zustimmung stieß. Die Piratenpartei Niedersachsen ist nunmehr im Besitz nicht nur einer derzeit einzigartigen basisdemokratischen Struktur, sondern auch eines umfassenden Programms. An dieser Stelle auch nochmals ein Dank nebst Applaus (stellt ihn euch ggf. vor) und Chapeau an die Organisatoren und alle Anwesenden! (Ich hoffe, mit meiner teils minutiösen Berichterstattung via Twitter nicht allzu viele Abonnenten verschreckt zu haben.)
Heute indes trieb ich mich arbeitsbedingt in Halle, der seltsamen Stadt in einem Teil Deutschlands, über den man den Mantel des Schweigens selten schnell genug zu breiten vermag, herum. War mir in meiner Kindheit nicht bekannt, warum man jenen Teil auch “Dunkeldeutschland” nannte, so wurde es uns, die wir uns vielsagend ansahen, heute klar; Touristen in dieser Stadt erkennt man am Lächeln. Sicher trägt eine Stadt, deren Fassaden in einem hübschen einheitlichen Grau gefärbt sind, nicht zu einem heiteren Lebensstil ihrer Bewohner bei, aber auffällig war’s dann doch.
(Auch nicht gänzlich unamüsantes Detail: Die Bedienung in der Wirtschaft, in die wir einkehrten, war nicht überzeugt davon, dass wir das obligatorische “Ja” auf die Frage, ob es gemundet habe, ehrlich meinten. Vielleicht hätten wir nicht lächeln sollen; das macht in Halle offenbar keinen guten Eindruck.)
So blieb das Erfreulichste an der Reise dann auch, dass ich das Lied “Kids” von MGMT mal wieder im Radio hören konnte. Eigentlich ein hübsches Stück Musik (apropos hübsch). Control yourself, take only what you need from it. Wenn das nur immer so einfach wäre!



Ich hatte den Finger verdammt nahe am Abzug. Ich brachte es dann aber doch nicht übers Herz, Dich zumindest vorübergehend zu kicken. Halle a. d. Saale ist grauenvoll. Alles ist schön renoviert, aber keiner zieht rein, weil… keine Kohle. Ich habe auch in keiner anderen Stadt je so griesgrämige Menschen gesehen. Ich hatte schon überlegt, ob da all die Trolle herkommen, die jetzt keine Arbeit haben und ihren (zu Recht angestauten) Frust im Netz ablassen.
Na, Hannover ist auch nicht erfreulicher. Aber da wohnt auch keiner, nicht mal ein Griesgram.
Stimmt. Der fährt nach den Vorlesung zurück in den Ostblock.
..en
award für den schlechtesten Witze des Jahres: “breite Zustimmung”
Ich hoffe, den Ostblock bis auf weiteres wieder meiden zu können. Uah.
(Pah, ich fand ihn gut! Also den Witz, nicht den Ostblock.)
Man sagt ja auch: Das schönste an Halle ist die Autobahn nach Magdeburg,
In diesem Sinne… Grüße aus MD^^
So hätte ich das jetzt nicht formuliert… :p