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Empfohlen: Sommer ohne Kino.

Was blafaselt da der zuständi­ge RTL-Wer­be­heinz wieder in den Äther?

Der “RTL Kinosom­mer”, wahlweise auch “RTL Kino-Som­mer” und immer­hin bish­er nicht “RTL Kino Som­mer”, solle dem willfähri­gen Zuschauer beste Unter­hal­tung bieten, während es draußen heizt.

Nun sehen wir mal, was der “RTL Kinosom­mer” inklu­sive der bere­its gesende­ten Filme 2010 so span­nen­des zu bieten hat: Es sind, dies trompetet der Wer­be­film, “Amer­i­can Dreamz”, “Ich, du und der andere”, “Vielle­icht, vielle­icht auch nicht”, “Die Insel der Aben­teuer”, “Die Super Ex” und ähn­liche, soll heißen: im Durch­schnitt vier Jahre alte Mach­w­erke, gut abge­hangen, längst von allen Inter­essen­ten aus­re­ichend rezen­siert, auf DVD erwor­ben und auswendig gel­ernt, somit eben eigentlich, wie auch der gesamte Sender RTL, völ­lig über­flüs­sig; “ein Som­mer voller Lei­den­schaft” heißt das im Sender­jar­gon, nun, die Lei­den­schaft für’s Cineast­is­che dürfte wohl kaum gemeint sein.

Was dann natür­lich auch den “Kinosom­mer” erk­lärt. Die Lang­fas­sung lautet schätzungsweise so:

“Liebes RTL-Stamm­pub­likum, draußen ist so her­rlich­es Wet­ter, dass wir es für gut und richtig hal­ten, in den näch­sten Wochen statt abge­drosch­enen sog. ‘Comedy’-Unfugs mit den beliebten deutschen Komik­ern Cindy aus Marzahn und Mario Barth auch mal ver­mehrt Filme zu zeigen, die Sie eh schon ken­nen. Somit bieten wir Ihnen die Gele­gen­heit, Ihren arbeit­slosen Arsch mal von Ihrem ver­sifften Sofa ins Kino zu tra­gen, wo manch­mal Filme laufen, die noch nicht so schreck­lich abge­lutscht sind. Wir wün­schen Ihnen viel Vergnü­gen!”

Wie passend jeden­falls, dass die “Kinosommer”-Reihe 2009 einen Film mit einem sprechen­den Titel bein­hal­tete:
Dabei sein ist alles”.

Apro­pos “passend”, die Web­site Wik­iLeaks hat ja unlängst einige interne Infor­ma­tio­nen über den umgangssprach­lichen Krieg in Afghanistan pub­liziert. Mit­tler­weile hat das US-amerikanis­che Mil­itär jeman­den entsandt, dem eine schlaue Antwort darauf partout nicht ein­fall­en wollte, und so sagte er stattdessen, das Veröf­fentlichen der Dat­en gefährde das Leben von Sol­dat­en und Zivilis­ten, de fac­to habe der Grün­der von Wik­iLeaks Blut an den Hän­den; weil Sol­dat­en und Zivilis­ten in Afghanistan sich näm­lich seit 2001 schon nur gemütlich zum Kaf­fee tre­f­fen wollen, ohne irgendwelch­es Leben (bspw. das von Tal­iban) zu gefährden, so sieht das näm­lich aus. Und dann kommt so eine Inter­net­seite und behauptet frech, die Sol­dat­en hät­ten da eigentlich gar nichts ver­loren. Wenn das nur keine Ver­let­zten gibt! (via Fefe)

Beina­he ver­let­zt habe ich mich übri­gens auch beim eher zufäl­li­gen Lesen der Rezen­sio­nen zu Chelsea Cains Thrll… Thril… Span­nungs­buch “Gretchen”. Da ste­ht näm­lich:

“(…) Die psy­chol­o­gis­chen Spielchen in Gretchen lassen dem Leser die Haare zu Berge ste­hen.”
dpa (07.01.2010)

“Die psy­chis­chen Spielchen lassen dem Leser die Haare zu Berge ste­hen.”
Lübeck­er Nachricht­en (10.01.2010)

Ob das nun immer gut ist, ein Buch zu lesen, von dessen Inhalt einem die Haare zu Berge ste­hen, und wieso es offen­bar keinen Unter­schied zwis­chen psy­chis­chen und psy­chol­o­gis­chen Spielchen gibt, mag ein ver­siert­er­er Lit­er­aturkri­tik­er als ich beant­worten wollen. (Auch ein hüb­sches Spielchen eigentlich: Eigentlich harm­lose Begriffe mit “bizarre Spielchen” umfassen. “Bizarre Lesespielchen”, das klingt doch gle­ich viel hüb­sch­er.)