Wer 50 Prozent der Machtansprüche stelle, der müsse auch 50 Prozent der existenziellen Risiken tragen, weiß der MANNdat e.V. und hat damit natürlich völlig Recht. Mich überrascht nicht, dass die Wahlumfragen aussehen, wie sie nun mal aussehen. (Dass die Bösen den Sexismus zulasten der Männer einstellen werden, wenn sie mal die Möglichkeit dazu bekommen, halte ich übrigens für ausgeschlossen.)
Die Fünfprozenthürde, die uns allen „die Demokratie“ sichert, ist jedenfalls seit ihrer Einführung vor allem aus Humoristensicht Gold wert: Demnächst, so wird gemunkelt, erwische sie mit der SPD unter Umständen eine ihrer größten Fürsprecherinnen. Der Grund: 95 oder mehr Prozent der Wähler in Sachsen-Anhalt sind die Partei und ihre auf Plakate gestempelten Vortänzer schlicht leid. Man könnte – jenseits der Debatte darüber, ob man überhaupt noch die SPD in einem Landtag sehen wollen sollte – daraus etwas lernen, wenn man die SPD ist und Lust darauf hätte, den Großteil der Wahlberechtigten hinter sich zu versammeln, indem man zum Beispiel ausnahmsweise mal den Koalitionsgedanken in der Prioritätenliste noch hinter die Ermordung Rosa Luxemburgs einsortierte und mit Überzeugung das verträte, was unverbesserliche Optimisten „Arbeiterpolitik“ nennen (es wird sich doch bestimmt noch wenigstens eins der älteren SPD-Mitglieder an Arbeiter erinnern und kann davon erzählen?); oder man verlässt eben zum ersten Mal nach 1949 wieder ein paar Landtage, diesmal selbstverschuldeterweise, und lernt durch Schmerz.
Nur ohne Lernen.
Apropos Schmerz. Selbst die Kanzlerschaft Friedrich Merz’ lässt Raum für Jux (Archivversion):
Nach übereinstimmenden Medienberichten sagte der als Schnieder-Nachfolger vorgesehene CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler kurzfristig ab. Als Begründung führte er demnach mangelnde Erfahrung im Verkehrsbereich an.
Sollte der Bundeskanzler nicht also besser Finanzminister sein?
(Siehe auch: Postillon.)




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