Es ist Montag. Am vergangenen Wochenende war ich erstmals — in meinem Freundes- und auch weiter gefassten Bekanntenkreis kommt die bürgerliche Institution Ehe nicht oft vor — auf einem Polterabend eingeladen, dessen maßgebliche Attraktion es war, dass reichlich Geschirr zerschmissen (und zum Teil vorher, wie man hörte, eigens dafür gekauft) wurde, auf dass die zu Vermählenden selbiges später gemeinsam zusammenkehren mögen. Ich solle nicht so negativ denken, sprach eine Anwesende, der ich mein Unverständnis schilderte. Das sei halt romantisch. Genau so stelle ich mir Romantik vor: Jede Menge Scherben. (Zieht sich ja auch durch mein Leben, die Scherben als Ergebnis der Romantik. Erinnerungen, viele. Melancholie, die.)
Weiteres Neues aus der Welt des gedankenlosen Konsums: Der offensichtlich skrupellose Oberdruide des verzichtbaren Künstlerenteignungsunternehmens Spotify hat angekündigt, 600 Millionen Euro in ein deutsches Militärstartup zu investieren. Ich finde es folgerichtig, dass diejenigen, die bisher nur kleine Künstler sprichwörtlich bluten ließen, mit ihren Abonnementgebühren, die sie quasi als Schutzgeld für etwas zahlen, das zynisch „ihre Musik“ genannt wird, künftig auch richtiges Blut vergießen lassen, teile aber dennoch aus weit mehr als nur diesem einen Grund die Ansicht, ein Weggang von Spotify sei nicht die allerblödeste Entscheidung, die man, wenn man dort Kunde ist, momentan treffen kann. Jedoch halte ich inzwischen außerordentlich wenig von ungefragten Softwareempfehlungen (meine eigene ausgenommen), spreche hier deswegen auch keine aus und schreibe stattdessen: Ich wage die vorsichtige Annahme, dass die Hersteller der Schallplatten und Audioabspielgeräte, die ich kaufe und/oder besitze, eher nicht so viel von meinem Geld in das Meucheln anderer Menschen zu investieren willens sind.
(Gute Nachricht aus der EDV, quasi als Gegengewicht: Es gibt jetzt Werbeblocker für draußen.)
„FAZ“: „[D]ie Sowjetunion ging auch an ihren Militärausgaben zugrunde. Die Hoffnung ist, dass das auch künftig eher Putins Russland passiert als der Europäischen Union.“ Klingt für mich nach russischem Roulette. Nennt man das eigentlich noch so, „russisches Roulette“?
Folgerichtig: Erst mal etwas entspannende Schlagermusik zum Wochenbeginn.
Guten Morgen.





Natürlich nicht. Es heißt jetzt “Ukrainische Umdrehungen”. “Ukrainische Urne” geht auch. Wenn nichts mehr geht, dann passt da die Asche von uns allen rein.