Es ist Montag. “Wir” hätten schon größere Probleme als den Klimawandel bewältigt, postulierte ein umstrittener Rechtspopulist von der CDU, gefolgt von lautem Protest von so Leuten, dass das gar nicht stimme, weil es gar keine größeren Probleme geben könne. Ich persönlich würde den Holocaust und das einzig von der menschlichen Ausbreitung verursachte Artensterben — fast hätte es sogar die Pandabären erwischt! — schon für wenigstens ähnlich schlimm halten, aber ich bin auch keiner von so Leuten.
Schöner Satz aus dem Internet: “Beim Versuch, dumme Menschen zu beeindrucken, schreckt man meist die klugen Menschen ab.” Mehr muss man über zeitgenössische Parteipolitik eigentlich nicht mehr schreiben. Leider sind die Dummen oft auch die Lauten: Neues Feld im Unterdrückungsbingo sind die gemeinen patriarchalischen Videokonferenzsysteme, die weibliche Stimmen nicht so durchsetzungsstark klingen lassen wie männliche Stimmen, schreibt die “taz”; dasselbe Magazin freilich, das es sich selten nehmen lässt, die Unsinnigkeit der Einteilung in Männlein und Weiblein zu betonen. Kampferfahrene Altpiraten schmunzeln leise und füllen ihren Popcornvorrat noch mal auf.
In Teilen der USA — das sind die, deren Volk unironisch den Begriff “böse Wörter” (“bad words”) verwendet — scheinen Erstklässler für viel Geld unter anderem Wichsen zu lernen. Als Bürger eines Landes, das eindeutig zu viele Priester hat (immerhin stehen überall diese Bimmeltürme herum), hätte ich einen preiswerteren Vorschlag für die Erstklässler im Kopf, aber die Priesterdichte in den USA ist mir leider nicht geläufig. Ich war nie da, ich will auch nicht dahin. Die reden alle so komisch. — Apropos Religion und apropos Irre: In Berlin baut man gerade ein Gebetshaus für Christen, Muslime und Juden und geht tatsächlich davon aus, dass das zur Verständigung beitragen wird. Ich möchte nicht unbedingt unken, aber ein ähnliches Konzept ist in Jerusalem schon nicht sehr erfolgreich.
Gute Nachrichten aus dem Bundestag: Das Parlament ist sich zur Abwechslung mal wieder mehrheitlich einig; diejenigen, die (zum Beispiel aus finanziellen Gründen) keine Kinder haben, weshalb sie ohnehin schon zu denen mit der höchsten Abgabenlast gehören, müssen ab 2022 0,35 statt 0,25 Prozentpunkte Strafe zahlen. Das haben diese verdammten Kinderlosen jetzt von ihren gesparten Milliarden, nämlich!
Auch ohne Milliarden, dafür wenigstens wohlklingend: Samsara Blues Experiment.
Guten Morgen.


