Es ist Montag. In so Medien fetzen sich Grüne und SPD darum, ob Kritik an religiös motivierten Morden nun Pflicht oder Tabu der Linken — wer immer das wieder sein mag — sein sollten. Irritation wäre die falsche Emotion. Vielleicht sollte man so Medien einfach meiden. Dann ist auch mehr Zeit für schöne Dinge (Musik, Whisky, Pandabären).
Plakate der lästigen Firma Ströer könne man neuerdings einfach wegjammern, sobald man irgendwas an ihnen nicht möge, wird berichtet. Das finde ich gut, ich mag eigentlich gar kein Plakat. Danke, Firma Ströer! Ich melde mich beizeiten mit einer vollständigen Liste. — Die Grundversorgung informiert derweil, dass sterbende Bäume in diesem Jahr für mehr Geld als letztes Jahr das Wohnzimmer vollnadeln. Das sei ganz schrecklich, teilte man mir auf anderem Weg mit, und auch, dass man gar nicht religiös sein müsse, um einen so albernen Brauch zu übernehmen, denn so ein Nadelbaum sei ja eine schöne Dekoration im Innenraum. Warum man diese schöne Dekoration dann nur im Dezember haben wolle, blieb bis Redaktionsschluss (ich schreibe diese Texte ja meist bereits am Vorabend nieder) leider unbeantwortet.
Überraschend hat sich herausgestellt, dass ohne Kernkraft das Klima nicht zu retten ist. Es gäbe zwei offensichtliche Möglichkeiten, auf diese Nachricht zu reagieren; man wird, wie gewohnt, zu der populären und darum falschen zu greifen.
Bei Musik hingegen greifen die Deutschen neuerdings zur richtigen. Auch mal schön. Weil es aber wahrscheinlich ganz gut ist, nicht auch noch hier Die Ärzte vorgespielt zu bekommen, beginne ich die Woche lieber anders.
Guten Morgen.

