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Wenn schon Daten vorratsspeichern, dann wenigstens die falschen.

*speicher*Apro­pos „bescheuerte Poli­tikideen von früher“: Um dieser ver­dammten Kinder­pornografen endlich hab­haft zu wer­den, emp­fiehlt die CDU aber­mals, man solle sicher­heit­shal­ber die Dat­en aller Ein­wohn­er Deutsch­lands auf Vor­rat spe­ich­ern; sie kön­nten ja irgend­wann mal was anstellen und dann sei es zu spät.

Wer jet­zt annimmt, sie habe seit dem let­zten dies­bezüglichen Vorstoß nichts über EDV gel­ernt, der liegt erstaunlicher­weise daneben: Wie der Gen­er­alsekretär der Partei kor­rekt fest­stellt, find­et zwar nicht die Her­stel­lung, aber die Ver­bre­itung von Kinder­pornografie eher im „Dark­net“ als auf einem Mark­t­platz statt. Nun zeich­net sich „das Dark­net“ dadurch aus, dass man nicht nur eine geson­derte Zugangssoft­ware braucht, son­dern auch dadurch, dass die dort anfal­l­en­den Dat­en im Best­fall kein­er­lei Rückschlüsse auf die eigene Per­son zulassen. Die beliebte Zugangssoft­ware „Tor“ etwa funk­tion­iert so, dass man das Gesuch, eine Seite im „Dark­net“ aufzu­rufen, einem zufäl­li­gen Zugangsknoten mit­teilt, der es wiederum einem weit­eren mit­teilt, was ein paar­mal so weit­erge­ht, bis der let­zte Knoten schließlich die gewün­schte Web­site aufruft, die nur dessen IP-Adresse, aber nicht die desjeni­gen erfährt, der sie ursprünglich aufgerufen hat.

Entsprechend ist auch das Spe­ich­ern von Verbindungs­dat­en nicht zielführend: Der anfra­gende Nutzer sendet seine Anfrage ver­schlüs­selt an einen unverdächti­gen Rech­n­er irgend­wo auf der Welt, ein wahrschein­lich völ­lig Unbeteiligter sendet ihm eben­so ver­schlüs­selt die Dat­en zu. Die Vor­rats­daten­spe­icherung kön­nte hier allen­falls die Zahl der Nutzer solch­er Anonymisierungs­di­en­ste erfassen, darüber hin­aus wäre sie aber völ­lig wirkungs­los.

Fol­gerichtig fordert Paul Ziemi­ak:

Deshalb gilt: Unsere Ermit­tler brauchen zur Aufk­lärung von Kindesmiss­brauch die Möglichkeit der Vor­rats­daten­spe­icherung.

Ich per­sön­lich befür­worte schon lange, sicher­heit­shal­ber die CDU zu ver­bi­eten und ihre Mit­glieder einzus­per­ren. Sie hat zwar, anders als die SPD, noch nichts wirk­lich Schlimmes angestellt — aber sie kön­nte!