MusikkritikKaufbefehle
Kurzkritik: Farflung — 5

Das englis­che Wort “far-flung” bedeutet unge­fähr “bre­it­flächig”. Unter diesem sprechen­den Namen wurde 1992 in Los Ange­les eine Space­rock­band gegrün­det, die aktuell als Trio musiziert und 2016 mit “5” ihr aktuelles (nach mein­er Zäh­lung jedoch längst nicht mehr ihr fün­ftes) Stu­dioal­bum (Amazon.de, TIDAL) veröf­fentlichte.

Space­rock? Nehmen wir das mit den Gen­res mal lieber nicht so genau, denn was die Musik der drei Her­ren von Farflung aus­macht, ist nicht etwa der hun­dert­ste Auf­guss von Hawkwind’schem Spiel, son­dern es ist die gekon­nte Ein­flech­tung het­ero­gen­ster Stile in ein von jeden­falls mir bis­lang noch unge­hörtes musikalis­ches Rezept, aus dem Tanz­musik im besten Sinne ent­stand.

Farflung — Hive

Das auf “5” zu Hörende wird bei all sein­er Het­ero­gen­ität von flir­ren­den Klang­ef­fek­ten in Form gehal­ten, die Musik prescht zügel­los nach vorn und reißt dabei alles mit, was ihr im Weg liegt: Space­rock, Hardrock, Shoegaze, Amer­i­cana, in “Being Boiled” — hier mit beson­ders bemerkenswertem Bassspiel — darf es auch mal Doom sein. Das Repet­i­tiv-Hyp­no­tis­che auf “5” ist mehr als nur Mit­tel zum Zweck. Das Star-Wars-Wüs­ten­cover­bild ver­mag das Ohr nicht zu trü­gen.

Farflung — 044MPZ

Ich habe keine Ahnung, was die ein­schlägi­gen Medi­en momen­tan als passendes Album zum Cock­tail am Strand und/oder zum wilden Sitz­tanz emp­fiehlt. Gehört zu den üblichen Empfehlun­gen jedoch nicht “5”, so möchte ich es hier­mit zu diesen hinzuge­fügt wis­sen.

Dieser Beitrag enthält bezahlte Links zu Amazon.de. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.