Die Freiheit Deutschlands muss auch am Kaukasus verteidigt werden! Im Kampf gegen den Iwan, den verdammten Putin, ist also jedes Mittel recht und billig, sollte man meinen. Et ecce:
Heveling verdächtigt Moskau, die Meinungslage in Deutschland durch Hacker beeinflussen zu wollen. “Russland hat ein Interesse daran, unsere Gesellschaft zu spalten und zu verunsichern”, sagte der CDU-Politiker der “Passauer Neuen Presse”. “Die Gefahr ist groß.” (…) Im Kampf gegen “erfundene Nachrichten, Verschwörungstheorien, Hass und Hetze” werde die Koalition den rechtlichen Rahmen “konsequent ausschöpfen und bei Defiziten nachschärfen”, sagte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann in den Funke-Zeitungen.
Nun ist die Definition von “Hass” ja durchaus eine, über die es sich zu streiten kaum lohnt, zu emotional sind die Gemüter der Berufsbeleidigten jeglicher politischer und sonstwie gedanklicher Färbung aufgeladen, zu unerträglich der immergleiche #aufschrei der Verfechter des Rechts auf Selbstgerechtheit. Allein über “erfundene Nachrichten” und “Hetze” zu diskutieren mag ergiebig sein, denn ein Verbot der springerschen Quatschmedien nebst Einkerkerung der gefälligst verantwortlich zu Machenden täte der Gesellschaft allenfalls moralinsauer theoretisch, nicht aber evolutionär einen Abbruch.
Ach so, im freien Westen gilt Pressefreiheit und Staaten, die diese nicht für uneingeschränkt gültig halten, können sich nicht als freie Staaten begreifen? Da bin ich ja beruhigt, dann haben die Tagesthemen nichts zu befürchten:
In einem Kommentar in den Tagesthemen forderte die WDR-Chefredakteurin Sonia Mikich eine Selbstverpflichtung von Facebook und Co., gegen gefälschte Nachrichten vorzugehen. Es dürfe nicht sein, dass gefälschte Nachrichten mehr Verbreitung fänden als recherchierte. (…) Rechtlich gesehen verbreitete Mickich damit selbst Fake News, denn nach dem (eigentlich einfach zu recherchierenden) Art. 5 GG hat jeder das Grundrecht, “sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten”, worunter selbstverständlich auch der Stammtisch im Internet zählt.
Aber gut, Wahlbetrug durch den Russen wollen wir hier nicht. Nichts ist einem Russen wichtiger als dafür zu sorgen, dass hier die Richtigen gewinnen. Die Russenpartei Deutschlands vielleicht. Die meisten Fake-Nachrichten werden vom russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Zeit nach Feierabend zwischen 17 und 19 Uhr an seinem Schreibtisch im Kreml handschriftlich und unter heftigem Gekichere verfasst. Das ist die einzig logische Erklärung.
Putin ein Schnippchen schlagen. So und nicht anders. Alle Zeitungen zumachen, damit Putin sie nicht hacken lässt. Propaganda? Quatsch, Friedenssicherung! Wenn der Russe, schwer mit Tastaturen und Skimasken bewaffnet, wieder vor der Tür steht, werden wir der CDU noch dankbar sein.
Sofern wir davon überhaupt erfahren. Die Feindpresse ist tabu.

