Es ist Montag. Die Wetteraussichten sind angemessen trübe, weil es wieder einmal tief drinnen nagt, weil man sich montags ja dann doch immer so fühlt. Vermutlich ist es besser, es nicht zu bemerken, wenn man auch mal Glück hat, damit der Unterschied nicht so schrecklich auffällt. Emotional und nervlich am Ende mit drei Buchstaben: Ich. Es ist — ihr ahnt es — mitunter bedrückend, ich zu sein.
Die Flucht nach vorn — in die Nachrichten — ist also angesagt. Im Vereinigten Königreich und im Vatikan wird von der unterlegenen Minderheit im “Brexit”-Referendum angestrebt, das Referendum wiederholen zu lassen, weil die Mehrheit doof gewählt hat. Ich finde das nachahmenswert, mir gefällt die Wahl der Mehrheit in Deutschland nämlich auch nur äußerst selten. Was wissen die doofen Anderen schon von Politik? — Nur konsequent ist es da, dass Jean-Claude Juncker laut Medienberichten — die entsprechenden Medien möchten hier aufgrund des von ihnen unterstützten Leistungsschutzrechts nicht verlinkt werden — jetzt darauf drängt, den Euro in der EU zur Pflicht zu machen. Das haben die anderen Länder jetzt davon, nicht auch ausgetreten zu sein.
Mal was anderes: Seid ihr auch im Fußballfieber? Dann ist euch sicherlich entgangen, dass die Bundesregierung sich mal eben darauf verständigt hat, künftig auch eure Kinder überwachen zu lassen, wegen Terrors. Während ihr ins Ausland guckt, wird Schritt für Schritt euer Inland zerstört. Nationalelf erhält Motivationsschub, weil Betrunkener in Berlin Leinwand anbrüllt. Das erklärt einiges.
Genug der Lappalien. Es ist Zeit für etwas Musik.
Guten Morgen.


