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“… oder Essenswünschen”

Endlich tut mal ein­er was gegen den inter­na­tionalen Flugzeugter­ror­is­mus:

Die “Euro­pean Dig­i­tal Rights”-Initiative (EDRi) warnt davor, dass franzö­sis­chen P2P-Nutzern mit dem geplanten EU-Sam­mel­sys­tem für Flug­pas­sagier­dat­en Schwierigkeit­en dro­hen, wenn sie fliegen wollen. (…) Dem­nach kön­nten auch franzö­sis­che Nutzer, die ille­gal per File­shar­ing geschützte Inhalte aus dem Inter­net gesaugt haben, kün­ftig von Flü­gen aus­geschlossen oder zumin­d­est am Flughafen ver­schärft kon­trol­liert wer­den.

Ob man noch von “geschützten Inhal­ten” reden sollte, wenn sie offen im Netz herum­liegen, wage ich nicht juris­tisch zu beurteilen. Viel zu groß ist meine Erle­ichterung darüber, zu wis­sen, dass an Flughäfen kün­ftig keine gefährlichen eMule-Nutzer mehr unbe­hel­ligt herum­laufen dür­fen. Wie genau eine “ver­schärfte Kon­trolle” sich gegenüber den entwürdi­gen­den Abtas­tun­gen reg­ulär­er Flug­gäste auswirkt, kon­nte ich lei­der noch nicht her­aus­find­en. Vielle­icht bekom­men sie zusät­zlich eine Anal­sonde einge­führt, die nach geschmuggel­ten Daten­trägern mit MP3-Dateien sucht; aber wenn’s der Ter­rorab­wehr dient, bitteschön.

Wie eben auch (Her­vorhe­bung von mir):

Nach dem Richtlin­ien­vorschlag der EU-Kom­mis­sion sollen Pas­sen­ger Name Records (PNR) wie Namen, E‑Mail-Adressen, Telefon‑, Kon­ten- und Kred­itkarten­num­mern oder Essenswün­schen fünf Jahre auf­be­wahrt wer­den.

Wenn ein­er, der heute im Flugzeug einen Salat isst, in fünf Jahren jeman­den inner­halb der EU ermordet, wird diese Aufze­ich­nung bei der Iden­ti­fika­tion des Mörders helfen, nehme ich an. Warum sollte die EU-Kom­mis­sion denn son­st so einen Beschluss fassen wollen?

“Big Data” hat­te ich mir ja immer etwas anders vorgestellt.


Apro­pos Big Data: Jet­zt wollen sie auch noch unseren Whiskey überwachen! :aufsmaul: