Es ist Montag. Heute schon eine Vulva gewatcht? (Zum Glück haben wir die Rundfunkabgabe. Sonst müssten wir ja davon verschont bleiben.)
Die Nachrichten. Die „taz“ ist empört:
Doch heute ist „Nazi“ in manchen Kreisen kein Schimpfwort mehr.
Selbstverständlich, so kennen und mögen die Leser die „taz“, kann von einer damit verbundenen Reflexion keine Rede sein. Wenn aber selbst bis dahin überzeugte Mit-Linke früher oder später zu hören und/oder lesen bekommen, sie seien mindestens ein Nazi, wenn sie manche Dogmen hinterfragen, dann verliert dieses Wort nun mal an Schärfe. Für tatsächlich Rechtsradikale mit Hitlerfimmel scheint ein neues Wort notwendig zu sein, das alte hat als Vokabel ausgedient. Hat jemand Vorschläge?
(Vorwurfsvolle Blicke auch von mir nach Israel. Früher war das übrigens ebenfalls mal links. Heute wirft man dafür mit ausgedienten Vokabeln und hält sie für ein Argument.)
Gute Nachrichten (Allergikerwarnung: „n‑tv“): im Drogeriemarkt werden womöglich bald Herz-Kreislauf-Untersuchungen angeboten. Als Kassenpatient finde ich das vorbildlich. Ich freue mich darauf, dass der freie Markt entsprechend handeln wird. Blutdruckkontrolle im Media Markt. Hautkrebsscreening bei ALDI. Blinddarm-OP bei Edeka. So was halt. Die Krankenhäuser sind ja, erzählen so Studien, für den nicht privatversicherten Pöbel ohnehin eher ungern zu haben. Da kommt ja immer so wenig Geld raus.
Gern zu haben bin wiederum ich für: Musik.
Guten Morgen.



Es gibt eine Himmlerpimmelvokabel, die weit gebräuchlich ist, sogar bei Oms: feministische Außenpolitik, ein Menstruationszwang, Männer sollen auch mal bluten.
Die aktuelle Außenministerin blutet täglich.
Also „Menschewik“ klingt wie so eine Mischung aus „Mensch“ und „John Wick“, ist also zu cool.
„Kulakensohn“ ist für die große Blase der kollektivistischen Rechten (Höcke, z.B.) unpassend.
Aber „Antibolschewik“ sollte doch für Taz-Lesende so anschlussfähig sein wie Österreich vor (hörthört…) 88 Jahren.
„Hitlerist“ hatte ich noch erwogen, aber wenn eine stv. BTPr*In „Göring“ und ein ZDF-Chef „Himmler“ heißen und jeweils die Chance einer Namensänderung bei Eheschließung verstreichen ließen, wäre die Vokabel evtl. schnell ohne Aussagekraft.
Bliebe noch, den Beschluss der Kommunistischen Internationale anno 1924 umzusetzen, alle nationalen, also sich nicht Sowjetrussland unterstellenden, Sozialisten schlicht „Faschisten“ zu nennen.
Allerdings nicht „(Du) Fascho!“, weil wie will man das gendern, außerdem klingt das mittlerweile auch schon wie „(Och) Menno!“.