Es ist Montag. Hallo! Zufällig sah ich dieser Tage eine Werbung für ein Produkt namens „City Light“, das wohl aus beleuchteten Werbetafeln besteht. Alles, was man über den Zustand der Menschheit in unserer postindustriellen, postironischen und postmodernen Zeit wissen muss, ist in dieser Namenswahl zu finden.
Der üble Tötungskonzern Palantir, Vertragspartner von allerlei Unrechtsregimes, schreibt „Golem“, stelle am liebsten denjenigen Menschenschlag ein, der kein Problem damit hat, dass seine „Arbeit“ Menschen tötet. Mord ist ja immer leicht toleriert, wenn man nicht dort ist, wo er stattfindet. Das ist ein bisschen wie mit der Wehrpflicht: Je weiter man von der Front entfernt in seiner Villa haust, desto großartiger findet man die Vorstellung, dass die Jugend in einem Land, das man auf der Weltkarte nicht mal annähernd verorten könnte, in den Tod geschickt wird. Man ist ja nicht die Jugend. – „Palantir“ kommt vermutlich aus einer Indianersprache und heißt ebenfalls vermutlich so viel wie „Drecksäcke“. Vermutungen zum Namen unseres allerliebsten Ministers für Verteidigung stelle ich hier im Übrigen nicht an. (Mich überrascht immer weniger, dass die Volksvertretung sich bevorzugt im gepanzerten Fahrzeug unters Volk begibt. Mich überrascht ebenfalls immer weniger, was daraus folgt.)
Quasi zum selben Thema ein gelungenes Zitat zu Reinhard Mey, das 2014 aufgeschrieben wurde, mir jedoch neulich erst begegnet ist:
Dann weigerte er sich auch noch, in komplett übersteigerten Maß an Deutschland zu leiden. Vor allem war er zu sehr Mensch und hatte zu viel Verständnis.
Medienkritik: In der dieswöchigen Folge der „Anstalt“ wird sich fast eine Stunde lang im Wesentlichen über das Wahlprogramm der sachsen-anhaltinischen AfD ausgelassen. Nun kann man dessen Inhalt nebst Partei sicherlich begründbar irgendwie nicht gut finden, aber die Implikation, dass Wahlprogramme seit 1949 irgendeine Partei nach einer Wahl noch interessieren, ist witzig. Glauben die Menschen ohne jede Ironie (zugegeben: Agitation und Ironie – zwei unvereinbare Ziele), ausgerechnet die AfD wäre, soweit es ihre Wahlversprechen betrifft, die einzige ehrliche Partei? Wenn ja: warum?
Statt keiner Angst: Nur Mut.
Guten Morgen.




Dieses TAZ-Artikelchen ist eiine dieser altlinken, exlinken Beichten nach der Umerziehung aka ‚Selbstkkrirtik‘, die vermeidbar ist, wenn man erstens vor dem Schreiben nachdenkt und zweitens keinen Vordenkern nachschreibt. Vorteil auch: Es ginge gleich um Inhalt, Stringenz und Kontext statt um ‚Meinung‘.
Reinhard Mey ist nun ja auch nicht unbedingt der Musiker, der sich bei der Reflexion über linke Helden zuerst anbietet.
In der Tat. Nur wenige linke Helden der 1970er konnten sich eine Privatpilotenlizenz und ein eigenes Flugzeug leisten, um die Annahme einer grenzenlosen Freiheit über den Wolken persönlich zu überprüfen und in diesem Zusammenhang des weiteren zu eruieren, ob dort tatsächlich alle Ängste sowie Sorgen verborgen bleiben und sich Großes und Wichtiges plötzlich in Kleines und Nichtiges verwandelt.
PS.
Andreas Baader soll gerne Porsche gefahren sein. Aber wenigstens hat er die Dinger geklaut.