Es ist Montag. Eine der größeren europäischen microsoftarmen Alternativen zu Microsofts Nonsensplattform GitHub, Codeberg, gedenkt „KI“-Müll hostingbezogen auszusperren (englischsprachig, trotzdem). Die Natur heilt sich.
Apropos: Eine „KI“ habe im Web (!) Daten irgendwelcher Versicherter zusammengetragen, las ich vorgestern. Keines der berichterstattenden Medien fragte, warum diese Daten überhaupt auf einem Server außerhalb des Intranets herumlagen. Jedes hingegen fragte, wie man verhindern könne, dass sie gefunden werden können. Ich als der Versicherer uniVersa würde an dieser Stelle weniger über die Schlagzeilen als darüber nachdenken, was der von mir bezahlte Administrator eigentlich beruflich macht und ob ich für angemessene Bezahlung (war das das Problem?) keinen besseren finde, aber ich bin ja nicht der Versicherer uniVersa.
Offenlegung: Der Anonymes-VPN-Anbieter meines Vertrauens, Mullvad, hatte einen Vorfall, indem einer seiner Gründer Geld an eine blöde Partei gespendet hat. Nun verhält es sich so, dass ich eine Privatperson von dem ihr innewohnenden Vertragspartner unterscheiden kann und ich bei meinen Dienstmieten in der Regel die Frage, ob der Dienst mir von Nutzen ist, höher bewerte als die Frage, ob seine Chefs in ihrer Freizeit Eselchen häuten, obwohl ich Eselchen grundsätzlich sehr mag, ihre Häuter für schreckliche Menschen halte und gelegentlich selbst gern eines wäre, denn sie bekommen immerhin gratis Kost und Logis und keine Rechnungen mit der Post. Völlig folgerichtig mag ich unter Berücksichtigung des vorliegenden Kontextes (Kontext – auch so eine vergessene Kulturtechnik) den Ansatz von Mullvad, radical tolerance zu üben. Ein Dienst, der der Anonymisierung dienen will und soll, aber peinlich genau auf das private Treiben der Menschen achtet, hat seine einzige Aufgabe verfehlt. Ich persönlich hätte besagte Spende zwar weder getätigt noch, hätte der Spender mich vorher gefragt, befürwortet, aber ich bezahle Mullvad nicht dafür, dass sie politisch ein Zeichen setzen und/oder Haltung zeigen, sondern dafür, dass sie mir als Gegenleistung für die Herausrückung weniger Euro im Monat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Daten verschleiern. Alles Übrige ist kapitalistische Logik. Es gibt keine sozialen Unternehmen im Privatrecht. Sobald mal jemand einen nichtscheißen VPN-Dienst als e.V. rausbringt, bitte ich ansonsten um eine kurze Mitteilung per Kommentar, E‑Mail oder Höhlenmalerei.
Fast genau so alt wie Höhlenmalerei, klingt aber schöner: Musik.
Guten Morgen.




Ich dachte, dass dies einer der wenigen Blogs sei, der das Prinzip verstanden hat.
Politische Entscheidungen oder technische Strukturen zu hinterfragen ist komplex und benötigt differenziertes Denken.
Rumzuschreien, wenn einer Esel falsch gendert, häutet, eine andere Meinung als der Esel hat oder ganz andere Dinge mit diesem tut, ist dagegen super klar und super einfach und findet viele Mitschreier, sorry Mitschreienden.
VPN-Sicherheitssturktur hinterfragen vs Parteispende an eine Partei, die ich nicht mag.
Du siehst, dass VPN keine Chance hat.
Eben, eben. Aber es ist leichter, Zeter und Mordio zu rufen, wenn eine politische Entscheidung in einer technischen Struktur, die mich nicht betrifft, mir nicht gefällt. Stellvertreterbetroffenheit ist immer die einfachste.