Es ist Montag 2.0, denn letzte Woche war auch bereits ein Montag und das ist die einzig logische Fortführung. Selbst die dröge „FAZ“ hat inzwischen das Gezweinulle für sich entdeckt und schwärmt salbungsvoll von ihrem ETF-Sparplan 2.0. Eine Version 1.1 gab es nie und eine Version 3.0 wird es wahrscheinlich auch nie geben, es gibt immer nur 2.0. Wenn die Arschbrote von der elenden NATO demnächst dann also aus gewohnt affigen Gründen den nächsten Weltkrieg als ausgebrochen bezeichnen werden, dann wird das nicht der dritte Weltkrieg, sondern der Weltkrieg 2.0 sein. Denn den gab es ja noch nie, nur schnöde Weltkriege.
(Öfter mal neue Schimpfwörter erfinden. Das hält die Sprache lebendig.)
Apropos Arschbrote: Der fürs Pentagon zuständige US-Minister habe, wie man liest, zwecks Bekämpfung der „Infektion der politischen Korrektheit“ die Anzahl an im Militär offiziell zugelassenen Religionen von über 200 auf 31 (davon 22 christliche Glaubensgemeinschaften) gesenkt. Hihi. Diese Gottesstaaten immer. So rückständig. Wir im Westen hingegen schauen mit Nachsicht auf die edlen Wilden. Kolonialisierung lohnt sich da nicht mehr. Alles im Eimer.
Aus dem Panorama zum gleichen Thema: Die dpa berichtet, „ein Mann“ habe „in München mit einem Straßenschild auf Menschen vor einem Imbiss eingeschlagen“ und dabei irgendeinen religiösen Blödsinn gerufen. Typisch Politik und Polizei: Auf Messer zum Apfelschälen kontrollieren sie, aber Straßenschilder stellen sie dann griffbereit hin. Danke, Merkel.
(Es scheint eine außerordentlich dumme Idee zu sein, ein Bankkonto in Deutschland zu haben. Wenn London nur nicht so unpraktisch wäre! Was für eine wundervolle Stadt. Was für ein wundervolles Land. -)
Auch lehrreich: Woran erkennt man eine „KI“? Der Ins-Internet-Reinschreibkollege schreibt und fußnotet: unter anderem daran, dass sie weder zuzugeben bereit ist, was sie alles nicht kann, noch im eigentlichen Sinne Humor hat. Ich schreibe jetzt nicht, für welche Partei eine „KI“ also wahrscheinlich eine hervorragend qualifizierte Vorstandskandidatin wäre. Es ist Wahlkampf und da mache ich nicht mehr mit.
Über ausgerechnet Paul McCartney erfuhr ich (wie üblich) zu spät, dass er sich schon 2025 an einem künstlerisch lobenswerten Projekt namens „Is This What We Want?“ beteiligt hatte, das als Protest gegen die „KI“-„Musik“ konzipiert war und im Wesentlichen aus Studiogeräuschen bestand, um zu verdeutlichen, was passieren würde, würde „KI“ die Arbeit von Berufsmusikern vollends entwerten: sie hätten nämlich schlicht keinen Bock mehr. Zwar hätte ich persönlich außerordentlich wenige Einwände dagegen, wenn der ein oder andere Musiker keinen Bock mehr hätte, bin aber dennoch der Ansicht, dass das Anliegen unterstützenswert war, ist und bleibt. Wenn ihr also jemanden kennt, der „KI“-„Musik“ unter die Leute zu bringen versucht, gebt ihm bitte einen möglichst unhöflichen Kosenamen (z.B. „du Arschbrot“), bis er damit aufhört.
Dringend aufmerksamkeitsbedürftig: Musik von (und für) Menschen.
Guten Morgen.




Zumindest wissen wir jetzt, was Wissenschaftler so unter Slow Food verstehen. Da stellt sich doch die Frage, was die Lebensmitteltechnik aktuell so verwendet, die ja mit allen Rezepten der Welt, dank KI und den neuesten Substanzen ausgestattet ist. Freuen wir uns also schon auf den Allgäuer Ötzibock, 25000 Jahre alt und handgebraut.
Der Aufruf zu menschlicher Musik kommt etwas spät, da die ersten Charthits der KI bereits gezeigt haben, was tatsächlich passiert. Im Übrigen liegt für viele Musiker der Spaß in der Kreation. Dass man da KI als Hilfsmittel nutzt, um den Studioworkflow, das Mixing und Mastering zu überholen, damit man sich mehr auf die Kreation konzentrieren kann, könnte sich in einigen Fällen sogar positiv bemerkbar machen.
Bonus: Altstars sind ohnehin nicht betroffen. Bei ausschließlich trendgetriebenen Bürgerlichen (die eben noch Geld für Musik ausgeben) ist der Personenkult zwingend. Paule könnte auch „Alle meine Entchen“ neu rausbringen und die Leute kaufen das. Dumm wird das nur für nachwachsende Talente. Wenn die nicht auch Tiktokstar werden, sieht die niemand.
Ich habe tatsächlich gar kein Paule-Album im Schrank. War immer der am wenigsten interessante Beatle.
Für neue Schimpfwörter bin ich immer zu haben, also allerbesten Dank für das „Arschbrot“!
PS.
Ich meinerseits denk mir gelegentlich gern mal neue Sprichwörter aus, z.B. „In der Not schmeckt der Arsch auch ohne Brot“. (Falls nun etwa irgendwer an die flinke Zunge unseres amtierenden Kanzlers und das faltige Gesäß eines andern, womöglich noch größeren Regierers denken sollte, würde ich das selbstverständlich aufs Allerschärfste verurteilen.)
Aprops Musik in der KI – lange nichts mehr von Phil Collins gelesen.
Lange keinen Kommentatoren mehr Kommentarverbot erteilt.
Re: „und dabei unter anderem den Buddhismus gestrichen“ – ich lese in dem verlinkten Artikel (Kürzungen von mir) ‚…will allow … personnel to identify in their records as agnostic, Baha’i, Buddhist, …‘ – der Witz zündet nicht.
Jedoch jener, wie es im nächsten Satz weitergeht: ‚… humanism and atheism are among those that were removed from the list.‘
So nämlich!
Argh. Danke. Wird intransparent geändert.