Gareth Joswig, voller Sorge über die Datenschutzminderungssoftware von Palantir, menetekelt:
Niemand kann zu einhundert Prozent versichern, ob die US-Firma in die Software nicht doch ein Hintertürchen eingebaut hat. In Zeiten der globalen autoritären Wende auf die Einführung von Autokraten-Überwachungssoftware zu setzen, ist ein Riesenfehler.
Was mich ja jetzt hier schon interessiert, ist zweierlei: ob erstens eine Überwachungssoftware von einem anderen Hersteller weniger übel wäre, die Überwachung der Bürger betreffend, und wie überhaupt zweitens ein Hintertürchen in einer Software, die dem Zweck dient, den Datenschutz ihrer Opfer möglichst effizient zu mindern, aussehen soll. Wäre das dann nicht vielmehr ein Vordertürchen, gar ganz normaler Einsatzzweck?
(Und was sagt es eigentlich über wen aus, dass SPD und Grüne, deren Abgeordnete öffentlich verkünden [Archivversion], dass der Einsatz dieser Software abzulehnen sei, in einigen ihrer Landesregierungen überhaupt kein Problem darin sehen?)


Das sagt eben alles über die Farce nicht nur unserer Politik.
Das betrifft nicht nur die “böse Überwachungssoftware”, auch die Gute die jeder verwenden muss und wo die Überwachung überhaupt kein Thema sein soll, (kann) alles dem CIA übermitteln. Aber da gehört es zum Konzept.
“Soweit die Darstellung im offiziellen Schreiben des EU-Datenschutzbeauftragten. Aus unserer Sicht ist damit nichts gewonnen: Das Verfahren ist eingestellt, nichts muss sich ändern und die Details bleiben weiter unklar. Die Einschätzung folgt weitgehend den Angaben der Kommission, ohne erkennbare technische Gegenprüfung oder kritische Auseinandersetzung mit strukturellen Risiken. So entsteht der Eindruck, als sei das Datenschutzproblem rund um Microsoft 365 gelöst.”
“Im Kern bleibt vor allem unklar, wie belastbar die »EU Data Boundary« in der Praxis wirklich ist: Es fehlen technische Nachweise, unabhängige Kontrollen und rechtliche Garantien. Alles basiert auf Annahmen und Vertrauen – in ein US-Unternehmen, das Daten nach nationalem Recht auch außerhalb der EU offenlegen muss.”
https://www.kuketz-blog.de/kommentar-zur-eu-data-boundary-die-illusion-europaeischer-souveraenitaet-bei-der-eu-kommission/