Glaubt man den Nachrichten (es haben immer alle, abgesehen vom Wähler, die jeweilige Wahl gewonnen, es ist die immergleiche Choreographie mit immergleichem Schlussakkord), so ist dem Ansatz der selbsternannten demokratischen Parteien (fremdernannte demokratische Parteien heißen offenbar nicht immer so), der Unzufriedenheit ostdeutscher Wähler mit dem Stillstand der letzten drei Jahrzehnte nicht etwa mit einem besseren Politikangebot, sondern mit dem Tieferschaufeln des Grabens zwischen Diesen und Jenen zu begegnen, exakt derjenige Erfolg beschieden worden, den nahezu jeder Beobachter, dessen weiterer Lebenslauf nicht maßgeblich von guter oder wenigstens gut gemeinter Werbung für irgendeine ausgediente Politikidee abhängt, bereits geahnt hatte.
Man könnte jetzt etwas daraus lernen und wenigstens so tun, als hätte man Interesse am Wohlergehen derer, die man gemeinhin als weitgehend rückständiges Indigenenvolk betrachtet und sich dann wundert, dass sie deshalb tun, was sie tun, per maximaldemokratischem Votum unmissverständlich mitgeteilt haben, dass sie die Grabenschaufelei als für ihre Lebensqualität nicht förderlich halten. Oder, was ich für wahrscheinlicher halte, man füllt den Graben noch mit Wasser. Und Haien. Und zwar bewaffneten Haien. Aus Metall. Vielleicht geht das Böse ja weg, wenn man eine Mauer zwischen sich und ihm baut. Das hat schon mal funktioniert.


Es ist schon interessant, dass „Jeder“ sich für den Wahlausgang in Sachsen und Thüringen interessiert – inklusive Bedauern dass das offensichtliche Ergebnis auch wirklich eingetreten ist. Ob aus Ignoranz oder „weil das der Normalzustand sein sollte“, interessiere mich die Wahlen in den anderen Bundesländern eher peripher.
Ob nun BaWü mit seinen Grünen oder damals Hamburg mit Schwarz-Grün … sollen sie doch machen.
Ansonsten, schöner Text und passende Links. Als Betroffener ist man froh, wenn nicht weiter auf einen eingedroschen wird. Über jedes Fünkchen Verständnis ist man da heutzutage schon froh.
Verständnis scheint mir leichter als Verstand, wenn es um Politik geht.
Mehr miteinander „in echt“ reden würde einigen helfen. Nicht viele Menschen sind es gewohnt respektvoll über das Internet mit anderen zu interagieren.
Verstand ist tatsächlich so eine Sache, selbst bei mir selbst würde ich mir ein Schätzen dazu nicht trauen :-D.
Respekt muss man sich verdienen, aber ein Mindestmaß an „erst mal nachdenken“ ist sinnvoll. Vor allem in politischen Debatten.