KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Agi­ta­ti­on Free – Malesch

Agitation Free - MaleschLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Vor allem nicht über ver­gleichs­wei­se alte Musik aus Deutsch­land; Abhil­fe folgt: 1972, der „Kraut­rock“ stand in vol­ler Blü­te, ent­schlos­sen sich die fünf Musi­ker von Agi­ta­ti­on Free, einer unter ande­rem Namen ursprüng­lich 1966 gegrün­de­ten Grup­pe mit – wie der Name schon andeu­tet – Kom­mu­nar­den­hin­ter­grund, die sich zu die­sem Zeit­punkt bereits mehr­fach umbe­setzt hat­te, dazu, ihre auf Kon­zer­ten ins­be­son­de­re in Ägyp­ten gewon­ne­nen Ein­drücke von der Welt­mu­sik – fürch­ter­li­che Bezeich­nung auch – gemein­sam mit zwei Gast­mu­si­kern auf ihrem noch zu pro­du­zie­ren­den Debüt­al­bum abzu­bil­den. Es bekam den Namen „Malesch“ (Amazon.de, TIDAL), was eine immer­hin hin­rei­chend ange­mes­se­ne Tran­skrip­ti­on von „معليش“ (das ist, wie die Tran­skrip­ti­on, auch auf dem Titel­bild zu lesen) ist, das unge­fähr „Viel Glück!“ bedeu­tet (Quel­le: Inter­net). Kei­ne Ahnung, was die­ser Name jetzt wie­der soll.

Ent­hal­ten ist das, was man­cher Leser die­ses Unpe­ri­odi­kums als „Kif­fer­mu­sik“ zu umschrei­ben pflegt, obwohl ich Kif­fen ableh­ne, die­ser Art von Beschal­lung jedoch recht zuge­tan bin: Psy­che­de­li­sche Rock­mu­sik fast ohne jeg­li­chen Text, dafür mit trance­för­dern­den Rhyth­men, zwei­fel­los nicht ganz ohne Ein­fluss ori­en­ta­li­scher Schla­ger (d.h. dor­ti­ger Musik­tra­di­tio­nen).

Malesch

Am Schluss des Albums, Bonus­stücke spä­te­rer Auf­la­gen aus­ge­nom­men, steht ein Zwei­mi­nü­ter namens „Rück­sturz“, der abrupt endet. Laten­te Dro­gen­re­fe­ren­zen lie­ßen sich 1972 – eini­ge der musi­ka­li­schen Weg­ge­fähr­ten lie­ßen sich zur glei­chen Zeit von Rolf-Ulrich Kai­ser zwangs­be­ne­beln – kaum ver­mei­den, die Absti­nen­ten unter den­je­ni­gen Künst­lern, die man auch heu­te noch kennt, dürf­ten leicht zu zäh­len sein; „Rück­sturz“ ist zumin­dest auf „Malesch“ aber die ein­zi­ge wirk­lich offen­sicht­li­che Anspie­lung auf einen trip bezie­hungs­wei­se des­sen Ende.

Macht ja nichts. Ist trotz­dem ganz gut gewor­den.

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