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Kurzkritik: Kluster - Eruption

Kluster - EruptionLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Die Rahmendaten: Kluster (Dieter Moebius, Hans-Joachim Roedelius und Conrad Schnitzler, zu einem Drittel noch musi­ka­lisch aktiv und zu zwei Dritteln tot) haben 1970 und 1971 ins­ge­samt drei Alben zusam­men raus­ge­bracht, bis Conrad Schnitzler - regel­mä­ßi­ge Leser erin­nern sich - zwecks Beginns einer Solokarriere aus­ge­stie­gen ist. Zuvor kam, aus Gründen von Conrad Schnitzler selbst finan­ziert und des­halb ursprüng­lich als des­sen Soloalbum „Schwarz“ im Handel zu fin­den, das letz­te Werk von Kluster her­aus (Folgealben tru­gen den Namen Cluster), das „Eruption“ (Amazon.de, TIDAL) heißt und eigent­lich gar kei­ne ist.

Die Aufnahmen zu „Eruption“ ent­stam­men dem letz­ten Konzert von Kluster, es han­delt sich also um ein Livealbum; jedoch, anders als heut­zu­ta­ge lei­der üblich, sind weder neben dem Takt klat­schen­de Deutsche noch über­flüs­si­ge Ansagen mit furcht­ba­rem Akzent zu hören. Was wür­de man bei zwei Stücken - bei­de namen­los - auch ansa­gen wol­len? „Eruption“ ist im Übrigen das ein­zi­ge der drei Klusteralben, auf dem auf reli­giö­se Texte ver­zich­tet wird.

Kluster - Eruption (1971) FULL ALBUM

„Proto-Industrial“ nennt das Internet die­ses Album, aber selbst der han­dels­üb­li­che Industrial folgt oft rhyth­mi­schen Mustern (oder über­haupt Mustern). Die elek­tro­ni­sche Musik aus dem Berlin der frü­hen 1970er, nicht unbe­ein­druckt von den Krautrock spie­len­den Zeit- und Landesgenossen, aber hat­te an der­lei Gewöhnlichem kein Interesse. Was auf „Eruption“ an Rhythmus aber ver­meint­lich fehlt, ist dafür an Instrumenten (echt oder simu­liert) da: Keyboard, Gitarre, Cello, Flöte und eini­ges an Schlaginstrumenten sind aus­zu­ma­chen. Schade, dass das vor mei­ner Zeit war. Ich mag ja Konzerte, auf denen man nicht bloß einem Holzfällerhemdenträger dabei zugucken kann, wie er auf einem MacBook herumdrückt.

Nicht drücken soll­te man sich auch vor „Eruption“. Sicherlich ist das kein Album für die vor­ran­gi­gen Freunde von Drei-Minuten-Popliedchen, es bedarf Zeit und Aufmerksamkeit. Diese aber wer­den belohnt; so ist das ja oft in der Musik.

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