In den NachrichtenWirtschaft
Die Hoff­nung im Bahn­streik (2)

Heu­te strei­ken mal nicht die Lok­füh­rer der Bahn, son­dern, wie unter ande­rem der ADAC nicht ganz unei­gen­nüt­zig ange­kün­digt hat­te, die medi­al aus­schließ­lich dann, wenn die Gesell­schaft mal wie­der einen Nach­teil davon­tra­gen soll, auf­fal­len­den Gewerk­schaft­ler im öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr. Den­noch möch­te ich mei­nen Bei­trag von Dezem­ber 2018, in dem es um die dama­li­gen Streiks bei der Deut­schen Bahn ging, aus­zugs­wei­se zitie­ren: Ich möch­te…

(…) noch­mals anre­gen, bei der Digi­ta­li­sie­rung ver­stärkt dar­auf zu ach­ten, zuerst jene Arbeits­plät­ze mit Robo­tern zu beset­zen, die für die Auf­recht­erhal­tung von Infra­struk­tur not­wen­dig sind[.]

Was ich an die­ser Stel­le zu erwäh­nen ver­ges­sen hat­te, ist, dass Streiks (für die Jün­ge­ren, die das immer wie­der falsch benut­zen: das ist, wenn man nicht arbei­tet, obwohl man eigent­lich arbei­ten müss­te) als Druck­mit­tel auf die Arbeit­ge­ber viel­leicht in der Theo­rie eine gute Idee sind, nur stört es die Arbeitgeber, übli­cher­wei­se mit einem Auto aus­ge­stat­tet, nicht im Gering­sten, wenn die Bus­se und Stra­ßen­bah­nen nicht fah­ren. So gese­hen muss den Gewerk­schaf­ten, einst für die Rech­te der Arbeit­neh­mer ein­ste­hend, an die­ser Stel­le beschei­nigt wer­den, dass sie aus­ge­rech­net den­je­ni­gen kei­nen Scha­den zufü­gen, gegen die sie zu kämp­fen behaup­ten; mit­hin: die Arbeitneh­mer so lan­ge schä­di­gen, bis es die Chefs hin­rei­chend lang­weilt.

Und das kann dau­ern.

(sie­he auch (1), sie­he auch (2))

Senfecke:

  1. Was willst Du damit sagen? Jeder Streik hat direk­te Aus­wir­kun­gen auf die Kun­den, weil die Ware oder Dienst­lei­stung gar­nicht oder ver­spä­tet bekom­men. Und auch jeder Arbeit­ge­ber ist höchst­selbst davon zumin­dest direkt wenig betrof­fen. Es geht immer schlicht dar­um durch sin­ken­den Umsatz/Gewinn, den Arbeit­ge­ber zu Zuge­ständ­nis­sen zu zwin­gen.
    Mach Vor­schlä­ge, wie die Arbeit­neh­mer ihre Inter­es­sen bes­ser ver­tre­ten kön­nen.

      • Theo­re­tisch eine schö­ne Idee, wel­che aber für einen erheb­li­chen Teil der Arbeit­neh­mer nicht umsetz­bar ist. Denn bspw. gibt es zu wenig freie Stel­len.

          • Es gibt schon seit Jahr­zehn­ten Mas­sen­ar­beits­los­gi­keit. Aktu­ell: https://www.arbeitsagentur.de/presse/2020–39-der-arbeitsmarkt-im-august-2020
            Das liegt vor allem dar­an, dass es zu wenig offe­ne Stel­len gibt: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2903/umfrage/jahresdurchschnittswerte-des-bestands-an-offenen-arbeitsstellen/
            Es dürf­te also unmög­lich sein, für jeden strei­ken­den Lok­füh­rer eine ande­re Stel­le mit glei­chen bis bes­se­ren Kon­di­tio­nen zu fin­den.
            In mei­ner Eigen­schaft als gut ver­die­nen­der Lohn­steu­er­zah­ler emp­feh­le den betrof­fe­nen Bahn­kun­den, sich mit den Arbeit­neh­mern anstatt den Arbeit­ge­bern zu soli­da­ri­sie­ren. Da hat man lang­fri­stig mehr von.

              • Falsch. Ohne Arbeit­neh­mer wird kei­ne Arbeit ver­rich­tet und somit kei­ne Wert­schöp­fung betrie­ben. Daher ist der Arbeit­ge­ber von den Arbeit­neh­mern auch abhän­gig. Und fah­ren tut Dich, solan­ge das noch nicht auto­ma­ti­siert wur­de, ein Arbeit­neh­mer.

                • Eben: So lan­ge. Der Arbeit­neh­mer ist somit tech­nisch optio­nal, der Arbeit­ge­ber hin­ge­gen not­wen­dig. Womit wir wie­der bei mei­ner For­de­rung wären: Strei­ken­de Bus-/Bahn­fah­rer raus­wer­fen und das gespar­te Gehalt in die For­schung an auto­no­mem Fah­ren stecken.

                  • Und was geht dann, wenn die­je­ni­gen Arbeit­neh­mer strei­ken, wel­che das auto­no­me fah­ren ermög­li­chen?

                    • Nene. Spä­te­stens in gro­ßen Unter­neh­men gibt es Betriebs­rä­te, Ver­di, IGM etc. Da kön­nen dann die Infor­ma­ti­ker Seit an Seit mit den ande­ren fürs Bahn­fah­ren wei­ter­hin not­wen­di­gen Berufs­grup­pen ste­hen. Ein paar Leu­te müs­sen die Bah­nen schließ­lich auch phy­sisch war­ten.

  2. Ahso, von wegen Digi­ta­li­sie­ren der kri­ti­schen Infrastruktur…bin ich voll dafür. Muss man halt gucken, was man mit den gan­zen Arbeits­lo­sen macht.

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