Es ist Montag. In Berlin, teilte die „Berliner Morgenpost“ mit, wurden während fünftägiger Verkehrssicherheitstage Hunderte Fahrzeughalter als zu ungestüm festgestellt und entsprechend belangt. Die Kontrollen werden leider nicht bis Jahresende aufrechterhalten. Einmal im Jahr nicht über Fußgänger zu brettern muss ja auch reichen.
Eine bayrische Landtagsabgeordnete unterdrückt in mehreren Tweets das dritte Geschlecht, indem sie seine Existenz schlicht nicht akzeptiert. Typisch AfD Grüne! „Die Hälfte der Macht“ gehöre „den Frauen“, Ausrufezeichen. Nur wenig mehr als 40 Prozent ihrer Parteikollegen sind Frauen. Lassen wir das mit den Wahlen doch dann einfach ganz sein. Im Internet lernte ich dieser Tage den englischen Begriff eines insult bouquets, also eines Beleidigungsblumenstraußes. Ein Gentleman, wer sich das lieber nicht merkt. – Das witzige Petitionsportal „Campact“ findet, Politiker sollten weniger reisen und mehr Onlinekonferenzen abhalten. Das ist zwar – ungeachtet des Umstands, dass über dasselbe „Campact“ der so reduzierte CO2-Ausstoß über „Seenotrettung“ wieder reingeholt werden soll, wofür es vielleicht auch bessere Lösungen gibt – eine erst mal gute Idee, die aber am technischen Sachverstand der Beteiligten und am saumäßigen Internetzugang in Deutschland scheitern dürfte. Die Frage, warum immer noch sechs Ministerien in Bonn statt in Berlin sind, wäre trotzdem die interessantere. Natürlich stellt die keiner. Interessante Fragen stellt niemand. 2020 regt mich auf.
Schönes aus der Welt des Juristischen: Die Auffassung von Verlagen, „Plattformanbieter“ (etwa Google, Facebook und ich) seien gesetzlich dazu verpflichtet, Lizenzen für ihren Unsinn zu erwerben und ihn danach zu verlinken, wurde korrekterweise nicht geteilt. Da hätte ja mal jemand warnen können. Hat mal wieder keiner. Oder zumindest keiner, dem man zugehört hätte.
Lesenswert: Anmerkungen zur deutschen Erregungsgesellschaft. Hörenswert: Musik.
Guten Morgen.

