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Medi­en­kri­tik CXIII: Sex-Hacks mit acht per­fek­ten Augen­brau­en

Oh, was haben wir denn hier? Eine „JOY“! Das wird doch wie­der pein­lich.

JOY Dezember 2018

Ich emp­feh­le das Gesamt­bild – mit Text – ein­fach mal auf sich wir­ken zu las­sen. Wenn das noch nicht reicht, um gewal­ti­ge Kopf­schmer­zen zu bekom­men: Auf der Ankün­di­gung der „7 Aben­teu­er“ klebt außer­dem eine Bro­schü­re namens „Let’s get cosy!“ („Lasst uns wohn­lich wer­den!“), in denen dem kon­se­quent dümm­lich-juve­nil geduz­ten Leser „33 Deko-DIYs“ vor­ge­schla­gen wer­den, dar­un­ter eine „put­zi­ge Plätz­chen-Dose“.

Let's get cosy!

Ande­rer­seits: Was möch­te man auch von einem Maga­zin erwar­ten, des­sen Auf­ma­chung bis hin zur gro­tes­ken Preis­aus­zeich­nung (NUR EIN EURO! (und 99 Cent)) bereits wie ein ein­zi­ger Hil­fe­schrei wirkt?

Viel­leicht wird’s ja innen­drin bes­ser. Eini­ge Titel­the­men ver­spre­chen ja durch­aus gute Unter­hal­tung selbst für mich, obwohl sich Chef­re­dak­teu­rin Nadi­ne Nord­mann im Leit­ar­ti­kel („Edi­to­ri­al“), in dem sie unter ande­rem mit zu vie­len Voka­len mit­teilt, sie „liiii­ie­be“ Schnee, auch wei­ter­hin nur an lie­be Lese­rin­nen und nicht etwa fie­se Kom­men­ta­to­ren rich­tet. Das The­ma mit der „besten Woche mei­nes Lebens“ („Mon­tag ist zum Naschen da“ et al.) las­se ich trotz­dem weg. Ich möch­te ja nicht mit der Gewiss­heit noch älter wer­den, dass alle wei­te­ren Wochen schlech­ter sein wer­den.

Das Leit­the­ma die­ser Aus­ga­be von „JOY“ ist, so teilt man mir im „Making of“ mit, das Sel­ber­ma­chen. Das sei immer­hin „mega-ange­sagt“ und „nicht nur klas­si­sches Basteln und Deko­rie­ren“, son­dern „ein Lebens­ge­fühl“. Ich füh­le mich auch schon ganz selbst­ge­macht. Wie üblich – sofern man bei einem Gebil­de wie der „JOY“ von Üblich­keit reden kann – wer­den aber zunächst ein­mal Glücks­mo­men­te von Redak­ti­on und Lese­rin­nen auf­ge­reiht, unter ande­rem „gaaa­anz lan­ges“ Aus­schla­fen und einen Bow­lin­ga­bend „mit jeder Men­ge Lachen, Gos­sip und ganz viel Lie­be“. Ein Abend und ein Aus­schla­fen sind frei­lich eine sehr sport­li­che Aus­le­gung eines Moments, aber auf die Län­ge kommt es ja usw.

In den „Trends“ zu „Mode & Beau­ty“ erfah­re ich von Fabi­en­ne Clau­di­non und/oder Johan­na Hol­zer, dass ein T‑Shirt mit Brit­ney Spears vor­ne drauf jetzt ein „coo­les Must-Have“ ist.

Must-have Spears

Als mode­be­wuss­ter Jung­ge­fühl­ter hal­te ich umge­hend Aus­schau nach T‑Shirts mit Aqua- und/oder Tic-Tac-Toe-Auf­druck. Wenn schon schei­ße, dann wenig­stens pein­lich schei­ße. Das scheint mir sowie­so ganz im Sin­ne der Redak­ti­on der „JOY“ zu sein, die sich auch für Über­schrif­ten wie „Super Place to be“ nicht zu scha­de ist, wenn sie dar­über infor­miert, dass man beim Klo­pa­pier­kau­fen im Super­markt „Super-Pics“ von sich machen kann. Men­schen, die sich für über­mä­ßig empa­thisch hal­ten, könn­te die­ses Maga­zin easi­ly kurie­ren. Die ande­ren lesen ein­fach wei­ter, denn Ken Duken, dem „Hot­tie des Monats“ – ver­damm­ter Femi­nis­mus immer -, wer­den man­gels Hei­rats­aus­sich­ten (er sei lei­der „hap­pi­ly mar­ried“, ich füh­le mich inzwi­schen exce­e­din­gly exhau­sted) fünf lang­wei­li­ge Fra­gen gestellt, immer­hin aber mit einem eine Zwei­drit­tel­sei­te hohen Foto des lächeln­den „Frau­en­schwarms“ (ebd.). Ich bedau­re es zuse­hends weni­ger, von der Art Frau, an die sich die „JOY“ rich­tet, nicht als Schwarm wahr­ge­nom­men zu wer­den.

Nur schwer kann ich mir einen Kom­men­tar zur „Event“-Empfehlung ver­knei­fen, dass es auf dem Weih­nachts­markt auf der Frau­en­in­sel im Chiem­see Fisch­spe­zia­li­tä­ten gebe, die man „unbe­dingt pro­bie­ren“ sol­le, und auch mit den wei­te­ren Ver­an­stal­tungs- und Musik­tipps (unter ande­rem Max Gie­sin­ger mit sei­nem „zum Glück“ „neu­en Mit­sing-Mate­ri­al“) soll­te man ähn­lich umge­hen wie man­che Men­schen mit „Mein Kampf“ und sie nicht ohne kri­ti­sche Kom­men­ta­re auf die Mensch­heit los­las­sen. Apro­pos öde Leu­te: Titel­frau Jes­si­ca Alba, die ja sonst nur sel­ten mal die „JOY“ ziert (nur zwei von drei Aus­ga­ben oder so), kommt auch mal wie­der vor. Wer glaubt, es gin­ge jetzt end­lich mit ein biss­chen Inhalt los und das Schlimm­ste sei über­stan­den, dem sei die Emp­feh­lung zum „gro­ßen Fami­li­en­tag“ (von Redak­teu­rin Lau­ra Bur­de auf den 12. Novem­ber datiert – scha­de) aus­zugs­wei­se vor­ge­legt: „Wir (…) hören den Geschich­ten von Opa zu, gehen mit der Sista (sic!) ins Kino und hel­fen Papa im Gar­ten. Was gibt es Schö­ne­res als Qua­li­ty Time mit der Fami­ly?“ Die „JOY“ hat (ein­schließ­lich Rekla­me) über 160 Sei­ten und ich habe schon nach 33 kei­ne Lust mehr. Wie die Deut­schen damals. – Auf Sei­te 42 schwa­felt „Text­lei­tung Nel­ly“ („31 Jah­re“, „redet gern viel vor Auf­re­gung“) zwei eng bedruck­te Spal­ten lang über „das per­fek­te Date“, nur um am Ende zu dem Schluss zu kom­men, dass man Lie­be nicht pla­nen kann. Ich ahne, war­um sie es über­haupt ver­sucht hat.

Direkt danach geht es end­lich zur Sache: Bebil­dert mit einem inein­an­der ver­schlun­ge­nen Pär­chen, das noch sei­ne Unter­wä­sche trägt, was ich mir beim Bum­sen eher stö­rend vor­stel­le, wer­den auf zwei Sei­ten „klei­ne Sex-Hacks“ mit „gro­ßer Wir­kung“ vor­ge­stellt. In einer Zeit, in der selbst der Cha­os Com­mu­ni­ca­ti­on Con­gress noch als „Hacker­kon­gress“ durch­geht, stel­le ich hin­sicht­lich der Wort­wahl lie­ber nicht zu vie­le Fra­gen. Als „Lust­ma­cher beim Vor­spiel“ wer­den unter ande­rem schlech­te Musik (Usher) und Mastur­ba­ti­on (denn das The­ma die­ser Aus­ga­be ist das Sel­ber­ma­chen) vor­ge­schla­gen, aber etwas zu essen ist auch dabei:

LICK IT LIKE A…
… Was­ser­eis!

Hä? – Ach so, die Frau soll­te ero­tisch an einem Eis lecken. Das Eis in mei­ner Kind­heit hieß aller­dings Bum Bum und Ed von Schleck und war trotz­dem über­haupt nicht sexy, auch sonst fie­le mir gera­de kein Eis­ess­mo­ment ein, der mich mal erregt hät­te. Das ist jetzt blöd, soll­te wider Erwar­ten mal eine „JOY“-Leserin mit mir kopu­lie­ren wol­len: Total ver­kleb­tes Gesicht und ich habe noch nicht mal ange­fan­gen. Alter­na­tiv (oder zusätz­lich?) emp­fiehlt die „JOY“ das „Fut­tern“ (ebd.) von Fei­gen. Man soll­te nicht hung­rig einen Arti­kel schrei­ben, scheint mir.

Den Nach­tisch gibt es unter „Sex als Höhe­punkt“:

COCONUT KISSES
Kokos­öl ist nicht nur in der Küche viel­sei­tig ein­setz­bar, son­dern auch im Bett – als Gleit­gel-Ersatz. Es ist natür­lich, riecht gut, brennt nicht und schmeckt gut. ;-)

100 Gramm Kokos­öl haben übri­gens, weiß das Inter­net, 862 Kalo­rien. Das soll­te rei­chen, um kei­ne wei­te­ren merk­wür­di­gen Ideen anzu­re­gen. Krea­tiv ist Redak­teu­rin Jan­nah Fischer, eine alte Bekann­te in die­ser Rubrik, bei XING aber trotz­dem noch als „Jour­na­li­sten­schü­le­rin“ aus­ge­wie­sen, dar­über hin­aus aber anschei­nend nicht: Von den neun wei­te­ren Hacks eig­net sich nur einer nicht dazu, das öde Unten­lie­gen ange­neh­mer zu gestal­ten. Für einen nahe­zu per­fekt gestal­te­ten Geschlechts­ver­kehr wird der jeweils ange­spro­che­nen Frau ins­ge­samt emp­foh­len, sich mit einem Kis­sen unter dem Hin­tern („Gut gepol­stert“), her­un­ter­hän­gen­dem Kopf („du Hir­ni“), vol­ler Bla­se („Verkneif’s dir“), mit Frisch­hal­te­fo­lie gefes­sel­ten Hän­den („Fri­sche Fes­seln“) und zusam­men­ge­press­ten Bei­nen („Bein­pres­se“) rei­tend („Hoppe-hoppe-Reiter(stellung)“) begat­ten zu las­sen, wäh­rend sie dem kokos­be­pe­nisten Mann, lang und tief atmend („Take a breath“), in die Augen schaut („All eyes on him“), ohne sich vor­her die Socken aus­zu­zie­hen („Sock it like it’s hot“, ich will hier raus). Ich stel­le mir das wit­zig vor, bezweif­le aber eine wenig­stens mit­tel­fri­stig ero­ti­sie­ren­de Wir­kung auf den Part­ner. Ich bin dank­bar dafür, dass das Elend wenig­stens nur zwei Text- und zwei Bild­sei­ten lang ist. Wofür ande­re Men­schen dank­bar sind, hat die­sel­be Jan­nah Fischer zum Fül­len der (inhalt­lich unin­ter­es­san­ten) Fol­ge­sei­ten wei­ter­hin „acht Leu­te gefragt“, davon sechs Jour­na­li­stin­nen und zwei Stu­den­ten. Ich möch­te kei­ne Mut­ma­ßun­gen dar­über anstel­len, wie viel Arbeit Jan­nah Fischer in das Auf­trei­ben die­ser „acht Leu­te“ womög­lich gesteckt hat, und ver­glei­che daher die Vor­na­men lie­ber nicht mit dem Impres­sum.

Flei­ßig war sie immer­hin, was die Mas­se angeht, denn auch der Fol­ge­ar­ti­kel „8 typi­sche Tin­der Ker­le“ – der Bin­de­strich kam in der Jour­na­li­sten­schu­le noch nicht dran – ist von ihr. Auf zwei Sei­ten wer­den acht jung wir­ken­de Her­ren, über­wie­gend mit Bart und so Haa­ren, unter den Über­schrif­ten „so erken­nen wir ihn“, „das will er“ und „wann wir uns mit ihm tref­fen soll­ten“ bewer­tet. Die Fotos stam­men aus­nahms­los von Ado­be Stock (5) und Shut­ter­stock (3), denn wer jeman­dem zei­gen will, wie typi­sche Ker­le aus­se­hen, der greift bekannt­lich immer gleich zu Daten­ban­ken mit pro­fes­sio­nel­len Foto­mo­del­len. Jan­nah Fischer stellt also den Tou­ri­sten, den GIF-Master, den Fuck­boy, den Bache­lor, die Klet­te, den Neu-auf-Tin­der-Typen (ach, da sind die Bin­de­stri­che abge­blie­ben!), den Roman­ti­ker und den Selbst­ver­lieb­ten vor. Ein Ren­dez­vous emp­fiehlt sie nur nicht mit dem Letzt­ge­nann­ten, mit den ande­ren sie­ben schließt sie ein Tech­tel­mech­tel nicht aus. Tauch­te sie in der Liste auf, fie­le sie wohl in die Kate­go­rie Fuck­girl. Ich mache die Regeln nicht!

Wäre es gemein von mir, wenn ich beson­ders dar­auf hin­wei­se, dass die Rubrik „Beau­ty“, über­wie­gend ein Pro­dukt­ka­ta­log für so Schmink­zeug, in Gän­ze von ande­ren Redak­teu­rin­nen befüllt wird? Ich weiß es nicht und las­se es des­halb sein. Zu mei­nem Bedau­ern wer­den in die­ser Rubrik auch die „per­fek­ten Augen­brau­en“ vor allem dadurch erreicht, dass man da irgend­wel­che Cremes, Gels und Pin­zet­ten rein­reibt bzw. ‑hängt, aber das soll man wenig­stens sel­ber machen, immer­hin. Wer Cremes ver­mei­den will, dem emp­fiehlt Jose­phi­ne Rath auf Sei­te 71 statt­des­sen „8 genia­le Tricks“ mit Kakao, den man statt in die Tas­se auch in die Haa­re, ins Gesicht, auf die Hän­de und den body kip­pen kann. Hmm, vor allem im Som­mer sicher­lich ein Hoch­ge­nuss. Wie zwei Sei­ten spä­ter zu lesen ist, hilft statt­des­sen mor­gens aber auch Kaf­fee im Gesicht. Ich wür­de den ja ein­fach trin­ken, ich Dum­mer­chen. Als Par­füm („Par­fum“) des Monats emp­fiehlt Maxi Baum­gärt­ner auf Sei­te 80 das neue „Joy by Dior“ von Dior, das zu all jenen pas­se, die „nach einem pas­sen­den Duft zu ihrer atem­be­rau­ben­den Per­sön­lich­keit suchen“. Ein Par­füm („Par­fum“), von dem man kei­ne Luft mehr bekommt, erscheint mir ange­sichts des bis­her Gele­se­nen tat­säch­lich als ein nur wenig zyni­scher Kauf­vor­schlag.

Wie üblich lässt danach die komö­di­an­ti­sche Qua­li­tät der „JOY“ ein wenig nach, vor allem der Mode­teil, in dem Kla­mot­ten vor­ge­stellt wer­den, für die man auf weni­ger anstän­di­gen Schu­len ver­prü­gelt wür­de, wie der US-ame­ri­ka­ni­sche Volks­mund klug bei­zu­tra­gen weiß, bleibt weit­ge­hend ereig­nis­los. Aller­dings wird auf Sei­te 100 ein Roll­kra­gen­pull­over mit Nip­peln als Klei­dung emp­foh­len. Das nen­ne ich mal ein schlau gemach­tes Pro­dukt­fo­to.

Hihi.

Nach besag­tem Mode­teil – erst auf Sei­te 125 – beginnt „Body“, wo es um „Schlank, schön, sexy: Traum­fi­gur-Geheim­nis­se“ geht, mit dem „JOY-SCHLAF-TRICK“, dass län­ger als vier Stun­den zu schla­fen even­tu­ell bes­ser für die Figur ist, und dem Hin­weis auf „Kalo­rien-Kil­ler“: „Eine Stun­de Shop­ping“ ver­bren­ne „ca. 170“ Kalo­rien, jeden­falls, wenn man Spaß dran hat (sonst wahr­schein­lich noch mehr, aber man bekommt wegen des Stres­ses schnel­ler wie­der Hun­ger). Erstaun­lich, dass man­che Frau­en dem­nach über­haupt noch sicht­bar sind. Obwohl ich mich von der fol­gen­den Über­schrift „Faul, aber sexy“ – Arti­kel von Jan­nah Fischer – durch­aus ange­spro­chen füh­le, geht es trotz­dem um ein work­out, bei dem fünf Minu­ten lang der Kör­per ange­strengt wer­den soll; wahr­schein­lich, um sich auf das Shop­ping oder den lang­wei­li­gen Kokos­sex vor­zu­be­rei­ten. – Immer­hin: Die sechs Übun­gen sind wirk­lich ins­ge­samt nur fünf Minu­ten lang. War­um kam das eigent­lich nie im Schul­sport dran? Auf Sei­te 130 darf Sele­na Gomez ihre fünf „Traum­fi­gur-Tricks“ vor­stel­len. Mit Trick 2 („Let’s cheat“, also „immer wie­der Cheat-Days“ ein­streu­en, an denen man sich voll­frisst) und Trick 4 („Haupt­sa­che, man fühlt sich wohl“) kann ich mich am ehe­sten anfreun­den. Ich zum Bei­spiel füh­le mich voll­ge­fres­sen woh­ler als nach dem Sport. Im anschlie­ßen­den „Kalo­rien­check“ wird emp­foh­len, man sol­le zugun­sten des Kreis­laufs auf die Fra­ge „Ein Sekt­chen?“, die ich so auch noch nie gehört habe, „immer“ mit „Her damit!“ ant­wor­ten, was ich inzwi­schen auch nach­füh­len kann. Nur bei der Legen­de ach­tet die diesmo­na­ti­ge Schnaps­exper­tin der Redak­ti­on, Lau­ra Bur­de, auf die Gesund­heit: Mit einem gel­ben Fra­ge­zei­chen wird Gin Tonic („ca. 90 kcal/100 ml“) als „mit­tel­schwer – lie­ber nicht kilo­wei­se fut­tern“ gekenn­zeich­net. Na gut, dann gibt es heu­te nur eine dün­ne Schei­be.

Apro­pos „Cheat-Days“: Die Redak­ti­on die­ser Aus­ga­be der „JOY“ ach­tet bei aller Freu­de an däm­li­chen Spra­chen dar­auf, „chea­ten“ und „fremd­ge­hen“ strikt von­ein­an­der zu tren­nen. Im Test „Wie oft darf ich chea­ten?“ („FINDE HERAUS, WIE OFT DU OHNE REUE SO RICHTIG REINHAUEN KANNST!“) geht es daher aus­schließ­lich um Ernäh­rung und nicht um Prü­ge­lei­en mit dem Herrn mit dem Koko­s­pe­nis. Die Delin­quen­tin hat bei der Auf­lö­sung eine Drit­tel­chan­ce auf jeweils einen die­ser drei Tipps:

Pro­bier bei Heiß­hun­ger mal einen Joghurt mit fri­schen Früch­ten oder eine Hand­voll Nüs­se. Je weni­ger du „sün­digst“, desto mehr wirst du dich auf dei­nen wöchent­li­chen Schlem­mer-Schmaus freu­en!

Oder:

Du musst kein schlech­tes Gewis­sen haben, wenn du mal über die Strän­ge geschla­gen hast: Um die Kalo­rien los­zu­wer­den, kannst du ein­fach eine Run­de spa­zie­ren gehen und süße Typen abchecken! ;-)

Oder:

Manch­mal denkst du fast etwas zu viel über Ernäh­rung und Kalo­rien nach. Das kann für dei­ne Leu­te recht anstren­gend sein. Zeig ihnen, dass du auch locker mit dem The­ma umge­hen kannst.

„Gönn dir mal was!“
„OK.“
„Nein, einen Joghurt!“
„OK?“
„Du ach­test viel zu sehr auf dei­ne Figur!“
„…“

Man muss sich „JOY“-Redakteurinnen als sehr unzu­frie­de­ne Men­schen vor­stel­len.

Aber es soll ja nie­mand anneh­men, sie wür­den nichts dage­gen tun: Unter „HAPPY LIFE“ („Alles, was uns glück­lich macht“) schrei­ben sie, was sie dage­gen tun, jeden Monat wie­der von ihrer eige­nen Zeit­schrift depri­miert zu wer­den. Von Sei­te 135 bis zur Sei­te 143 sind das dem­zu­fol­ge Backen und Kochen mit­samt des Ein­kaufs der nöti­gen Werk­zeu­ge, bis Sei­te 149 wer­den blö­de Geschen­ke (für „unse­ren Papa“ etwa eine sil­ber­ne Kame­ra­skulp­tur für 21 Euro – war­um stellt jemand Kame­ra­skulp­tu­ren her?) emp­foh­len. Genau das macht mich nicht glück­lich: Men­schen aus kalen­da­ri­schen Grün­den blö­de Din­ge zu schen­ken. Aber ich bin auch kei­ne „JOY“-Redakteurin, son­dern ver­gleichs­wei­se fas­sungs­los.

Hat man sich anschlie­ßend noch durch die Rei­se­emp­feh­lun­gen gekämpft und ist ent­spre­chend knapp bei Kas­se, haut Lau­ra Bur­de noch zwei Sei­ten „Spar-Tricks“ („GO GREEN! WENIGER AUSGEBEN & GUTES TUN“) raus, dar­un­ter den fol­gen­den:

Hur­ra, die Sai­son der Weih­nachts­märk­te hat begon­nen! Man­che locken bereits im Novem­ber mit Glüh­wein und Crê­pes. Mit Flix­Bus kom­men wir schon ab 1 € sicher und nach­hal­tig zu den schön­sten Weih­nachts­märk­ten in Deutsch­land (…).

Wenn Grün­ge­hen inzwi­schen im Kon­sens bedeu­tet, dass man im Fern­bus durch die Repu­blik eiert, um sich schlech­ten Fusel und zuck­ri­ge Schnell­nah­rung in den Schlund zu schmei­ßen, dann wer­de ich mich ab sofort einen grün­ver­siff­ten Hip­pie­as­ke­ten nen­nen, denn ich lege sowohl hin­sicht­lich des Umwelt­schut­zes als auch der Gesund­heit noch nach und blei­be anläss­lich eines Weih­nachts­markts meist zu Hau­se. Ich erwar­te trä­nen­rei­che Lob­prei­sun­gen ein­schlä­gi­ger Umwelt­or­ga­ni­sa­tio­nen.

Die Janu­ar­aus­ga­be der „JOY“ wird ab dem 7. Dezem­ber 2018 zu haben sein. Die­ser ver­damm­te Kli­ma­wan­del immer.

Senfecke:

    • Zum CCC kommt noch früh genug was. Die Vor­trä­ge die­ses Jahr regen mich schon wie­der auf und dabei sind sie noch nicht mal end­gül­tig. Ich kann so nicht arbei­ten. Anson­sten sind zwei Nazi­ver­glei­che bei der „JOY“ durch­aus eine okaye Quo­te, wie ich fin­de.

  1. Fazit: Es ist alles dabei, was die bla­sier­ten Klemm­schwu­len von der IT zum Wohl­füh­len brau­chen. Daher kommt wohl auch die Kri­tik aus der Ecke. Das Maga­zin ist wie ein Spie­gel­bild der deut­schen IT, inkl. dem kon­se­quent dümm­lich-juve­ni­len Rum­ge­du­ze. Die Tipps, Tricks und Trends kann man als Blau­pau­sen Ihrer Apps ver­ste­hen. Die Leit­the­men sind qua­si iden­tisch mit den Scrot­um Mee­tings (Scrum Mee­tings), die der Scrot­um Master ver­wal­tet. Was ist eigent­lich der Unter­schied zwi­schen dem Brit­ney Shirt und ’ner deut­schen APP?
    Zum Anzei­gen von Brit­ney sind kei­ne spe­zi­el­len Gra­fik­trei­ber nötig und um es anzu­zie­hen, musst Du es weder upda­ten, noch irgend­wel­che qt libs selbst modi­fi­zie­ren. So gese­hen eigent­lich ’ne gei­le Num­mer!

  2. Ich mag Wurst.

    Wenn Grün­ge­hen inzwi­schen im Kon­sens bedeu­tet, dass man im Fern­bus durch die Repu­blik eiert

    Frei­lich. „Go green“ bezieht sich auf Flix­bus. Die sind bekannt­lich grün.

  3. Ein(e) Joy-Leser*in ist eher men­tal unter­kom­plex unter­wegs aber vom Wert des guten Aussehens,das in einem gestyl­tes Home/Augenbrauen und bein­har­te Sex(hacks) manifestiert,überzeugt.…

  4. Ja i9ch weiss aber nicht alle die mitlesen,lesen alles bei Twit­ter mit.….
    Die­se Men­schen zu beglücken mit die­ser Per­le mei­ne Absicht es war!

  5. Das waren doch sicher mehr geschrie­be­ne als in der JOY gele­se­ne Wor­te, oder? Füh­le mich jeden­falls her­vor­ra­gend unter­hal­ten, dan­ke dafür!

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