In den NachrichtenNerdkrams
Wie Windows, nur teuer.

„heise online”, 2003:

Als erste deutsche Großstadt stellt München die rund 14.000 städtischen Computer von Windows auf Linux um. (…) Man sei künftig nicht mehr gebunden, wenn ein Hersteller sage, dass man auf eine neue Variante seiner Software umstellen müsse, hieß es. Die Entscheidung der Stadt war nötig geworden, weil Microsoft die technische Unterstützung für das bisherige Münchener System Windows NT auslaufen lässt.

„heise online”, 2018:

In der niedersächsischen Steuerverwaltung sollen die Arbeitsplatz-Computer von Linux zurück auf Microsoft migriert werden. (…) Ein Upgrade oder Wechsel des Linux-Systems wäre früher oder später nötig gewesen, da die eingesetzten Suse-Varianten von dem Hersteller offiziell nicht mehr mit Support unterstützt werden. Die rund 12.500 Rechner auch auf dem Desktop in der Open-Source-Welt zu halten, würde unter anderem neue Schulungskosten sowie möglicherweise den Austausch mancher Hardware einsparen.

Ob es das ist, was die jetzt natürlich aufgebrachten Kommentatoren in Blogs und Foren meinen, wenn sie sagen, Linux sei Windows inzwischen durchaus ebenbürtig?

Senfecke:

  1. 1. Klingt für mich eher nach politischen Gründen, als nach technischen. Siehe: „Ganz überraschend kommt das Vorhaben der Migration trotzdem nicht. So haben SPD und CDU in ihrem Koalitionsvertrag von 2017 bereits für die Steuerverwaltung festgehalten: “Wir werden den in Niedersachsen bislang Linux-basierten Verfahrensbetrieb aufgeben.” Zudem wurde der im Artikel angesprochene Niedersachsen-Client von dem Landesbetrieb IT.Niedersachsen (der der Landesregierung untersteht) explizit für MS Office und Windows entwickelt, obwohl Cross Plattform Entwicklung schon lange dank QT, Java, etc. eigentlich kein Problem/Mehraufwand mehr darstellen sollte. Warum wurde dies also nicht plattformübergreifend entwickelt?
    2. In dem Artikel wird nicht genau beschrieben, was jetzt an Linux selbst nicht funktioniert, wie es soll. Es wäre deutlich interessanter zu wissen, was die Leute, die täglich mit dem Zeug arbeiten (sowohl Admins, als auch Anwender), von dem eingesetzten Linux halten.
    3. Die setzen openSUSE 12.2 und 13.2 ein? Die sind doch schon lange eingestellt. Denen muss doch bei der Migration von Solaris auf Linux aufgefallen sein, dass openSUSE nach 1,5 Jahren diese Version einstellen wird. Diese Distro ist eher was für Privatanwender. Für Systeme, die möglichst lange auf einem Stand funktionieren sollen bieten sich eher Ubuntu LTS (die werden 5 Jahre unterstützt), eine eigene Distro, oder einer Kommerzielle wie SLE oder Redhat an.
    4. Einzig der Punkt, dass man möglichst ein homogenes System haben möchte und dass es schwierig ist eine IT zu warten, wo Windows und Linux aufeinander prallen, kann man erst einmal so stehen lassen (wobei ich gerne wissen würde, ob, wie und wie gut die Zuständigen das Problem zwischen den Welten bereits gelöst haben).
    5. Zu: „…wenn sie sagen, Linux sei Windows inzwischen durchaus ebenbürtig?” GNU/Linux steht Windows in fast nix nach. Es führt Programme aus, die der Benutzer installiert, bietet ein CLI und mehrere grafische Benutzeroberflächen und tut, wenns einmal läuft seinen Job. Es gibt nur ein Punkt, wo Linux noch hinterherhinkt: Die Benutzerfreundlichkeit vorallem beim Installieren von Programmen die nicht in den Standard Repos der Distro sind. Die verschiedenen Linux Distributionen (mit jeweils verschiedenen Paketmanagern und installierten lib Versionen) machen es schwer und zeitaufwendig, eine (proprietäre) Anwendung einfach auf einer x beliebigen Linux Maschine mit einer x beliebigen Linux Distri zu benutzen. Wobei es für dieses Problem mittlerweile auch schon Lösungen gibt (Appimage, Flatpak, Snap).

    • Und zu 5.: ob GNU nun das tollste Toolset ist, das man sich vorstellen kann, lässt reichlich Stoff für Spekulationen, aber ganz offensichtlich bietet Linux (ob nun GNU, musl oder Busybox) vor allem eins nicht – die notwendige Software.

  2. Man bräuchte eine Distro die mehr als 4 Jahre gepflegt wird. Suse kann das offensichtlich nicht, RHEL ist für größere Büchsen gedacht, Ubuntu LTS macht besagte 4 Jahre.
    Winblöd macht in der Regel 10 Jahre. XP war etwas länger, 7 wird 2020 abgekündigt. Selbst für W10 gibts eine LTS Version wenn man hartnäckig danach fragt. Es ist einfach nur doof wenn nach 2 Jahren Einführung für den Produktivbetrieb nur noch 2 Jahre bleiben weil einem danach der Unterbau weggezogen wird und man mit Anpassung/Schulung etc von vorne loslegen kann. Aber es scheint in der Linuxgemeinde wichtiger die neue Superdistro mir den absoluten bleeding-edges features rauszublasen als einfach nur einen stabilen Unterbau fürs Produktive zu bieten.
    Schade, schanz ferpasst.

  3. Bei der deutschen IT reicht es sowieso nicht mehr für etwas Vernünftiges. Die können nur Klickibunti und den Ärschen aus dem Silikontal haben sie schon mal gleich gar nichts entgegenzusetzen, außer dem Dildo aus dem heimischen 3D-Drucker. Für die nächsten Klugschießfone wird es noch reichen, für die Rente jedoch niemals.

:) 
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