In den NachrichtenWirtschaft
Von Vollbezahlung hat ja nie­mand etwas gesagt.

Im September steht die näch­ste Bundestagswahl an; Zeit also, schon ein­mal dar­über nach­zu­den­ken, wen es zu wäh­len gilt. Während die frü­he­ren Mitregenten „Die Grünen“ längst Spott und Schaden auf sich ver­ei­nen, ist die der­zei­ti­ge Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD pro­duk­tiv damit beschäf­tigt, poten­zi­el­len Wählern im Falle eines Wahlsieges Versprechen hin­sicht­lich der zu erwar­ten­den Politik zu machen. Wenn sie doch nur eine Gelegenheit gehabt hät­te, auch mal Dinge umzusetzen!

Während die SPD schon vor etwas län­ge­rer Zeit unter dem Beifall ihrer tra­di­tio­nell ver­gess­li­chen Anhänger mit­teil­te, wenn sie doch nur end­lich regie­ren dürf­te, wür­de sie die unmensch­li­che Sozialpolitik der SPD grund­le­gend revi­die­ren, nebel­te es aus CDU/CSU-Kreisen noch eher zurück­hal­tend, denn eini­gen konn­te man sich zwar dar­auf, wei­ter­hin inhu­man und sonst­wie grau­sam zu sein, nicht aber auf eine kon­kre­te Ausprägung. Der put­zi­ge CDU-Generalsekretär Peter Tauber ließ gestern - noch vor der Vorstellung des gemein­sa­men Wahlprogramms - zumin­dest den Hinweis fal­len, dass die­je­ni­gen, die meh­re­re schlecht bezahl­te Arbeitsplätze haben, halt eine anstän­di­ge Ausbildung hät­ten machen sol­len, denn dann hät­ten sie das Problem jetzt nicht, was er spä­ter revi­dier­te, indem er zumin­dest die Zahl, nicht aber die Existenz von schlecht bezahl­ten Arbeitsplätzen kri­ti­sier­te: „Mini-Jobs“ sei­en näm­lich „an sich gut“, sie betref­fen ja nie­man­den, der lie­ber in Vollzeit und anstän­dig bezahlt arbei­ten wür­de, nicht wahr?

Seit gestern Abend jeden­falls gibt es ein gemein­sa­mes Wahlprogramm („Regierungsprogramm“) von CDU und CSU, in dem mein spa­ßi­ges Lieblingskapitel die Überschrift „Gute Arbeit auch für mor­gen – Vollbeschäftigung für Deutschland“ trägt. Vollbeschäftigung kennt die Kanzlerin, ein Kind der DDR, noch von frü­her, als es in ihrer Heimat eine staat­lich ver­ord­ne­te Arbeitslosenzahl von 0 Prozent und ein Produktivitätsniveau von 40 Prozent gab. Das, frei­lich, ist nicht merk­lich anders als heu­te: Menschen, deren dau­er­haf­te Arbeitskraft dem Markt kei­nen Mehrwert bringt, wer­den statt­des­sen zu unpro­duk­ti­ver Arbeit über­re­det, die nur exi­stiert, um die Arbeitslosenzahl zu sen­ken. „Sozial ist, was Arbeit schafft“, heißt es im Programm, und um die all­zu plum­pe Provokation, dass somit auch NS- und Sowjetlager eine Folge erfolg­rei­cher Sozialpolitik gewe­sen sein müss­ten, zu ver­mei­den, mag mir der Hinweis genü­gen, dass mir zur Sozialpolitik der gegen­wär­ti­gen „gro­ßen Koalition“, die so viel Arbeit schafft, dass vie­le Leute sogar drei davon haben, so man­ches Adjektiv ein­fällt, „sozi­al“ aber nicht dar­un­ter ist.

Aus dem glei­chen Kapitel des Wahlprogramms:

Die Zahl der offe­nen Stellen wächst beständig.

Die von der „Union“ haben auch eine gewis­se Stelle offen, wie mir scheint.


Könnte man auch mal gele­sen haben: Obama war immer total höflich.

Senfecke:

  1. Die von der „Union“ haben auch eine gewis­se Stelle offen, wie mir scheint.

    Der Arsch kanns nich sein, dazu bräuch­te man einen.

  2. Joachim Ragnitz als Öchsperte, na da geht doch qua­li­ta­tiv noch was,
    Nostradamus könnt da ein­sprin­gen :lol:

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