Nach der Promotion erst mal in den Niedriglohnsektor, dann hilfsweise zum Ackerbau:
Der Herr im Jobcenter – mein „Arbeitsvermittler“ – schüttelt mir freundlich-abwartend die Hand. Möglicherweise ist er etwas nervös angesichts meines Doktortitels, den er auch sofort pflichtschuldig ausspricht (woran mir überhaupt nichts liegt). Er weiß, dass er mir außer Zwangsmaßnahmen, Callcenter und Saisonarbeit (Erdbeeren pflücken) nichts zu bieten hat.
Wenn der Bildungsstandort Deutschland schneller wächst als die Gehaltskassen auf dem Arbeitsmarkt Deutschland, ist es offensichtlich eher hinderlich, qualifiziert zu sein. Im Nachfolger des Arbeiter- und Bauernstaats mit dem real existierenden Studienproblem ist man Gleicher unter Gleichen.
Der Held im Erdbeerfeld ist selten der Sieger.
(via Schwerdtfegr)
