Wenn die Jessica-Alba-Dichte auf dem Titelbild von Frauenmagazinen abnimmt, bedeutet das nicht automatisch mehr Vielfalt: Unisono berichten die aktuellen Ausgaben von “Cosmopolitan” und “myself”, beides merkwürdige Heftchen für die Frau über Normalirre, über ein schier unglaubliches Phänomen, das die “Cosmopolitan” nur halbherzig hinter Schlüpfrigkeiten versteckt:
Des Rätsels Lösung ist übrigens: Cunnilingus. Man solle als Frau doch den Vibrator oder eine Hand bevorzugen, denn so ein Mann habe es, statistisch gesehen, nicht drauf. Moritz Pontani (!) fragt in derselben Ausgabe der “Cosmopolitan”:
Alle reden darüber, dass wir es bald mit Robotern, Avataren und Bluetooth-gesteuerten Dildos treiben. Was ist da dran?
Womit Moritz Pontani (!) es so treibt und inwiefern ein Dildo da involviert ist, habe ich mich lieber nicht getraut nachzulesen. Ich wollte auch eigentlich auf etwas ganz anderes hinaus, nämlich auf eine Frage, die das Titelblatt der “myself” (“Wir machen Frauen stark”), in der die Kolumnistin Constanze Kleis (57) bezeichnender fragt, ob man “den Mann” nach zwanzig Jahren Ehe “immer noch” lieben “müsse”, gleichermaßen thematisiert wie die schlimme “Cosmopolitan”:
“Wie wir ein Paar blieben, obwohl wir kein Kind bekamen”
Beziehungsweise (“Cosmopolitan”) eben:
Eine erfüllte Beziehung führen, auch ohne Kinder — das würden diese beiden Paare sofort unterschreiben.
Ich bin mir nicht ganz sicher, wann das klassische Bild von einer Beziehung ihren Sinn verloren hat, aber es mag manches erklären.
Abschließend wagen wir noch einen kurzen Blick in die gleichfalls aktuelle “OK!” (Titelthema: “Schlimmer Unfall!”, Titelbild: Sarah Lombardi; sagen wir es mal so: ja, das trifft es), die großspurig warnt:
Pah, uns gestählte Mannsbilder weiß so leicht nichts zu erschrec-
Wah!



