In den NachrichtenPolitik
Ernste Bedenken

Apropos Krieg (kal­ter); wisst ihr, wer sich über mili­tä­ri­sche Interventionen in Syrien ärgert? Richtig: die USA.

In Syrien habe sich, berich­tet man auf aus­ge­rech­net „SPIEGEL ONLINE“, Folgendes zugetragen:

Russland hat in der Nähe der syrisch-ira­ki­schen Grenze Rebellen attackiert. Doch bei den Luftangriffen der Kampfflugzeuge in der Nähe des Ortes Al-Tanf wur­den offen­bar Verbündete der USA bombardiert.

Es wird also wie­der ein­mal Angst vor dem Iwan und des­sen Bewaffnung geschürt, damit auch ja nie­mand auf die Idee kom­me, die mora­li­sche Abgrenzung sei künst­lich und medi­en­ge­macht. Da wird auf Menschen („Rebellen“, was in der Sprache des „SPIEGELs“ offen­sicht­lich „nicht ganz so lebens­wer­te Menschen“ bedeu­tet) geschos­sen und es flie­gen Bomben auf sie, was ja grund­sätz­lich anschei­nend nie­man­den der dort Stationierten aus dem Westen wirk­lich stört.

Was machen die Amerikaner eigent­lich in der Nähe der syrisch-ira­ki­schen Grenze? Na, das Gleiche, was sie schon zwecks mili­tä­ri­schen Aufbaus von Saddam Hussein und Osama bin Laden gemacht haben, bevor ihre Zöglinge ihnen plötz­lich untreu wurden:

Flugzeuge hät­ten in der Region am Donnerstag Kämpfer der Neuen Syrischen Armee beschos­sen, die von den USA und ihren Verbündeten in Jordanien aus­ge­bil­det werden.

Ach so: „Die USA und ihre Verbündeten“ - offen­sicht­lich nicht Russland - bil­den Terroristen („Milizen“) aus, um in einem frem­den Land ande­re Terroristen („Milizen“) zu bekämp­fen, und fin­den es nun unan­ge­mes­sen, dass im Zielgebiet geschos­sen wird? Nein, natür­lich nicht:

Ein Pentagonsprecher erklär­te, das Verteidigungsministerium wis­se von Berichten über Angriffe auf mode­ra­te Oppositionelle. (…) „Sollte die­se Aktion tat­säch­lich von den Russen aus­ge­führt wor­den sein, dann hät­ten wir ern­ste Bedenken“, sag­te er.

Keinerlei ern­ste Bedenken hat das US-ame­ri­ka­ni­sche Verteidigungsministerium beim Ausbilden von Terroristen und bei der Einmischung in frem­de Innenpolitik, ins­be­son­de­re dann nicht, wenn die USA die Folgen (u.a. Flüchtlingsansturm in Europa, unzäh­li­ge zivi­le Kollateralschäden und so wei­ter) nicht selbst tra­gen müs­sen. Ernste Bedenken gibt es aller­dings, wenn sich her­aus­stel­len soll­te, dass ein Land, das sei­tens des Westens mit aller­lei Falschmeldungen als Aggressor sti­li­siert wird, beim Mitmorden ver­se­hent­lich auch mal die fal­schen Terroristen trifft. Ich habe ja ern­ste Bedenken wegen ganz ande­rer Aspekte die­ses Vorgehens, aber ich bin auch ein ent­schie­de­ner Gegner von mili­tä­ri­scher Intervention in irgend­wel­chen Ländern und soll­te mich des­we­gen aus der Außenpolitik mal gepflegt raus­hal­ten. Was weiß ich schon von der Notwendigkeit des Meuchelns?

Nicht ein­mal zwei Stunden vor oben zitier­ter Meldung erschien gleich­falls auf „SPIEGEL ONLINE“ die Ankündigung, dass US-ame­ri­ka­ni­sche „Diplomaten“ den direk­ten Einsatz des US-Militärs gegen die Regierung von Syriens Präsident Baschar al-Assad for­dern. Wenn denen doch nur jemand gesagt hät­te, wie gefähr­lich so ein Krieg ist!

Wer sich in Gefahr begibt, der kommt dar­in um, und ein starr­köp­fi­ger Mensch nimmt zuletzt ein schlim­mes Ende.
Sirach 3,27

Senfecke:

  1. Man hofft, dass der Krieg genau so gefähr­lich ist, wie man es von ihm behaup­tet. Möge die Apokalypse also gründ­lich kom­men, wenn man sie schon nicht ver­hin­dern kann.

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