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Eine ganz linke Tour: Der aufgemischte Pöbel löst die Flüchtlingsfrage

Vor ein paar Jahren, als die Berliner Spitze nebst näherem Umfeld des damaligen linken Flügels in der Piratenpartei erst mit allerlei Kinkerlitzchen die politische Arbeit in der Partei gelähmt und sie anschließend energisch bloggend in Scharen verlassen hatte, kamen einige seiner weniger besonnenen Mitglieder bei der „Emanzipatorischen Linken“, kurz „Ema.Li“, unter und konnten selbstredend das Mausen nicht lassen: DIE LINKE aufmischen!!1; zur Hölle mit der Konsensdemokratie (sofern sie nicht ohnehin bereits dort ist), denn nur ein primus inter pares ist imstande, Wortführer in der „LINKEN“ zu sein. Manchmal wird man dann einbalsamiert und jahrzehntelang ausgestellt, das ist dann sehr schön, weil man immer wieder einen neuen Anzug bekommt, ohne sich bewegen zu müssen.

Mit Sahra Wagenknecht, einer prominenten Vertreterin der „Kommunistischen Plattform“ in der „LINKEN“ und regelmäßiger Fernsehgestalt, gibt es auch jemanden, an dem man sich orientieren kann. Eine „kluge Frau“, die „viel Schlaues“ daherrede und die ein ausgezeichneter „Grund“ sei, „DIE LINKE“ als kleinstes Übel zu wählen, sei sie, so heißt es in meinem Bekanntenkreis vielfach. Man müsse ja in diesen harten Zeiten dem Rechtsruck etwas entgegenhalten, um PEGIDA „und so weiter“ mehr entgegenzusetzen als nur ein empört gebrülltes „wir sind dagegen, dass die dagegen sind“. Im Herzen schon immer knallrot.

Flüchtlinge willkommen, jeder darf rein, wehret der Anfänge. Krawehl, krawehl. Wir schaffen das. Aber auch dieser Spaß hat Grenzen, nämlich spätestens dort, wo unsere ureigenen Tugenden der Überfremdung zum Opfer zu fallen drohen: Zwei Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan sollen einen Juden aus Frankreich auf der Insel Fehmarn beschimpft, bedrängt und beraubt haben. Zwei Männer, natürlich, dem Narrativ tut’s gut, aber mehr eben auch nicht. Unsere Juden beschimpfen wir aber dann doch lieber immer noch selbst, Linkssein ist ja auch nicht alles:

„Wer Gastrecht missbraucht“, sagt Wagenknecht, „der hat Gastrecht dann eben auch verwirkt.“ Das sei „ganz klar Position“ der Linken.

Das mit dem Aufmischen hat offensichtlich, wie gewohnt, hervorragend funktioniert, im Radikalisieren waren manche Strömungen schon in der Weimarer Republik die Meister. „Kriminelle Ausländer raus!“, so heißt’s bei der NPD Thüringen (Allergikerhinweis: NPD Thüringen), möchte man es dann doch nicht nennen, das ziemt sich nicht, wenn man „die linke Linke“ (Anja Maier von der „taz“ über Sahra Wagenknecht, allerdings 2011), zumindest aber „das Gesicht des linken Flügels der Linkspartei“ („WELT ONLINE“, März 2014) genannt wird und das nicht unbedingt ändern will. Nach zehn Jahren Angela Merkel sind klare politische Positionen endlich als unerheblich erkannt worden.

Mancher Leute Kopf ist rund, damit die Narrenkappe passt.

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