In den NachrichtenWirtschaft
„We are the 41 %!“

SPIEGEL ONLINE, 4. August 2014:

Die SPD und Teile der Union for­dern den Abbau heim­li­cher Steuererhöhungen - doch Kanzlerin Merkel weist sol­che Pläne zurück: Die Konsolidierung des Haushaltes habe Vorrang vor der Abschaffung der kal­ten Progression. (…) Die kal­te Progression führt dazu, dass sich Arbeitnehmer bei Lohnerhöhungen, die nur die Inflation aus­glei­chen, weni­ger lei­sten kön­nen als zuvor, weil sie gleich­zei­tig in einen höhe­ren Steuertarif rutschen.

SPIEGEL ONLINE, 8. August 2014:

Die Große Koalition unter Bundeskanzlerin Angela Merkel ist so beliebt wie nie: 59 Prozent der Befragten im ARD-Deutschlandtrend sind mit der Regierung zufrieden.

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Möglicherweise befragt man für den ARD-Deutschlandtrend aus­schließ­lich Rentner, denen es ohne­hin wurscht ist, und Vertreter des geho­be­nen Mittelstands, die sich mit den Sorgen der Arbeitnehmer nur im Wahljahr her­um­schla­gen müs­sen, anders kann ich mir das nicht sinn­voll erklä­ren. Die ehe­ma­li­ge Weltkriegs- und Arbeiterpartei SPD jeden­falls macht als Teil die­ser Regierungskoalition einen eher schwäch­li­chen Eindruck, aber das ken­nen wir ja bereits von ihr. Keine Sau braucht mehr die F.D.P.

Ich jeden­falls, „ARD-Deutschlandtrend“, gehö­re zu den unzäh­li­gen Prozent, die kein „Befragter“ sein dür­fen; ande­rer­seits wäre mei­ne Meinung zur „Arbeit“ der Regierung womög­lich nur wenig zitier­fä­hig. Ich bin die 41 Prozent, und vie­le ande­re sind es auch. 41 Prozent ent­spre­che laut SPIEGEL ONLINE unge­fähr dem vir­tu­el­len Wahlergebnis der CDU/CSU laut aktu­el­ler „Sonntagsfrage“ („Steh‘ ich auf oder bleib‘ ich im Bett?“). Bei 41 Prozent scheint es sich also um eine über­wäl­ti­gen­de Mehrheit der Bürger zu handeln.

Ich bin nicht nur „nicht zufrie­den“, ich bin sogar höchst unzu­frie­den. Wut, Bürger. Anderswo ent­ste­hen so Revolutionen. Die SED erfuhr ihrer­zeit auch eine gro­ße „Zustimmung“; die hat aber auch die Steuern nicht erhöht. Vielleicht wäre sie sonst noch an der Macht.

Und die Regierung schaut nur zu.
Die Ärzte: Regierung