Ich bin ja nicht nachtragend; egal, wie wenig ich vom Tun eines Menschen halte, so weiß ich es doch oft zu würdigen, wenn er unerwartet Wahres äußert.
Annett Meiritz (“twittert freiwillig”) etwa, beruflich SPD-freundliche Lästertante beim SPIEGEL, hat heute nicht nur herausgefunden, dass Deutschland regiert wird, sondern sogar, von wem:
Seit einigen Tagen ist Angela Merkel nun schon fort. Ihre Abwesenheit fällt aber nicht sonderlich auf. (…) Dass man von Merkels Pause kaum etwas mitbekommt, mag an Sigmar Gabriel (SPD) liegen.
Kein “Angela Merkel (CDU)” oder wenigstens ein “Angela Merkel (59)”; das kann SPIEGEL ONLINE doch eigentlich besser. (Dabei wäre die politische Karriere von Angela Merkel, deren linksliberale Partei “Demokratischer Aufbruch” sich 1990 vor allem aufgrund miserablen Abschneidens — 0,9 Prozent — bei der Volkskammerwahl der CDU anschloss, vielleicht tatsächlich einen genaueren Blick wert, aber die Zielgruppe von SPIEGEL ONLINE interessiert sich wahrscheinlich einfach nicht so für Politik.) Das ist Annett Meiritz zumindest bei Sigmar Gabriel (SPD; “wird seiner Chefin immer ähnlicher”, wie auch immer das nun verstanden werden soll) wieder eingefallen.
Dass augenscheinlich niemand mitbekommt, dass Angela Merkel nicht da ist, könnte man jetzt entweder als Steilvorlage nutzen oder versuchen, dies als Leistung Sigmar Gabriels zu werten. (Würde es eigentlich auffallen, wäre auch Annett Meiritz fort?) Wenn der nun aber seiner “Chefin” “immer ähnlicher” wird, heißt das nicht auch, dass auch seine Abwesenheit immer weniger Konsequenzen hat? — Schön wär’s ja.
Aber was will man von SPIEGEL ONLINE schon erwarten? Sprachliche Qualitätskontrolle jedenfalls nicht. Am Montag etwa ließ ein mir bis dahin zu Recht unbekannter Felix Knoke dort sein Konterfei neben einen Artikel mit dieser Überschrift setzen:
Angriff in San Francisco: Frau reißt Journalist Google Glass aus dem Gesicht
Ausformuliert lautet diese Überschrift: Ein Journalist — Nominativ — riss einer Frau — vermutlich Dativ — eine mysteriös mit diesem verschmolzene “Google Glass” nicht etwa von der Nase, sondern aus dem Gesicht. Warum der Journalist das tat, steht leider nicht im Artikel, auch auf splatter-Bilder wurde leider verzichtet. Schade!
(mit Dank an L.!)


ich will angela merkel ficken!!