PolitikIn den NachrichtenMir wird geschlecht
Drei­mal kurz ver­linkt: Face­book, Femi­nis­mus, Ver­brau­cher­schutz

Ich mag ja kein Face­book, aber Tho­mas Knü­wers Face­book-Ver­tei­di­gung (gegen Wer­beh­an­seln) ist tat­säch­lich applaus­wür­dig, schon weil ich auf­dring­li­che Wer­bung fast noch ein biss­chen weni­ger mag als Face­book:

Das durch Hybris ana­bo­li­sier­te Selbst­mit­leid mit dem Ihr der­zeit in Sachen Face­book durch die Bran­chen­me­di­en pro­pa­gan­diert, ist nicht mehr zu ertra­gen. Es zeugt vom tie­fen Glau­ben, die gan­ze Welt wol­le nichts sehn­li­cher, als Eure immer plat­ter und unmu­ti­ger wer­den­den Bot­schaf­ten und Eure eben­so immer glei­chen Waren. (…) Nicht “social” weil die Inter­es­sen der Nut­zer über die der Wirt­schaft gestellt wer­den. So den­ken Wer­ber.

Wenn die Kun­den sich frei­wil­lig kei­ne Ban­ner­wer­bung mehr angucken wol­len, klei­stern die Unter­neh­men den vir­tu­el­len Lebens­raum der Kun­den halt zwangs­wei­se mit Wer­bung zu. Viel hilft viel. (Ein Idio­ten­blockier­pro­gramm – das wär’s.)


Über­ra­schung:

Die rot-grü­ne Lan­des­re­gie­rung (von Rhein­land-Pfalz, A.d.V.) hat­te mit den Auf­drucken mehr Frau­en für die Kom­mu­nal­par­la­men­te gewin­nen wol­len. (…) Die Ver­fas­sungs­rich­ter stopp­ten das Vor­ha­ben zunächst in einem Eil­ver­fah­ren, eine Ent­schei­dung in der Haupt­sa­che steht noch aus. Sie mach­ten aller­dings bereits jetzt „erheb­li­che Grün­de“ dafür aus, dass die Vor­schrif­ten ver­fas­sungs­wid­rig sind. Das Gericht sah durch die geplan­ten Stimm­zet­tel die Gefahr, dass der Grund­satz der Frei­heit der Wahl ver­letzt wird. (…) Mit Blick auf die mit der Neu­reg­lung eigent­lich ange­streb­te Frau­en­för­de­rung erklär­te [der rhein­land-pfäl­zi­sche Innen­mi­ni­ster Roger Lew­entz], die Lan­des­re­gie­rung wer­de nun ande­re Instru­men­te ent­wickeln, um den Anteil der Frau­en in den kom­mu­na­len Par­la­men­ten und Gre­mi­en zu erhö­hen.

Eigent­lich ja skan­da­lös, dass der Vor­sit­zen­de der SPD ein Mann ist; und der letz­te Kanz­ler­kan­di­dat auch. Die­se patri­ar­cha­li­sche Par­tei hält den Fort­schritt auf! (Ich bin ja sowie­so dafür, Wah­len ganz abzu­schaf­fen und Par­la­men­te ein­fach nach Rei­hen­fol­ge der Bewer­ber zu beset­zen. Das wäre sicher eine lusti­ge Zusam­men­set­zung.)

(via Schwerdt­fe­gr)


Apro­pos SPD: Der gegen­wär­ti­ge Bun­des­ju­stiz­mi­ni­ster – nicht mehr die groß­ar­ti­ge Sabi­ne Leu­theu­sser-Schnar­ren­ber­ger aus der lang­wei­li­gen F.D.P., son­dern Hei­ko Maas aus der SPD – hat­te kürz­lich eine Ein­ge­bung:

Dass jetzt zum wie­der­hol­ten Mal inner­halb weni­ger Mona­te mil­lio­nen­fach Nut­zer­da­ten abge­fischt wer­den, zeigt, wie wich­tig das The­ma der Daten­si­cher­heit ist (…) Ein Anbie­ter, bei dem die Kun­den­da­ten unsi­cher sind, wird auch bei den Ver­brau­chern kein Ver­trau­en fin­den.

Wenn es doch nur ein Mini­ste­ri­um gäbe, das sich für die Belan­ge von Ver­brau­chern ein­set­zen wür­de, so dass Hei­ko Maas‘ Ver­mu­tung auch poli­tisch bestärkt wird, indem zum Bei­spiel Unter­neh­men zu bes­se­rem Daten­schutz ver­pflich­tet wür­den! Man könn­te es „Ver­brau­cher­schutz­mi­ni­ste­ri­um“ (oder so ähn­lich) nen­nen und soll­te jeman­den als Mini­ster ein­set­zen, der auch zu sei­nem Wort steht. Wie wäre es mit Hei­ko Maas?

Oh.