Junge Frauen lassen sich zunehmend gern auf ihr Äußeres reduzieren.
Meredith Haaf
Das Magazin “freundin” informierte im Juni 2013 seine Leserinnen darüber, dass es durchaus positiv sei, sich nicht zu verbiegen: “Ich bin gut, so wie ich bin!”
Und weil der Zustand, dass es gut ist, weil man ist, wie man ist, ein doch eher langweiliger ist, wird Monat für Monat an den Kiosken vorgebeugt. Momentan hat’s dort Dezemberausgaben einiger namhafter Frauenzeitschriften. Auszüge gefällig?
Die — ausgerechnet — “freundin” empfiehlt “edle Make-ups” gegen allzu natürliches Aussehen:

Die “myself”, die die Vorliebe für Natürlichkeit ja schon im Namen trägt, empfiehlt “Abnehmen — einfach wie nie” (sogar an den Feiertagen), denn die Zielgruppe der “myself” scheinen Frauen zu sein, die sich beim Essen nicht beherrschen können:
Die “Women’s Health” (“It’s Good to Be You”, vulgo sei, wie du bist) hat außer den 27 Seiten Extra-Beauty (heißt nicht irgendein bekanntes Pferd so ähnlich?) auch einen besonders wichtigen Tipp für den Winter: “Das bringt Ihre Beine in Bestform”.
In den kommenden Ausgaben, ich wäre fast willens darauf zu wetten, wird es voraussichtlich dann schockierende Studien darüber zu lesen geben, dass ein Großteil der Frauen unzufrieden mit ihrem Aussehen ist. Wer trägt die Schuld daran? Die Männer, versteht sich. Frauen machen so was ja nicht.
Frauen reduzieren Männer darauf, dass Männer Frauen auf ihr Äußeres reduzieren.
Luca Raimondo



