SonstigesMir wird geschlecht
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: „freun­din“, „mys­elf“, „Women’s Health“: Bleibt alles anders.

Jun­ge Frau­en las­sen sich zuneh­mend gern auf ihr Äuße­res redu­zie­ren.
Mer­edith Haaf

Das Maga­zin „freun­din“ infor­mier­te im Juni 2013 sei­ne Lese­rin­nen dar­über, dass es durch­aus posi­tiv sei, sich nicht zu ver­bie­gen: „Ich bin gut, so wie ich bin!“

Und weil der Zustand, dass es gut ist, weil man ist, wie man ist, ein doch eher lang­wei­li­ger ist, wird Monat für Monat an den Kios­ken vor­ge­beugt. Momen­tan hat’s dort Dezem­ber­aus­ga­ben eini­ger nam­haf­ter Frau­en­zeit­schrif­ten. Aus­zü­ge gefäl­lig?

Die – aus­ge­rech­net – „freun­din“ emp­fiehlt „edle Make-ups“ gegen all­zu natür­li­ches Aus­se­hen:

freundin 25-2013

Die „mys­elf“, die die Vor­lie­be für Natür­lich­keit ja schon im Namen trägt, emp­fiehlt „Abneh­men – ein­fach wie nie“ (sogar an den Fei­er­ta­gen), denn die Ziel­grup­pe der „mys­elf“ schei­nen Frau­en zu sein, die sich beim Essen nicht beherr­schen kön­nen:

Myself 12-2013

Die „Women’s Health“ („It’s Good to Be You“, vul­go sei, wie du bist) hat außer den 27 Sei­ten Extra-Beau­ty (heißt nicht irgend­ein bekann­tes Pferd so ähn­lich?) auch einen beson­ders wich­ti­gen Tipp für den Win­ter: „Das bringt Ihre Bei­ne in Best­form“.

Women's Health 12-2013

In den kom­men­den Aus­ga­ben, ich wäre fast wil­lens dar­auf zu wet­ten, wird es vor­aus­sicht­lich dann schockie­ren­de Stu­di­en dar­über zu lesen geben, dass ein Groß­teil der Frau­en unzu­frie­den mit ihrem Aus­se­hen ist. Wer trägt die Schuld dar­an? Die Män­ner, ver­steht sich. Frau­en machen so was ja nicht.

Frau­en redu­zie­ren Män­ner dar­auf, dass Män­ner Frau­en auf ihr Äuße­res redu­zie­ren.
Luca Rai­mon­do