Der Geheimdienst hat offenbar nicht nur etliche Journalisten unrechtmäßig in einer Extremismusdatei gespeichert. Jetzt kam heraus, dass einer der Bespitzelten wohl Opfer einer peinlichen Namensverwechslung wurde.
Apropos spitz: Der Chef des italienischen Nahrungsmittelkonzerns Barilla hat nichts dagegen, wenn Schwule Nudeln in den Mund nehmen. Nur bitte nicht die von Barilla.
Non faremo pubblicità con omosessuali, perché a noi piace la famiglia tradizionale. Se i gay non sono d’accordo, possono sempre mangiare la pasta di un’altra marca.
Auf Twitter folgten zahlreiche Boykottaufrufe, und es ist eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis jeder, der sich im Supermarkt mit Barillaprodukten erwischen lässt, über Jahre hinweg als Homosexuellengegner gebrandmarkt wird. Andererseits ist bereits heute die Meute längst weiter gewandert; da man sowieso gerade bei Nudeln war, geht es nun um Nudeln mit Ketchup, und alle sind ganz überrascht darüber, dass Studenten oft mit sehr wenig Geld auskommen müssen. Blöderweise immer erst nach einer Wahl.
Ach, Wahlen. Da war ja was. Eine Regierung ist aber immer noch nicht in Sicht. Peter Sigmar Gabriel weiß Rat:
Parteichef Sigmar Gabriel schlägt (…) nun vor, die Mitglieder in der Sache zu befragen — er verbindet damit die eigene politische Zukunft.
Das macht das Ergebnis natürlich um so spannender.
Nachtrag von 19:42 Uhr: Peer Steinbrück wird’s jedenfalls nicht machen. Blöd: Das Buch “Vorerst gescheitert” hat schon ein anderer geschrieben. Vielleicht wäre es bei all den Rücktritten der letzten Tage aber erholsam, würden nur noch diejenigen mit der Presse reden, die nicht von irgendeinem Amt zurück- oder nicht wieder antreten. Wie angenehm entspannend wären die Nachrichten dann!


