Über Npackd hatte ich ja bereits berichtet. Dieser Paketmanager für Windows-Systeme erlangte jedoch nie allzu große Aufmerksamkeit. Ganz anders Chocolatey NuGet. Hmm, Nugat.
Chocolatey basiert (daher wohl der Name) auf NuGet, einer Visual-Studio-Erweiterung. Im Gegensatz zu Npackd arbeitet Chocolatey bevorzugt auf der shell. Dabei wird eine installierte PowerShell – zumindest für die Installation – vorausgesetzt. Den Befehl, um Chocolatey zu installieren, kann man allerdings auch in seiner normalen Eingabeaufforderung eingeben:
@powershell -NoProfile -ExecutionPolicy unrestricted -Command "iex ((new-object net.webclient).DownloadString('https://chocolatey.org/install.ps1'))" && SET PATH=%PATH%;%systemdrive%\chocolatey\bin
Danach ist Chocolatey einsatzbereit.
Alle Funktionen von Chocolatey sind nur einen Befehl entfernt. Dabei kann man entweder die Langform (chocolatey [BEFEHL] [PAKET]) oder die Kurzform verwenden. Ich meinerseits wähle letztere.
Nehmen wir einmal an, ihr würdet gern Vim installieren. Der Standardweg unter Windows: Geht auf Vim.org, klickt euch durch, ladet das Installationsprogramm herunter und so weiter und so fort. Mit Chocolatey ist das einfacher. Zunächst sollte man nachsehen, ob es Vim überhaupt in der (langen) Paketliste gibt:
clist vim
Sieht gut aus:
Vim lässt sich also direkt von hier aus installieren. Machen wir das mal.
cinst vim
Direkt nach der Installation ist Vim (vim) einsatzbereit, Chocolatey nimmt die nötigen Einträge in den Pfadvariablen automatisch vor. Programme, die man dann doch nicht mehr braucht, wirft ein simples cuininst [PAKET] wieder vom Rechner.
Und was, wenn es eine neue Version gibt? Kein Problem: Chocolatey kann alle installierten Pakete per cup all auf den neuesten Stand bringen. Obendrein ist das ganze System Open Source (lizenziert unter der Apache License 2.0), jeder Entwickler kann selbst zum Projekt beitragen und seine eigenen Programme als Pakete einreichen. Man sollte dies goutieren.



Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich unter Windows mal den hier ausprobiert: http://npackd.appspot.com/ weil es da sehr einfach war, ein Repo zu basteln, eine XML-Datei und fertig. Bei npackd sind die Repos auch sehr einfach einsehbar (einfach die XML-Datei öffnen) und man hat die freie Wahl, woher man die Pakete bezieht (je nachdem was im Repo festgelegt ist). Die offiziellen Downloads sind mir lieber als die Chocolatey-Server bei Amazon.
Aber es ist schön zu sehen, dass Windows 7 mit Dritttools eine Bequemlichkeit erreicht, die unter den freien Alternativen schon längst Gang und Gäbe ist. Wie sehr ich ein Tool wie npackd oder Chocolatey unter Windows vermisst habe ist mir erst nach meinen ersten Linux- und BSD-Versuchen aufgefallen…
Jetzt sehe ich grade, du hast ja schon einen Beitrag zu npackd.…uups
Hab ich doch sogar verlinkt – gleich im ersten Satz. Dzzz.
(Noch mal: Nicht jedes Linux hat einen Paketmanager.)