Mir wird geschlechtNetzfundstückePersönliches
Breitbeinige Macht

Der Feminismus hat neben einigen akzeptablen Ansätzen zur Weltverbesserung (etwa der Abschaffung der Unterschiede zwischen den Geschlechtern) auch einige spinnerte Ideen hervorgebracht, etwa die Frauenquote (denn eine moderne Frau möchte offensichtlich die Vaginaquote von Mannes Gnaden – von wegen selbstbestimmt – erfüllen und nicht mit so etwas Lästigem wie Kompetenz überzeugen müssen) und die kaum noch auszumerzende Überzeugung, dass alles, was ein Mann nicht gebückt tut, automatisch ein Zeichen von Macht sei.

Sexismus sei ein rein männliches Phänomen, denn ein Mann, so ließ mich ein überzeugter Feminist (männlich) unlängst wissen, habe Macht, die eine Frau nicht habe, und daher könne eine Frau nicht sexistisch sein. Nun, dieser Feminist sollte einmal mit offenen Augen durch die Welt gehen. Männerfeindlicher Sexismus in der Werbung? Aber natürlich! Oder darf’s etwas subtiler sein? Dann stellt euch mal diese Satzanfänge vor: „Männer sind …” und „Jungen sollen nicht …”. Euch fällt sofort mindestens eine Ergänzung ein? Glückwunsch: Ihr seid Sexisten.

Ach, die männliche Macht spiegelt sich auch in der Gewalt gegen Frauen?

[E]twa 30% der Frauen und der Männer sind gewaltaktiv -, jedoch in jeweils unterschiedlichen Formen: Männer tendieren stärker zu (sichtbarer) physischer Gewalt, Frauen stärker zu (unsichtbarer) Kontrollgewalt und verbaler Gewalt. (…) Dabei erleiden Männer stärker als Frauen physische Gewalt, aber in etwa zu gleichen Anteilen wie Frauen sexualisierte Gewalt.

Beziehungsweise eben: Drei Viertel aller Opfer sind Männer. Solche Prozentangaben stützen sich wohlgemerkt meist auf die Zahlen, die öffentlich verfügbar sind. Ein Mann, dem von einer Frau Gewalt angetan wird, geht damit jedoch nicht allzu gern an die Öffentlichkeit, er würde vermutlich meist ausgelacht oder zum Einzelfall gemacht. In der Gesellschaft ist das Bild des starken Mannes fest verwurzelt. Das wird schon im Kindesalter gelehrt: „Jungen weinen nicht.” Ob das die Jungen auch so sehen?

Ich persönlich, friedfertig, wie ich bin, habe in meinem Leben jedenfalls schon mehr (unter anderem verbale) Gewalt durch Frauen erfahren als ich jemals ausüben würde. Es wäre einfach nicht zielführend, mein Gegenüber wüst zu beschimpfen – einen Disput löse ich bevorzugt mit den besseren Argumenten. Als Mann aber habe ich Macht, da muss ich mir so etwas natürlich gefallen lassen. Als ich mich kürzlich (blöderweise) in eine Feminismusdiskussion einschaltete und mein Leid beschrieb, hieß es jedenfalls, es sei sicherlich blöd, dass mir das passiert ist, aber ich sei immer noch die Minderheit und habe gefälligst zu akzeptieren, dass ich ein strukturell mächtiger Mann sei.

Zugegeben, Mädchen müssen im Sportunterricht für die gleiche Bewertung weniger gute Leistungen vollbringen, werden (dank Frauenquoten) oft bevorzugt eingestellt, sind damit seltener arbeitslos, bekommen später mehr Rente und in einem Sorgerechtsstreit in der Regel auch die gemeinsamen Kinder zugesprochen. Viel Macht bleibt mir da nicht mehr übrig. Ich habe nicht mal mehr die Macht, vor Wut zum Hulk zu werden, denn dabei würde meine Kleidung platzen, und gemäß § 183,1 StGB ist öffentliche Nacktheit strafbar – sofern man ein Mann ist.

Ja: Ich bin ein Mann! Naturgegeben ist mein Machoverhalten, und jedes Zucken meiner Gliedmaßen signalisiert meine Gewaltbereitschaft. Oi, bin ich böse! – Das sehen vermutlich auch Frauen in der U-Bahn so:

Ich saß in der U-Bahn und dachte an nichts Böses, als ich die Frau fluchen hörte. Sie war um die 50 und hatte ihre Einkaufstüten auf einen Sitz ein paar Reihen weiter vorne gewuchtet. Jetzt zischte sie den Mann auf dem gegenüberliegenden Platz an: „Müssen Sie so breitbeinig dasitzen? Es gibt auch noch andere Menschen hier!” Allerdings hatte sie noch einen Sitzplatz für sich selbst und ihre Tüten gefunden. Der Mann, um die 40 und augenscheinlich mit Migrationshintergrund, schaute verwirrt von seinem Handy auf. Die Frau beruhigte sich gar nicht. „Sie sitzen da, als seien Sie alleine auf der Welt….” Der Mann sah entgeistert aus, vielleicht verstand er die Frau noch nicht einmal. Er stand auf und setze (sic!) sich woanders hin.

Breitbeiniges Sitzen – für Frauen ebenso untypisch wie im Stehen zu pinkeln – ist offenbar ein Zeichen von männlicher Macht. Ich wüsste ja schon gern, welchen Vorschlag die Frau um die 50 zur Platzierung des kleinen Unterschieds zwischen den Beinen gemacht hätte und ob die anderen Menschen hier nicht vielleicht bequemer sitzen sollten als Einkaufstüten, aber leider wurde sie nicht gefragt.

Darauf erst mal ein schönes blutiges Fruststeak.

Senfecke:

  1. Ich gebe dir in allen Punkten recht.. in fast allen Punkten.
    Öffentliche Nacktheit ist „nur” eine Ordnungswidrigkeit. Das gilt für Frauen und Männer gleichermaßen (vgl. § 118 OWiG)
    „Lediglich” der Exhibitionismus ist strafbar. (vgl. § 183 Abs. 1 StGB, welcher ja bereits von dir erwähnt wurde, aber auch § 183a StGB)

    Damit wäre der Witz wahrscheinlich hin… :/

  2. Pingback: Hirnfick 2.0 » Feministischer Einzelfail

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