NetzfundstückeIn den Nachrichten
Kurz verlinkt CVIII: Ach, wer redet denn von Fußball?

Das mit dem Fußball habe ich, wie angekündigt, euch Lesern, abge­se­hen von eini­gen Tota­laus­fällen in Super­märk­ten und Zeitun­gen, ja erfol­gre­ich erspart, kein Wort der Berichter­stat­tung erre­ichte diese Inter­net­präsenz.

Dass aber die deutsche Mannschaft in einem, wie Zuschauer übere­in­stim­mend bericht­en, eher mit­telmäßi­gen Spiel das Erre­ichen des Finales mal wieder nicht hin­bekam, ging an mir natür­lich eben­so wenig vorüber wie der plöt­zliche Schwund der schwarz-rot-gold­e­nen Flaggen draußen, denn so richtig stolz­er Deutsch­er darf man eben nur sein, wenn ger­ade Brüll­ball läuft, damit man nicht dem völkischen Gedankengut anheim­falle, wobei ein Neon­azi, der die schwarz-rot-gold­ene Flagge der Demokratie anstelle der schwarz-weiß-roten des Kaiser­re­ich­es hisst, schon ein biss­chen blöde sein muss; sei’s drum.

Allein das plöt­zliche Desin­ter­esse der Deutschen am Fußball­sport ist mir jet­zt noch ein paar Zeilen wert, und die über­lasse ich Lukas Heinser:

Schlim­mer als diese Fans, die es mit ihrer Begeis­terung für den Sport dann vielle­icht doch ein biss­chen übertreiben, sind aber jene Leute, die sich zu inter­na­tionalen Turnieren in schwarz-rot-gold­ene Schale wer­fen und gemein­sam mit der Boule­vard­presse darauf hof­fen, dass “wir” den Titel holen.

(…) Wer Fußball nur guckt, weil er auf einen Titel­gewinn der eige­nen Mannschaft hofft, ist kein Fan der Sportart, son­dern ein­fach nur jemand, der sein Ver­hält­nis zu dieser Sportart von einem einzi­gen Fak­tor abhängig macht: dem Titel. Mit dieser Ein­stel­lung kann man dieser Tage nicht mal mehr Fan des FC Bay­ern München wer­den — und sel­ber Sport treiben sowieso nicht.

Ganz Deutsch­land inter­essiert sich nicht mehr für uns und unsere Mannschaft. Hat ganz Deutsch­land vor dem Auss­chei­den unser­er Mannschaft eigentlich die jüng­sten Entwick­lun­gen bezüglich der GEMA-Tar­ife oder des ESM hin­bekom­men? Nein? Natür­lich nicht, da schießt ja auch nie­mand ein Tor.

Ganz Deutsch­land geht es immer noch zu gut.