(Vorbemerkung: Zur Verdeutlichung der verqueren Weltsicht des vorbezeichneten “Bloggers” ist es diesmal leider unvermeidlich, auf einige seiner Artikel direkt zu verweisen. Ich bitte um Nachsicht.)
Noch 2009 veröffentlichte Hetzblogger Christian Sickendieck unter dem lustigen Titel “Sensation: Neues Logo der Piratenpartei geleakt” eine Reichsflagge mit Piratensegel als “Satire”. Allgemein fand er es zeitweilig ziemlich spaßig, die liberal-soziale Piratenpartei mit NSDAP-Assoziationen zu belegen: Und alle so: “Heil”, ja, da lacht der Demokrat. Am 4. Oktober 2009, nur wenige Tage, nachdem er der Piratenpartei einen überschrittenen Zenit attestiert hatte, fand er es erneut satiretauglich, dümmliche Neonazis als typische Piraten darzustellen.
Als die Diskussion um Bodo Thiesen allmählich abzuflachen begann, war das noch kein Grund für Christian Sickendieck, seine populistischen Hetzthesen ein wenig zurückzufahren. Im Mai 2010 nannte er die Piratenpartei einen bösartigen Kindergarten und blies im November desselben Jahres zum Abgesang: “Die Piratenpartei liegt am Boden”.
Irgendwer scheint ihm aber in der Folgezeit einen kräftigen Schlag auf den Schädel verpasst zu haben, denn danach kam eine Weile gar nichts mehr — und im September 2011, nach dem “sensationellen Erfolg” (Chr. Sickendieck) des Berliner Landesverbandes der Piratenpartei, lobhudelte er:
Mit dem Berliner Landesverband der Piraten gab es endlich wieder eine links-liberale Alternative, keine Protestpartei, sondern eine realistische Alternative für junge, politisch interessierte und gebildete Menschen.
Gestern schrieb derselbe Christian Sickendieck, der 2009 lustige Nazisatiren über die Piratenpartei für so treffend hielt, dass er keinen Widerspruch als Kommentar duldete, unter der Überschrift “Das Niveau des Vizekanzlers”:
Wenn er aber im selben Satz zu den Piraten vor Somalia schwenkt um dann abzuschließen, Piraten seien nicht sympathisch, dann ist dies nicht nur ein demokratisches Foul, sondern eine Ungeheuerlichkeit. Rösler vergleicht die Piratenpartei Deutschland mit Mördern und denkt dabei, er wäre witzig. Das ist das Niveau der FDP im Jahr 2012. (…) Es scheint, als sei Philipp Rösler charakterlich nicht im Ansatz befähigt, den Liberalen vorzustehen, noch viel weniger unser Land als Regierungsmitglied zu vertreten.
Was das über Christian Sickendieck aussagt? Nun, es scheint, als sei Christian Sickendieck charakterlich nicht im Ansatz befähigt, ein politisches Blog zu führen, noch viel weniger unser Land als Wähler zu vertreten.
Er hat sicher nur die Pointe nicht verstanden.
Bonuswitz: Die Piraten sind eine gefährliche Partei. Sie bedrohen das eingespielte politische System. (Frankfurter Rundschau, nicht Christian Sickendieck.)


Du bist entweder schmerzpervers oder hast einen Eimer neben Deinem Rechner. Oder Beides.
Btw.: man muss URl-Verkürzer nicht mögen, aber in dem Falle…
Ich habe einen sehr, sehr dreckigen Humor…
Nebenbei: Wieso wieder so rege kommentierend — ich dachte, du seist verschollen?
(“Schmerzpervers” finde ich klasse!)
Verschollen sein schliesst ja nicht aus, dass man mal kurz vorbeischaut
Na ja, physikalisch: Doch, schon.