Morgens aufstehen, weil man noch müde ist.
Zur Arbeit gehen, weil es dort viel zu tun gibt.
Einer Feier beiwohnen, weil der Gastgeber ein Unsympath ist.
Bier trinken, weil man noch fahren muss.
Einfach öfter mal etwas tun, weil es eigentlich obwohl heißen müsste.
Das Leben kann so anders sein.
Apropos “anders”: Welt.de schafft es mal wieder, jede Freude über eine Überschrift im Text vergessen zu lassen.
So heißt es dort:
Die Bundesrepublik genießt bei jungen Migranten einen exzellenten Ruf. Und sowohl in Europa als auch in Übersee steigt das Interesse an der deutschen Sprache.
Das sind doch mal positive news Neuigkeiten, bedenkt man, dass die Benutzung der deutschen Sprache hierzulande nicht unbedingt beliebt ist. Blöderweise relativiert Welt.de das schon wenig später:
Umso erfreulicher, dass wir in Europa und Übersee ein steigendes Interesse an der deutschen Sprache registrieren dürfen. Und zwar nicht aus selbstloser Liebe zu Goethe, Schiller und Heine, sondern weil immer mehr gut ausgebildete, junge Ausländer in der Bundesrepublik ein Land sehen, in dem man sein Glück machen kann. Wir können diese Menschen gut gebrauchen. Immer mehr Branchen rufen verzweifelt nach Facharbeitern und Ingenieuren – und siehe da, sie kommen. (…) Als Einwanderungsland konkurrieren wir weltweit um die besten Köpfe.
Diesen Text empfehle ich nur in kurzen Abschnitten zu lesen, denn überhöhter Konsum kann schnell zu Brechreiz führen. Es sei, so Autor C.C. Malzahn von Welt.de, nicht etwa besonders wichtig, dass die deutsche Sprache sich verbreitet, sondern sie sei lediglich ein wichtiges Mittel zum Zweck; und zwar nicht etwa aus kulturellem Interesse, sondern aus bloßen wirtschaftlichen Überlegungen heraus: Je besser Ausländer Deutsch sprechen, desto eher seien sie befähigt, einen gut bezahlten Arbeitsplatz zu finden, denn die Wirtschaft suche dringend nach ausgebildeten Fachkräften, und im Inland seien die anscheinend — das schreibt C.C. Malzahn allerdings nicht — nur schwer zu finden, obwohl hier ebenfalls viele Menschen Deutsch sprechen. Die paar Millionen arbeitsloser deutschstämmiger Akademiker verlangen eben einfach zu viel Geld für ihre Arbeit. Mit “selbstloser Liebe” kann man eben keine Familie ernähren.
Manchmal vergisst man fast, dass Welt.de ein konservatives Medium ist. Schön, dass man manchmal wieder daran erinnert wird.


heil.
heil.
Na toll, ein toter Nazi.
heil.
kaputt.
heil weil geil?!
Heiligeili!