Es ließ sich ja nur schwerlich nicht bemerken: Das Wetter beim diesjährigen Pukkelpop-Festival war dermaßen suboptimal, dass ein Sturm vier Leute tötete.
Weil so was aber einfach nicht passieren können soll, wurde natürlich umgehend nach den Hintergründen geforscht, denn dass ein Sturm einen Schwall an Besuchern um die Ecke bringt, ist vielleicht nichts, was zur Tradition werden sollte, und üblich war es bislang auch noch nicht.
Stellt sich raus: Sind die Schwarzkopierer schuld.
‘Illegale Downloads schuld an tödlichem Festivaldrama’
“Denk dran: Jedes Byte, das du illegal aus dem Internet herunterlädst, bringt einen Menschen um, mein Kind! Es verursacht schwere Unwetter und lässt Bühnen von unfähigen Architekten konstruieren!”
Weil nämlich, die Sache ist die:
“Megakonzerte sind für die Musikgruppen, die kaum noch CDs verkaufen, lebenswichtig geworden“, zitiert die niederländische Tageszeitung De Telegraaf Experten verschiedener Versicherungsgesellschaften. “Diese Konzerte finden auf riesigen Bühnen statt, die mit Licht- und Videoequipment völlig überbelastet werden. Der Regen und der Wind richten nicht mehr Schaden an als früher. Allerdings ist der Schaden insgesamt viel höher als früher.“
Klarer Fall: Weil Musikgruppen kaum noch CDs verkaufen, müssen sie stattdessen mit viel zu umfangreicher Bühnenausstattung auf instabilen Bühnen auftreten. Ohne das böse Internet könnten sie sich kleinere Gitarrenverstärker und vielleicht sogar einen Veranstalter mit mehr Grips leisten, und vier Menschen mehr wären jetzt vielleicht noch am Leben!
Ein pragmatischer Lösungsvorschlag: Eventuell sollten sie dann einfach mal bessere CDs auf den Markt bringen. Schlechte Musik verkauft sich zwar anscheinend auch nicht schlecht, ist jedoch, wie wir sehen, tödlich.
Mehr Mut zum Risiko, dies sollte das Motto einer Plattenfirma im 21. Jahrhundert sein. (Falls noch eine eins braucht. In diesem Fall: Gern geschehen!)

