MusikIn den Nachrichten
Kurz ver­linkt LVIII: Mör­der! Ter­ro­ri­sten! Musik­run­ter­la­der!

Es ließ sich ja nur schwer­lich nicht bemer­ken: Das Wet­ter beim dies­jäh­ri­gen Puk­kel­pop-Festi­val war der­ma­ßen sub­op­ti­mal, dass ein Sturm vier Leu­te töte­te.

Weil so was aber ein­fach nicht pas­sie­ren kön­nen soll, wur­de natür­lich umge­hend nach den Hin­ter­grün­den geforscht, denn dass ein Sturm einen Schwall an Besu­chern um die Ecke bringt, ist viel­leicht nichts, was zur Tra­di­ti­on wer­den soll­te, und üblich war es bis­lang auch noch nicht.

Stellt sich raus: Sind die Schwarz­ko­pie­rer schuld.

‚Ille­ga­le Down­loads schuld an töd­li­chem Festi­val­dra­ma‘

„Denk dran: Jedes Byte, das du ille­gal aus dem Inter­net her­un­ter­lädst, bringt einen Men­schen um, mein Kind! Es ver­ur­sacht schwe­re Unwet­ter und lässt Büh­nen von unfä­hi­gen Archi­tek­ten kon­stru­ie­ren!“

Weil näm­lich, die Sache ist die:

„Mega­kon­zer­te sind für die Musik­grup­pen, die kaum noch CDs ver­kau­fen, lebens­wich­tig gewor­den“, zitiert die nie­der­län­di­sche Tages­zei­tung De Tele­graaf Exper­ten ver­schie­de­ner Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaf­ten. „Die­se Kon­zer­te fin­den auf rie­si­gen Büh­nen statt, die mit Licht- und Video­equip­ment völ­lig über­be­la­stet wer­den. Der Regen und der Wind rich­ten nicht mehr Scha­den an als frü­her. Aller­dings ist der Scha­den ins­ge­samt viel höher als frü­her.“

Kla­rer Fall: Weil Musik­grup­pen kaum noch CDs ver­kau­fen, müs­sen sie statt­des­sen mit viel zu umfang­rei­cher Büh­nen­aus­stat­tung auf insta­bi­len Büh­nen auf­tre­ten. Ohne das böse Inter­net könn­ten sie sich klei­ne­re Gitar­ren­ver­stär­ker und viel­leicht sogar einen Ver­an­stal­ter mit mehr Grips lei­sten, und vier Men­schen mehr wären jetzt viel­leicht noch am Leben!

Ein prag­ma­ti­scher Lösungs­vor­schlag: Even­tu­ell soll­ten sie dann ein­fach mal bes­se­re CDs auf den Markt brin­gen. Schlech­te Musik ver­kauft sich zwar anschei­nend auch nicht schlecht, ist jedoch, wie wir sehen, töd­lich.

Mehr Mut zum Risi­ko, dies soll­te das Mot­to einer Plat­ten­fir­ma im 21. Jahr­hun­dert sein. (Falls noch eine eins braucht. In die­sem Fall: Gern gesche­hen!)