In den Nachrichten
Wenn Schlam­pen pro­te­stie­ren

Es fie­le mir zwei­fels­oh­ne leicht, die­sen Arti­kel mit einem mau­en Witz über, haha, Som­mer-Löcher ein­zu­lei­ten, aber wir sind ja hier nicht beim Pri­vat­fern­se­hen. Tat­säch­lich jeden­falls man­gelt es aber anschei­nend an wirk­li­chen Schlag­zei­len, so dass der lei­der all­täg­li­che weib­li­che Sexis­mus sich mal wie­der ins Bild rückt:

Mit viel nack­ter Haut haben hun­der­te „Schlam­pen“ am Sams­tag in deut­schen Städ­ten als Teil einer inter­na­tio­na­len Pro­test­be­we­gung gegen Sexis­mus demon­striert. Die soge­nann­ten Slut­walks (Schlam­pen­mär­sche) soll­ten auf das Recht auf sexu­el­le Selbst­be­stim­mung auf­merk­sam machen.

Es demon­strier­ten also über­wie­gend Frau­en, die sich selbst Schlam­pen nen­nen, dage­gen, als Schlam­pen betrach­tet zu wer­den. Dabei mach­ten sie es ihren Mit­men­schen aber wahr­lich nicht leicht:

Mehr­heit­lich waren Frau­en auf der Stra­ße – eini­ge in Mini­röcken, mit Netz­strumpf­ho­sen und High-Heels, man­che sogar oben ohne.

Nei­di­sche Arbeits­kol­le­gin­nen, so heißt es, wür­den über Neu­zu­gän­ge hin­ter vor­ge­hal­te­ner Hand mit­un­ter tuscheln, die­se Neu­zu­gän­ge hät­ten die Stel­le nur bekom­men, weil sie geklei­det sei­en wie Schlam­pen, eben sexu­ell auf­rei­zend, um dem jewei­li­gen Per­so­nal­chef im Fal­le einer Anstel­lung eben sexu­el­le Erwar­tun­gen zu sug­ge­rie­ren. Sehr wohl also koket­tiert man auch und gera­de als gei­stig gereif­te Frau mit dem sprich­wört­li­chen Sexu­al­trieb des Man­nes. (Dass der Sexu­al­trieb der Frau, evo­lu­tio­när bedingt, auch nicht klei­ner ist, wur­de viel­fach belegt; dass er meist ver­schwie­gen wird, zeigt schon deut­lich, dass etwas schief läuft auf der Welt.)

So lan­ge die Zahl der von Frau­en ver­ge­wal­tig­ten Män­ner wei­ter­hin im Dun­keln bleibt und die angeb­li­che „Femi­nis­mus­be­we­gung“ alles tut, um Ver­ge­wal­ti­gun­gen als rein männ­li­che Per­ver­si­on hin­zu­stel­len (Brül­ler­ar­gu­ment: „Alle Män­ner sind poten­zi­el­le Ver­ge­wal­ti­ger“), wird sich dar­an auch nicht viel ändern: Offe­ne weib­li­che Sexua­li­tät ist ein Zei­chen von Mün­dig­keit, wäh­rend offe­ne männ­li­che Sexua­li­tät Macho­ge­ha­be und brand­ge­fähr­lich ist.

Wie sich sol­che Mün­dig­keit als Zei­chen gegen Sexis­mus mani­fe­stiert, zeigt die­ses hüb­sche, mit Herz­chen (aus­ge­rech­net mit Herz­chen!) ver­zier­te Pla­kat von besag­tem Schlam­pen­marsch:

Das hält natür­lich kei­nen der der­ge­stalt bedroh­ten Macker (Lebens­part­ner, Chefs und der­glei­chen) davon ab, die­ser Ver­an­stal­tung begei­stert bei­zu­woh­nen; viel­leicht, weil sie sonst auf die Fres­se bekä­men:

„Man demon­striert ja nicht nur für per­sön­li­che und indi­vi­du­el­le Bedürf­nis­se, son­dern auch für die Rech­te ande­rer“, sag­te ein soli­da­ri­scher Mann in Mün­chen, wo rund 350 selbst ernann­te „Schlam­pen“ demon­strier­ten.

Wer aber demon­striert für das Recht auf männ­li­che Sexua­li­tät? Wür­de eine der Schlam­pen an einer ent­spre­chen­den Gegen­de­mon­stra­ti­on teil­neh­men, um sich zu soli­da­ri­sie­ren? Wahr­schein­lich nicht, denn männ­li­che Sexua­li­tät ist böse, so lan­ge sie nicht beim gesell­schaft­li­chen Auf­stieg hilft. Die Sexua­li­tät eines Per­so­nal­chefs etwa – ich erwähn­te es oben bereits – ist meist sehr gefragt.

Inso­fern ist es doch immer­hin zu begrü­ßen, dass auch der Posten des Per­so­nal­chefs in vie­len Unter­neh­men inzwi­schen der „Frau­en­quo­te“ unter­liegt. Es ist ein wich­ti­ger Schritt zur Befrei­ung der männ­li­chen Sexua­li­tät. Scha­de ist es nur, dass die Gesell­schaft dafür meh­re­re Jahr­zehn­te gebraucht hat. Das ist nach­ge­ra­de eine Schlam­pe­rei.

Ich hof­fe nur, wir Män­ner müs­sen nicht auch erst in auf­rei­zen­der Klei­dung durch die Stra­ßen mar­schie­ren und uns Schlam­pen nen­nen, bevor dies die öffent­li­che Wahr­neh­mung erreicht hat. Eines näm­lich haben wir den Schlam­pen noch immer vor­aus: Unse­ren Stolz.

So war es und so soll es blei­ben.

(Dan­ke an L.!)

Senfecke:

  1. Inso­fern ist es doch immer­hin zu begrü­ßen, dass auch der Posten des Per­so­nal­chefs in vie­len Unter­neh­men inzwi­schen der „Frau­en­quo­te“ unter­liegt.

    …wo dann jene sog. „Per­so­nalchef­fin“ kei­ne Män­ner ein­nimmt. Schließ­lich müs­sen die armen unter­drück­ten Frau­en zusam­men­hal­ten, in die­ser unglaub­lich män­ner­aus­ge­rich­te­ten und völ­lig Män­ner über­be­vor­teil­ten Gesell­schaft. Das wird dir auch jede „Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­te(!)“ an einer belie­bi­gen Uni­ver­si­tät erklä­ren.

  2. Sie sind also Schlam­pen, weil sie sich vor ande­ren (unauf­ge­for­dert) nackt zei­gen? Nein, sowas…

  3. Die Sexua­li­tät eines Per­so­nal­chefs etwa?—?ich erwähn­te es oben bereits?—?ist meist sehr gefragt.

    Scha­de, mei­ne war damals nicht gefragt. Des­we­gen wohl auch nur „meist“… hach­ja… .

  4. Mag sein; dabei hat­te ich bei Ein­stel­lun­gen schon auf gerin­ges Urteils­ver­mö­gen und dafür umso üppi­ge­re Tit­ten geach­tet.

  5. Gerin­ges Urteils­ver­mö­gen ist doch der ein­zi­ge Grund, sich über­haupt in dei­ner Bran­che zu bewer­ben, dach­te ich.

  6. Vor dem angeb­lich gerin­gen Urteils­ver­mö­gen mei­ne Bran­che scheißt sich aber man­cher so rich­tig in die Hose, was z. B. an Blog­bei­trä­gen unschwer zu erken­nen ist.
    Um auf die Quarkt­aschen zurück­zu­kom­men: Damals arbei­te­te ich in einer ande­ren Bran­che, wenn auch mit deut­li­chen Berüh­rungs­punk­ten im von Dir bezeich­ne­ten Umfeld.

  7. Ich mei­ner­seits blog­ge ohne­hin nicht, und das The­ma „Idio­tie in der Juri­ste­rei“ wür­de gan­ze Bücher fül­len, wür­de ich eines Tages damit anfan­gen. Nein, Didi, das Pro­blem dei­ner Bran­che ist nicht das angeb­lich gerin­ge Urteils­ver­mö­gen, es sind die­je­ni­gen Ver­tre­ter dort, die glau­ben, sie hät­ten ein sol­ches nicht. Die sit­zen dann in Land­ge­rich­ten wie etwa Ham­burg und ver­die­nen ihre Krö­ten mit Unkennt­nis. Leicht ver­dien­tes Geld, das muss man ihnen aller­dings las­sen.

    Du warst mal Por­no­dar­stel­ler?

  8. Ich hät­te wohl Por­no­dar­stel­ler wer­den sol­len. Gewünscht habe ich es mir jeden­falls schon oft, gera­de im Sommer…so erst jetzt wie­der. Viel­leicht lie­ße sich bei­des ver­bin­den? An sich ein idea­les Akqui­se­feld.

  9. das heißt, das eine Frau, die einen Mini­rock trägt, auto­ma­tisch eine Schlam­pe ist?
    Selt­sa­me Denk­wei­se

  10. soso, Frau­en die sich wie Schlam­pen klei­den, sich wie Schlam­pen ver­hal­ten, sich Schlam­pen nen­nen und Schlam­pen sein wol­len, sind also neu­er­dings kei­ne Schlam­pen. Man lernt nie aus.

Comments are closed.

https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_smilenew.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_biggrin2.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_sadnew.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_eek.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_shocked.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_confusednew.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_coolnew.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_lol.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_madnew.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_aufsmaul.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_seb_zunge.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_blushnew.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_frown.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_twistedevil1.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_twistedevil2.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/icon_mad.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_rolleyesnew.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_wink2.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_idea2.gif  https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_arrow2.gif 
mehr …
 

Erlaubte Tags:
<strong> <em> <pre> <code> <a href="" title=""> <img src="" title="" alt=""> <blockquote> <q> <b> <i> <del> <tt> <span style=""> <strike>

Datenschutzhinweis: Deine IP-Adresse wird nicht gespeichert. Details findest du hier.